Magazin SNOWSPORT digital

Seit Oktober 2018 begann für das Magazin SNOWSPORT eine neue Ära. Neben der bekannten gedruckten Ausgabe, die alle Mitglieder im DSLV vier Mal pro Jahr in ihren Briefkästen finden, gibt es zusätzlich die digitale Variante. Der DSLV nutzt die vielen neuen technischen Möglichkeiten und bringt seitdem jede Ausgabe zusätzlich als digitales Medium heraus. Die Mitglieder könne sich entscheiden, ob sie ihr Magazin in der Print- oder in der digitalen Version erhalten wollen.

Warum hat sich der DSLV für die Erstellung einer digitalen Ausgabe entschieden?
Mit der Einführung der digitalen Ausgaben erwarten wir uns drei Dinge. Erstens wollen wir die vielen neuen technischen Möglichkeiten nutzen und unseren Mitgliedern diesen daraus entstehenden Mehrwert bieten. Zweitens Ressourcen einsparen, die mit der Produktion und dem Versand der gedruckten Ausgabe verbunden sind, stetig reduzieren. Und drittens wollen wir dem Verband auch Kosten einsparen. Der DSLV verfolgt seit vielen Jahren das Ziel, seine Aktivitäten auf allen Ebenen stetig zu optimieren, die Mitgliedschaft aktiv und modern auszurichten und damit das professionelle Schneesportlehrwesen so attraktiv wie möglich für alle Ziel- und Altersgruppen zu machen. Falls Du Anregungen oder Vorschläge zur Weiterentwicklung hast, freuen wir uns immer über gute Ideen.

Welche zusätzlichen Inhalte kann das DSLV Mitglied in der digitalen Ausgabe des Magazins SNOWSPORT erwarten?
Natürlich findest Du den gesamten Inhalt, der auch in der gedruckten Ausgabe steht. Aber dazu kommen interessante Zusätze. Die digitale Umsetzung ermöglicht uns, die einzelnen Artikel, Berichte, Angebote, Anzeigen und Informationen mit zusätzlichen Inhalten und Angeboten zu erweitern. So können wir die Inhalte mit z.B. Videos, Serienbildern, Podcasts, Links oder andere interaktiven Möglichkeiten ergänzen. Wir hauchen dem SNOWSPORT digital ein wenig sportliches Leben ein, was die gedruckte Ausgabe nicht leisten kann. Klar stehen wir erst am Anfang mit diesem neuen Weg, aber mit jeder Ausgabe wird der DSLV an dieser Aufgabe wachsen. Das SNOWSPORT digital kannst Du am PC, auf dem Tablet oder dem Smartphone gelesen werden. Für diese Endgeräte gibt es jeweils das passende Medium zum lesen.

Wie sieht das SNOWSPORT digital im Jahr 2028 aus?
Der DSLV bringt 10 digitale Ausgaben pro Jahr für seine Mitglieder heraus, in denen alle zeitgemäßen, interaktiven Möglichkeiten und Services genutzt werden können. Die gedruckte Auflage sank auf 500 Exemplare pro Ausgabe und mit den eingesparten Kosten konnten viele Projekte und Initiativen des DSLV finanziell unterstützt werden. Aber vielleicht kommt es ja ganz anders und die Mitglieder wollen weiter das gedruckte Mitgliedermagazin des DSLV im Briefkasten finden. Möglicherweise legt 2028 die Post-Drohne das Magazin vor der Haustür ab. Es bleibt spannend.

Wie genau kann das DSLV Mitglied auf die digitale Ausgabe zugreifen und wie teilst Du dem DSLV Deine Entscheidung mit?
Das Highlight des SNOWSPORT digital ist die dazugehörige App. Du findest sie sowohl im App Store, als auch im Google Play Store und dem Amazon App Store. Die App heißt: SNOWSPORT digital, ist kostenfrei und auch die Ausgaben des Magazins SNOWSPORT kannst du dir kostenlos herunterladen. Nach dem Download ist jede Ausgabe offline verfügbar und somit auch im Zug, im Auto oder am Berg zu lesen. Wenn du von der App auf deinem Smartphone oder dem Tablet überzeugt bist, kannst du auf die Printausgabe verzichten, Ressourcen sparen und somit auch der Umwelt etwas Gutes tun. In deinem Benutzerkonto auf www.skilehrerverband.de, kannst du unter „Persönliche Daten ändern“, den entsprechenden Haken setzen und uns deine Entscheidung somit unkompliziert mitteilen.

Ausbildung zum Mountainbike Guide der DIMB

Die Deutsche Initiative Mountainbike – www.dimb.de
Die DIMB wurde 1991 von Mountainbiker/innen, Händlern und Herstellern als gemeinnütziger Verein gegründet und hat mittlerweile 80.000 Mitglieder. Das Ziel ist es, den umweltverträglichen MTB-Sport in all seinen Facetten zu fördern. 2004 wurde damit begonnen, für die noch junge Sportart MTB eine professionelle Ausbildung für Guides und Fahrtechniktrainer zu schaffen. Seitdem hat die DIMB über 5.000 Teilnehmer in den Lehrgängen begrüßt und ist damit der größte Anbieter für die professionelle Ausbildung im MTB Bereich.

DSLV Ski-, Snowboard-, Langlauf oder Telemarklehrer werden Mountainbike Guide und Fahrtechniktrainer
Jeder Schneesportlehrer, der bereits über eine Grundausbildung (Level 1) verfügt, kann leichter in die Spezialausbildung zum MTB Guide und/oder MTB Fahrtechniktrainer (Basiszertifikat Level 1) einsteigen. Die neue Koopertaion zwischen DSLV und DIMB macht dies möglich.

Weitere Informationen gibt es bei Nina Kurz (ausbildung@dimb.de) und online hier.

Ausbildung zum Wassersportlehrer des VDWS

Der Verband Deutscher Wassersportschulen – www.vdws.de
Der VDWS ist eine große Gemeinschaft von Windsurfern, Kitesurfern, SUP und Seglern, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Ob Schulbesitzer oder Instruktoren, alle haben das Ziel, optimale Dienstleistung zu erbringen. Der VDWS steht für ein aufeinander abgestimmtes System von Dienstleistungen rund um den Wassersport – insbesondere dem Windsport. Die Schwerpunkte der Tätigkeiten sind die Ausbildung von Wassersportinstruktoren, die Betreuung der Wassersportschulen, die Umsetzung hoher Qualitätsstandards in der Ausbildung sowie die Interessensvertretung von Wassersportlehrern und Wassersportschulen. Der VDWS zählt aktuell über 540 Wassersportstationen in 35 Ländern und mehr als 4.500 Wassersportlehrer, Schulbesitzer und Stationsleiter.

DSLV Schneesportlehrer werden Instruktoren im Windsurfen, Kitesurfen, Segeln Cat/Jolle und SUP
Schneesportlehrer sind durch ihre Ausbildung und ihre Vorerfahrungen geradezu prädestiniert, sich die „Tools“ zum Vermitteln von Wassersportarten schnell anzueignen und gute Wassersportlehrer zu werden.
Der VDWS hat mit dem DSLV eine Kooperation beschlossen, um Schneesportlehrern mit einer DSLV Qualifikation die Möglichkeit zu geben, ihre Ausbildungen anerkennen und/oder in VDWS-Lizenzen umschreiben zu lassen.
Die Instruktoren Lehrgänge werden speziell für Schneesportlehrer von 8 auf 6 Tage bzw. bei SUP von 4 auf 3 Tage reduziert, wobei von einer entsprechenden Vorerfahrung und pädagogischem Wissen der Teilnehmer ausgegangen wird.

Für weiteren Informationen stehen Dir Florian Krämer (fkraemer@vdws.de und Tom Backhaus (tbackhaus@vdws.de) zur Verfügung.

Outdoor Professional 365

Die Welt der Outdoor-Profis wächst zusammen

Einfacher Einstieg in andere Fachsportlehrer-Ausbidungen
Das neue Netzwerk „Outdoor Professional 365“ verbindet die professionellen Outdoorsportausbildungen der Mountainbike Guides, der Wassersportlehrer und der Schneesportlehrer. Wer als Mitglied der DIMB, des VDWS oder des DSLV den nächsten Schritt machen und gerne 365 Tage im Outdoorsport tätig sein möchte, findet bei den drei Verbänden das entsprechende Ausbildungsangebot. Wir freuen uns auf Euch.

Das ist die Grundidee, weshalb der Verband Deutscher Wassersportschulen (VDWS), die Deutsche Initiative Mountainbike (DIMB), die Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften an der TU München (TUM) sowie der DSLV eine intensivere Zusammenarbeit vereinbart haben. Die aufgeführten Verbände und die TU München vereinbaren einen erleichterten Zugang ihrer Mitglieder und Studenten zu den Ausbildungen der jeweiligen Kooperationspartner, um zusätzliche Berufsqualifikationen zu erwerben, dem Mangel an Fachkräften zu begegnen und eine ganzjährige Beschäftigung im sporttouristischen Umfeld zu ermöglichen. Ferner sollen die gewerblichen Schneesportschulen dabei unterstützt werden, ihre Angebote auf ein saisonübergreifendes Programm erweitern zu können.

Schneesportlehrer, Mountainbike Guides und Wassersport Instruktoren – sie alle sind draußen unterwegs und dabei bisher stark abhängig von den Jahreszeiten. Das soll sich nun ändern: die drei großen Verbände DSLV, DIMB und VDWS haben im Dezember 2019 eine intensivere Zusammenarbeit beschlossen und werden unter dem Dach von „Outdoor Professional 365“ Zusatzqualifikationen schaffen, die eine ganzjährige Beschäftigung ermöglichen. Begleitet wird das Projekt von der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften der Technischen Universität München, die aktuell die bayrischen Staatlich geprüften Fachsportlehrerausbildungen betreut. Es ist der TUM ein wichtiges Anliegen, Entwicklungen in den Outdoorsportarten mitzugestalten. „Diese Kooperation ist aus unserer Sicht zukunftsweisend, daher begleiten wir das sehr gerne und wollen unseren Beitrag zu einer hohen Qualität leisten“, so Dr. Andreas Thomann, Ausbildungsleiter an der TUM. Peter Hennekes, Hauptgeschäftsführer des DSLV, weist darauf hin, dass „damit auch die Personalnot der Betriebe gelindert wird“. Alle drei Branchen würden Lehrer, Trainer und Guides für ihr Geschäft suchen, so Hennekes. Thomas Weinhardt, 1. Vorsitzender des VDWS, stimmt dem zu: „Was liegt näher, als die bereits ausgebildeten Guides und Lehrer weiter zu qualifizieren, um sie über verlängerte Zeiträume zu beschäftigen oder ihnen zumindest zusätzliche Perspektiven zu eröffnen?“

Erste Erfahrungen lägen auch bereits vor, wie Mathias Marschner, Vorstand und Ausbildungsleiter bei der DIMB, berichten kann. Im Oktober 2019 fand die erste Zusatzqualifikation MTB im Vinschgau statt, welche von der DIMB in Kooperation mit dem VDWS inhaltlich geleitet wurde. „Das Feedback, dass wir erhalten haben, war durchweg positiv und alle Teilnehmer waren von der Qualität der Ausbildung begeistert,“ fasst er zusammen.

Die Rolle des Schneesportlehrer zum Thema Umwelt

Skifahrerinnen und Skifahrer gehen in die Berge um sich in der meist noch unberührten Natur vom Alltagsstress zu erholen. Manche suchen das Abenteuer fernab von Zivilisation und Alltag. Andere gehen nur für ein Wochenende und wollen möglichst viel Spaß.

Gerade der Skitourismus hängt hochgradig von einer intakten Bergumwelt ab, was diese umso mehr schützenswert macht. Langjährige Berggängerinnen und -gänger sind sich bewusst, dass sie sich in einer fragilen Landschaft bewegen, der man Sorge tragen muss um ihre Schönheit zu erhalten. Dabei werden jedoch regelmäßig Konflikte zwischen dem Umweltschutz und dem Tourismus sichtbar, sei es in einer Diskussion um den Transport zu und innerhalb von Skigebieten, die Erschließung neuer Gebiete durch neue Bahnanlagen, positive und negative Aspekte von Großprojekten wie z.B. den Olympischen Spielen oder aktuell die Sorge um das Abschmelzen der Gletscher durch den Klimawandel.

Wintersportler und hier insbesondere Lehrpersonen sind sich dieser Auswirkungen des Wintersportes auf die Umwelt meist bewusst, da sie oft selbst direkt betroffen sind.

Neben diesen sichtbaren Auswirkungen sind Wintersportler auch weniger sichtbaren, ja oft auch unsichtbaren, Umweltproblemen in Bergregionen ausgesetzt. Während der Klimawandel breit diskutiert wird, sind Forschungsresultate über die Auswirkungen von gewissen Substanyen völlig unklar. Hierzu zählen zum Beispiel Plastikabfälle und Mikroplastik sowie der Eintrag von Skiwachsen und Imprägnierungsmittel in die alpinen Ökosysteme.

Während Plastikabfälle, wenn sie auf der Piste und neben den Berghütten und -restaurants liegen, für jeden sichtbar sind, lässt sich Mikroplastik nur schwer feststellen, oft nur mittels Mikroskop. Die Problematik der Skiwachse und Imprägnierungsmittel entziehen sich sogar dem geübten Auge und sind gänzlich unsichtbar. Und was mit dem Plastikmüll passiert, wenn er von den Berghütten und -restaurants gesammelt wird oder unter der Schneedecke verschwindet, sehen die Wenigsten.
„Aus den Augen aus dem Sinn“ mag sich jetzt manch einer denken. Was in den vergangenen Jahrzehnten noch möglich war, ist aufgrund der steigenden Anzahl an Menschen, die es in die Berge zieht, und der damit einhergehenden größeren Abfallmengen und anderen Einträgen, nicht mehr haltbar. Niemand hat natürlich ein Interesse, Berge von Plastikabfällen in den Bergen zu sehen. Aber auch deswegen, weil die alpinen Ökosysteme durch den fortschreitenden Klimawandel in den nächsten Jahrzehnten zusätzlich stark belastet werden.

Dieser Abschnitt ist keine breite Abhandlung aller Probleme der Berg-umwelt, die das Skifahren verursacht. Vielmehr soll an einigen Beispielen exemplarisch die sichtbaren und unsichtbaren Auswirkungen des Skisports auf die Umwelt aufgezeigt werden, um das Bewusstsein vor allem der Skilehrerinnen und Skilehrer zu stärken. Denn erst wenn die Probleme bewusst wahrgenommen werden, können diese thematisiert und Handlungsspielräume aufgezeigt werden. Zuvor soll aber noch auf die besondere Rolle der Lehrpersonen eingegangen werden.

Die Rolle der Skilehrerinnen und Skilehrer
Skilehrerinnen und Skilehrer spielen sowohl als Vorbild als auch als Meinungsbildner im Umgang mit Umweltproblematiken eine entscheidende Rolle. Sie sind jedoch oftmals sichtbar und werden darum von Vielen mit der Liebe zur Natur und der Berge verbunden. Skilehrerinnen und Skilehrer sind natürlich keine Umweltpädagogen. Es ist auch nicht deren Aufgabe einfache Antworten auf komplexe Umweltprobleme zu bieten.

Dennoch haben Skilehrerinnen und Skilehrer die einzigartige Gelegenheit auf Probleme hinzuweisen, Gedanken anzustoßen, um so das Bewusstsein der Kunden zu stärken. Hierbei steht im Zentrum, dass die Berge als Lebensraum erfahrbar gemacht werden und diese als Sehnsuchts- und Rückzugsort für die kommenden Generationen erhalten werden.

Handlungsspielräume für Wintersportler und Skischulen

Plastikabfälle und Mikroplastik
Kunststoffe sind zu einem der weltweit am häufigsten verwendeten Materialien geworden. Gemäß einem Bericht der Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEP 2018), ist die weltweite Produktion von Kunststoffen seit 1950 um durchschnittlich 9% pro Jahr auf circa 300 Millionen Tonnen im Jahr 2016 gestiegen. Die Problematik der Kunststoffe, die in die Ozeane gelangen und dort die Ökosysteme schädigen, ist seit den 1970er Jahren bekannt. Die Forschung zu den Auswirkungen des Eintrags von Mikroplastikpartikel und Plastikabfällen in alpinen Regionen steckt jedoch noch in den Kinderschuhen.

Mikroplastik besteht aus kleinen Partikeln mit weniger als 5 mm Durchmesser. Diese künstlichen Partikel kommen weltweit in Gewässern, Straßen oder auch Hausstaub vor und kann sogar in entlegenen Bergregionen gefunden werden. Ihre Konzentrationen und Auswirkungen auf terrestrische Ökosysteme, vor allem in alpinen Regionen, sind jedoch noch kaum erforscht. Gemäß dem Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik gelangen rund 330 Tausend Tonnen in Deutschland pro Jahr in die Umwelt (Fraunhofer Institut 2019). Die drei größten Verursacher sind der Abrieb von Autoreifen, die Freisetzung bei der Abfallentsorgung und der Asphaltabrieb. In den Bergen kommt Mikroplastik vor allem über den Transport durch Niederschlagswasser und durch den Transport durch Winde in die Umwelt.

Handlungsspielräume im Bereich des Mikroplastik sind für Wintersportler vergleichsweise limitiert. In Europa bietet es sich an, falls möglich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen und gerade im Skigebiet auf das Auto zu verzichten. Dies trägt zu einer Verminderung des Reifen- und Asphaltabriebs, und somit des Eintrags von Mikroplastik, in den Bergregionen bei.

Kunststoffe als Makroplastik werden insbesondere durch Touristen in die alpinen Regionen gebracht oder dort als Verpackungsmaterial in den Umlauf gebracht. Der Plastikabfall dieser Kunststoffe wird nicht selten achtlos weggeworfen, oder muss in Berghütten und Restaurants mühsam gesammelt, rezykliert und in das Tal transportiert werden. Diese Praxis ist nicht nur kostenintensiv, sondern vor allem die Hauptursache für die Plastikverschmutzung der Bergregionen.

Gerade bei der Vermeidung von Plastikabfällen spielt jeder einzelne Wintersportler eine gewichtige Rolle, zum Beispiel im Verzicht auf Verpackungsmaterialien. Weiter sollte Plastikabfall von den Bergen ins Tal oder sogar ganz mit nach Hause genommen werden.

Handlungsspielräume für den Skifahrer ergeben sich hier insbesondere im Austausch von Plastik mit weniger problematischen Materialien (zum Beispiel eine Trinkflasche aus Aluminium). Skischulen können solche Handlungsvorschläge leicht in ihre Skischulprogramme aufnehmen (als Anstoß, zum Beispiel auf Plastikflaschen zu verzichten). Skilehrerinnen und Skilehrer können hier ebenfalls als Vorbild auftreten, wenn sie auf Plastik in der persönlichen Ausrüstung möglichst verzichten. Das Aufsammeln von sorglos fortgeworfenen Plastikabfällen auf der Piste kann zudem von Skilehrerinnen und Skilehrern spielerisch in den Unterricht aufgenommen werden.

Skiwachse und Imprägnierungen von Winterkleidung

Manche Skiwachse und Imprägnierungen von Winterkleidung bestehen teilweise aus fluorierten Verbindungen, sogenannten perfluorierten Kohlenwasserstoffen (PFCs). Die wasserabweisenden
Eigenschaften dieser Verbindungen sind gleichermaßen vorteilhaft für Funktionskleidung und die Präparierung von Skibelägen.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Gase und Partikel, die während der Imprägnierungs- und Wachsprozesse freigesetzt werden, vom Menschen aufgenommen werden und danach lange im Körper verbleiben. Es erfolgt sowohl ein Eintrag von PFCs in die Umwelt, ferner werden sie vom Körper des Skifahrers aufgenommen. PFCs sind persistent und verbleiben lange Zeit in Ökosystemen, bevor sie abgebaut werden. Obwohl wissenschaftlich noch nicht eindeutig bewiesen ist, welche Auswirkungen diese Chemikalien auf Menschen, Tier und Umwelt haben, ist es im Anbetracht des Vorsorgeprinzips und Aufgrund bereits bekannter problematischer
Eigenschaften sinnvoll, PFCs zu reduzieren. Bereits heute werden viele dieser Substanzen auf internationaler und nationaler Ebene reguliert und teilweise verboten (Stockholmer Übereinkommen 2019).

Handspielräume ergeben sich für Wintersportler bei der Auswahl der Funktionskleidung, dem Imprägnierungsmitteln und der Skiwachse. Viele Firmen, die Wachse und Skikleidung herstellen, setzen schon lange auf PFC-freie Alternativen und werben damit auf ihren Internetseiten. Manche Hersteller von Skiwachsen setzen sogar auf Produkte, die mit natürlichen Rohstoffen auf Sojabasis hergestellt werden.

Schlusswort

Die Handlungsempfehlungen, die in diesem Kapitel exemplarisch aufgezeigt wurden, sind selbstverständlich nicht von weisender Natur. Es ist jedem selbst überlassen, sich in den Bergen wie er oder sie will zu bewegen – natürlich mit dem notwendigen Respekt für Mensch und Umwelt und gemäß den geltenden Regeln. Jeder Wintersportler sollte sich jedoch ein Mindestmaß an Wissen aneignen, um die Berge so zu erhalten, wie wir sie gerne an unsere Kinder weitergeben wollen: als Ort der Entspannung und Erholung vom Alltag.

Weiterführende Literatur:
UNEP 2018: Morten W. Ryberg, Alexis Laurent, Michael Hauschild, Mapping of global plastics value chain and plastics losses to the environment – With a particular focus on marine environment (http://wedocs.unep.org/bitstream/handle/20.500.11822/26745/mapping_plastics.pdf)
Fraunhofer Institut 2018: Jürgen Bertling, Ralf Bertling, Leandra Hamann, Kunststoffe in der Umwelt: Mikro- und Makroplastik (https://www.umsicht.fraunhofer.de/content/dam/umsicht/de/dokumente/publikationen/2018/kunststoffe-id-umwelt-konsortialstudie-mikroplastik.pdf)
Stockholmer Übereinkommen 2019: http://chm.pops.int/Implementation/IndustrialPOPs/PFOS/Overview/tabid/5221/Default.aspx

Dein Winter. Dein Sport.  #careforfuture

Wintersport ist erlebnisreich, gesund, naturverträglich, anpassungsfähig, sozial gerecht, wirtschaftlich und effi zient. Der Wintersport erfüllt damit wichtige gesellschaftliche Aufgaben der Gegenwart und der Zukunft.

Um diese generationenübergreifenden Leistungen zu erhalten, müssen die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen in Bündnissen und Partnerschaften zusammenwirken.

Der Wintersport braucht einen engen Schulterschluss zwischen Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik. Mit Städten und Regionen, Tourismusdestinationen und Bergbahnen. Zwischen Sportorganisationen, Naturschutzverbänden, Unternehmen und Initiativen.

Und vor allem: Mit eigenverantwortlichen Programmen und Projekten!

Die Politik sollte Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Wintersport-Entwicklung schaff en. Im übergreifenden Dialog. Mit konkreten Fördermaßnahmen. Für eine nachhaltige Sportentwicklung in allen Handlungs- und Politikfeldern.

Bund, Länder und Kommunen sollten über ihre Strukturen und Programme den Anforderungen einer nachhaltigen Winter-sport-Entwicklung gerecht werden. Dabei gilt es, den Wintersport grundsätzlich bei relevanten Projektentwicklungen zu berücksichtigen, die Wintersport-Akteure aus dem öff entlichen Bereich und die Sportorganisationen frühzeitig zu beteiligen sowie gemeinsame Vorhaben und Kooperationen zu fördern.

Bildung und Wissenschaft sollten sich intensiver in einen kritisch-konstruktiven Dialog über nachhaltige Wintersport-Entwicklung einbringen. Dafür ist es notwendig, dass Hochschulen und Forschungseinrichtungen Angebote für die Wintersport-Ausbildung von Lehrer*innen und Sportwissenschaftler*innen bereitstellen und gleichzeitig stärker beratend wirksam werden.

Tourismusdestinationen sollten über entsprechende strategische Produkt- und Angebotsentwicklungen eine zukunftsfähige Entwicklung des Wintersports absichern.

Sportverbände, Sportlerinnen und Sportler sollten sich noch stärker für eine nachhaltige Gesellschaft und das Gemeinwohl engagieren. Umwelt-, Natur- und Klimaschutz müssen im Wintersport mehr Beachtung fi nden. Die Verbände sind aufgerufen, Nachhaltigkeitsstrategien mit messbaren Zielen und Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.

Naturschutz- und Umweltverbände sollten den Zugang zur Natur über Wintersport unterstützen. Strategische Partnerschaften unterstreichen den hohen Stellenwert des Sports als wichtiger Impulsgeber für eine nachhaltige Gesellschaft.

Sportartikelhersteller und Sportfachhandel sollten die Menschen in den Quell- und Zielgebieten unterstützen und ihre Rolle als emotionaler Motivator und Berater wahrnehmen. Das wachsende Bewusstsein um notwendige Veränderungen darf dabei nicht unterschätzt werden. Entsprechend sinnvoll ist es, sich frühzeitig für den Wandel einzusetzen und das kritische Umweltverhalten der Kunden positiv zu unterstützen.

Die Medien sollten Themen der nach-haltigen Sportentwicklung stärker in ihre Berichterstattung einbeziehen. Über möglichst alle analogen und digitalen Kommunikationskanäle und Plattformen gilt es, die positiven Aspekte des Wintersports in all seinen Facetten aufzuzeigen und seine Werte zu vermitteln: Natur, Bewegung, Gesundheit, Freundschaft, Tradition und Leidenschaft.

JETZT ist Zeit zu handeln!
Unser gemeinsames Ziel muss es sein, bei der Entwicklung des Wintersports eine faire Balance zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Anforderungen zu schaffen und alle Stakeholder der Branche zu integrieren!

Die Vielfalt des Winters

Anpassungsmaßnahmen zwischen natürlicher Variabilität und anthropogenem Klimawandel

Autoren: Kay Helfricht, Andrea Fischer, Lea Hartl, Marc Olefs

Zusammenfassung: Lufttemperatur, Niederschlag, die Höhe der Naturschneedecke und die Dauer der Naturschneebedeckung zeigen eine hohe statistische Variabilität, weichen also häufig und in beträchtlichem Ausmaß vom klimatischen Mittelwert ab. Vor allem zu Beginn der Saison im November und Dezember war ausreichend Naturschnee für den Skibetrieb über die letzten Jahre eher die Ausnahme. Durch den Einsatz von technischer Schneeerzeugung kann die Variabilität der Naturschneedecke zumindest teilweise ausgeglichen werden, denn die Wahrscheinlichkeit, dass zu Beginn der Saison beschneit werden kann, ist meist höher, als die Wahrscheinlichkeit für ausreichend Naturschnee.

Nach einer kurzen Einführung in die Variabilität des Winters stellen wir Ergebnisse einer detaillierten Studie über die Entwicklung von Bedingungen vor, welche eine technische Beschneiung zulassen. Eine Erweiterung dieser Studie auf bis 2050 möglichen Temperaturänderungen zeigt: wenn der Umgang mit der heutigen natürlichen Variabilität im Hinblick auf eine für den Saisonstart rechtzeitige Pistenpräperierung gelingt, ist man mittelfristig für einen Großteil der zukünftigen Winter gerüstet. Eine hundertprozentige Schneesicherheit ist jedoch weder im vergangenen noch im gegenwärtigen Klima erzielbar. Die Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels werden in Zukunft Auswirkungen auf die Ausbildung und Dauer der Naturschneedecke und damit auch auf die technische Schneeerzeugung haben.

Einführung
Der Winter 2017/18 war in den Alpen gefühlt kein schlechter. Wiederholte Schneefälle legten bereits im Dezember eine geschlossene Schneedecke bis in die Täler Österreichs. Und auch im Januar gab es zwischen überdurchschnittlich hohen Temperaturen, Tage mit ergiebigen Schneefällen. Gegenüber dem langjährigen Mittel zu kalt verlief die zweite Hälfte des Winters, was in Verbindung mit der vorhandenen Schneedecke ein wahres Wintermärchen zauberte. Objektiv verlief die zweite Winterhälfte aber auch nicht gerade typisch, da deutlich zu trocken. Ab Anfang Februar blieben Schneefälle fast gänzlich aus, und überdurchschnittliche Temperaturen ab April bescherten dem Winter auch in größeren Höhen ein schnelles Aus.

Der vergangene Winter ist nur einer von 30 Wintern, die es braucht, um das Klima zu beschreiben. Aus diesen Wintern werden Mittelwerte für Temperatur, Niederschlag und für weitere meteorologische
Parameter abgeleitet. Zur Klimastatistik gehört aber nicht nur der mittlere Zustand, sondern auch die beobachtete Streuung um diesen sowie die Minimalund Maximalwerte aus der dreißigjährigen Zeitreihe. Diese Kennwerte kann man für Jahreszeiten, für einzelne Monate,
aber auch für einzelne Tage berechnen. Setzt man die Streuung und die Extremwerte ins Verhältnis zum Mittelwert, so lässt sich die Variabilität beschreiben.

Eine solche Statistik findet sich für Österreich auf der Klima-Informationsseite der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/klima-aktuell.

Diese Variabilität beschäftigt auch die Skigebietsbetreiber, möchten sie doch verlässlich, rechtzeitig und durchgängig den Skibetrieb gewährleisten. Gerade zu Beginn des Winters entscheiden oft wenige Grad Celsius Lufttemperatur zwischen Schnee oder Regen, zwischen zu warm oder zu kalt für eine technische Beschneiung. Letztere ist zumindest auch möglich, wenn es ausreichend Minusgrade hat, der
natürliche Niederschlag aber ausbleibt. Wo und für wie lange die technische Beschneiung eine vernünftige Möglichkeit zur Sicherung des Skibetriebes ist, wurde in einer Studie, durchgeführt vom Institut
für Interdisziplinäre Gebirgsforschung (IGF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), Fachverband Seilbahnen und gefördert von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), genauer untersucht.

Die Variabilität des Winters
Betrachten wir aber zunächst die meteorologische Variabilität des Kernwinters, bestehend aus den Monaten Dezember, Januar und Februar anhand der Parameter Temperatur und Niederschlag. Diese können nicht nur zwischen den Jahren und innerhalb einer Saison stark variieren, sondern auch räumlich deutlich voneinander abweichen. In Abbildung (S. 8) sind die Abweichungen der Temperatur
gegenüber den Klimanormalwerten für zwei aufeinander folgende Winter in Österreich dargestellt. Während der Winter 2005/2006 für ganz Österreich um etwa 2 °C zu kalt ausfiel, war der Winter 2006/2007 um 3,5 °C wärmer als das langjährige Mittel aus dem Bezugszeitraum 1981–2010. Das heißt, die Wintermitteltemperatur
unterschied sich zwischen diesen zwei Wintern österreichweit nahezu einheitlich um 5,5 °C, bei einem Mittelwert im Bezugszeitraum von -2,1 °C.
Vergleichen wir die zwei vergangenen Winter (Abb. S. 8) so zeigt sich ein anderes Bild. Beide Winter haben eine recht einheitliche, über die Fläche Österreichs gemittelte Temperaturabweichung von etwa einem halben Grad Celsius, wobei jedoch die regionalen Unterschiede sehr ausgeprägt sind. Im Winter 2016/2017 zeigte die mittlere Temperatur positive Abweichungen im Hochgebirge und negative Abweichungen im Flachland. Das Bild der Temperaturabweichung des Winters 2017/2018 ist genau entgegengesetzt, mit zu kühlen Bedingungen im Bergland und einer positiven Temperaturabweichung im Osten Österreichs.
Aber nicht nur die Temperatur kann zwischen zwei Wintern stark variieren, auch der Niederschlag ist räumlich sowie zeitlich sehr variabel. Wiederum für die vergangenen zwei Kernwinter ist die Abweichung
des Niederschlages in Abb. S. 8 dargestellt. Während der Winter 2016/2017 flächendeckend deutlich zu trocken ausfiel, war der vergangene Winter regional, vor allem entlang des Alpenhauptkamms zwar recht schneereich, im Flächenmittel aber nur noch leicht überdurchschnittlich. Und in einzelne Regionen im Nordosten Österreichs ist nur mehr die Hälfte des mittleren Niederschlages gefallen.
Wollen wir etwas über den Verlauf des Winters wissen, dann sind saisonale Mittelwerte der meteorologischen Messgrößen allein nicht ausreichend. Zoomen wir noch etwas in den vergangenen Winter hinein, dann zeigt sich anhand der Tagesmittelwerte auch die Variabilität im Verlauf der Witterung. Der Kernwinter an der Station Innsbruck-Universität ist von anfangs leicht unterdurchschnittlichen Temperaturen geprägt, gefolgt von einem relativ warmen Januar und einem zu kühlen Februar. Während ein Großteil der Tagesmitteltemperaturen der Jahreszeit entsprach, gab es aber auch neue Tagesmaxima der Mitteltemperatur (8. und 9. Januar) und neue Temperaturminima (27. und 28. Februar). Selbst in nahezu durchschnittlichen Wintern kann es also zu positiven und negativen
Extremwerten der Tagesmitteltemperaturen kommen.

Anhand des akkumulierten Niederschlages sieht man, dass die für den Kernwinter stark positiven Abweichungen (Abb. S. 9) bereits in der ersten Winterhälfte zustande kamen, und ab Ende Januar der Winter sehr trocken verlief. Dabei fällt auf, dass die ergiebigen Niederschläge stets mit etwas erhöhten Temperaturen gegenüber dem Mittel auftraten.

Die hier genannten Beispiele zeigen einen kleinen Ausschnitt der hohen zeitlichen und räumlichen Variabilität des Winters. Wie die Temperatur und der Niederschlag im Kernwinter, zeigt auch die Höhe der Naturschneedecke und die Dauer der Naturschneebedeckung eine hohe statistische Variabilität. Es gibt immer wieder Jahre, in denen viel Schnee liegen bleibt, und andere, in denen die Niederschläge ausbleiben oder Tauwetter die Schneebedeckung stark reduziert. Hier sind nochmals die zwei vergangenen Winter zu nennen. Im Winter 2016/2017 lag besonders wenig Schnee am Nordrand der Alpen, im Winter 2017/2018 wurden hingegen bemerkenswert hohe Schneemengen verzeichnet. Grund dafür waren die speziellen Strömungsmuster der Luftmassen in den zwei verschiedenen Wintern.

Ebenfalls entscheidend für die Ausbildung der Schneedecke bleibt, dass der nötige Niederschlag auch auf entsprechend kalte Temperaturen trifft. Die Höhenlage dieses sensiblen Bereiches des Übergangs von Regen zu Schnee wird Schneefallgrenze genannt. Diese ist in Österreich seit 1980 gestiegen (APCC 2014). Davon betroffen sind besonders die Randmonate des Winters, in denen es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gerade noch regnet oder bereits schneit.
Bereits jetzt ist vor allem zu Beginn der Skisaison (November/Dezember) in mittleren Gebirgslagen zwischen 1000 und 2000 m häufig kaum ausreichend Naturschnee für den Skibetrieb vorhanden. Und gerade in diesem Höhenbereich ist mit einem weiteren Rückgang der natürlichen Schneebedeckung zu rechnen (APCC 2014). Im Gegensatz zur Wahrscheinlichkeit für ausreichend Naturschnee ist die Wahrscheinlichkeit, dass zu in diesem Zeitraum beschneit werden kann, meist höher.
Es stellt sich also die Frage, ob die Variabilität der Naturschneedecke besonders zu Beginn der Skisaison durch den Einsatz von technischer Beschneiung zumindest teilweise ausgeglichen werden kann, und ob dies auch in Zukunft noch möglich sein wird.

Änderung der potenziellen Schneitage
Sowohl die Bedingungen für die Beschneiung als auch die Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Schneedecke steigen zu Beginn der Saison rasch an und fallen am Ende ebenso rasch wieder ab. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit für eine potentielle Beschneiung in den ersten Wintermonaten stets höher als die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Schneedecke.
Die durchschnittliche Anzahl der Schneitage pro Saison an den untersuchten Standorten liegt zwischen 200 Tagen auf 3109 m Seehöhe und 23 Tagen auf 267 m Seehöhe. In den letzten 20 Jahren gab es an fast allen Stationen im Mittel weniger Schneitage als in den 20 Jahren davor. Der Mittelwert sank um 9 Tage auf 86 Schneitage pro Saison. Dabei änderte sich die Anzahl der Schneitage für Stationen unter 1000 m wenig, da diese Zahl vergleichsweise niedrig und generell sehr variabel ist. Die stärksten Änderungen der Beschneizeiten traten in mittleren Höhenlagen auf. Die mittlere Änderung der Schneitage pro Saison für Stationen über 1000 m Seehöhe beträgt 15 Tage.

Wie einführend erwähnt, interessiert vor allem der Beginn der Skisaison, je nach Höhenlage von November bis Dezember. Für die Periode 1994/95-2014/15 ist im Mittel die Beschneiung im November an 10 Tagen möglich. Im Dezember ist die Beschneiung im Mittel an 18 Tagen möglich. Die mittlere Anzahl der Schneitage im Dezember liegt zwischen 31 Tagen an der höchsten und 6 Tagen an der niedrigsten
Station.
Generell zeigt sich, dass sich – gemittelt über alle Stationen – die Anzahl an potentiellen Schneitagen im Dezember am stärksten ändert. Die größten Änderungen der Beschneizeiten treten dabei in mittleren Höhenlagen auf. Dies hängt zum einen damit zusammen, dass an diesen Stationen die Anzahl der Schneitage im November noch gering ist. Zum anderen stehen im Dezember statistisch zwar mehr Tage zur Beschneiung zur Verfügung diese weisen aber Feuchttemperaturen nur knapp unter der Grenze von -2 °C auf. Eine geringe Erwärmung hat hier also eine große Auswirkung.

Hingegen änderten sich die Beschneizeiten in höheren Lagen (~3000 m) und tiefen Lagen (unter 1000 m) nicht signifikant. Diese auf den ersten Blick erstaunlich wirkende Tatsache für tiefe Lagen erklärt sich daraus, dass sich hier öfter Inversionen bilden und die Tage, an denen man beschneien kann, in sehr tiefen Lagen schon Extremwerte darstellen, deren statistisches Auftreten sich offensichtlich trotz Verschiebung des Mittelwerts nicht geändert hat. An sehr hoch gelegenen Stationen ist eine Reduzierung an Schneitagen im Oktober und November zu sehen, während die Bedingungen im Dezember weiterhin eine Beschneiung mit hoher Wahrscheinlichkeit zulassen.

Die Zukunft
Um eine grobe Abschätzung möglicher zukünftiger Entwicklungen in der Anzahl potentieller Schneitage zu erlauben, wurde ermittelt, wie sich die Beschneizeiten an den verschiedenen Standorten bei erhöhten Mitteltemperaturen, aber gleichem Witterungsverlauf verändern könnten. Hierzu wurde der mittlere Feuchttemperaturverlauf der letzten 20 Jahre (1994/95–2013/14) mit um 1 °C bzw. 1,8 °C erhöhter Lufttemperatur neu berechnet. Diese Werte entsprechen den Ergebnissen von Modellrechnungen für die Temperaturerhöhung des Temperaturmittels im Alpenraum bis 2030 bzw. bis 2050.

Geht man davon aus, dass drei Tage benötigt werden, um eine Grundbeschneiung zu gewährleisten, ist an den meisten Stationen, an denen heute in der Regel bereits vor Weihnachten beschneit werden kann, auch bis 2030 im Mittel eine Beschneiung vor Weihnachten möglich. Bei einer Temperaturerhöhung von 1,8°C nimmt die Wahrscheinlichkeit, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt der Saison beschneit werden kann, an allen Stationen ab.

Aufgrund der in den nächsten Jahren im Vergleich zum Ende des Jahrhunderts vermutlich moderaten Erwärmung werden die Auswirkungen des Klimawandels bis 2050 auf Beschneizeiten im Vergleich zur natürlichen Variabilität der Schneedecke gering sein. Die Bandbreite zwischen Minimum und Maximum der Feuchttemperatur in der Vergangenheit ist in jedem Fall deutlich größer als die in den nächsten 20 Jahren zu erwartende Erhöhung der mittleren Lufttemperatur. Änderungen der Luftfeuchte in der Zukunft sind unbekannt.

Dennoch ist mit einem weiteren Temperaturanstieg auch ein Anstieg der jetzigen Temperaturextreme wahrscheinlich. Diese stellen neue Herausforderungen vor allem an niedriger gelegene Skigebiete. Denn
zum einen nimmt mit einer Temperaturerhöhung die Wahrscheinlichkeit, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt der Saison beschneit werden kann, ab. Zum anderen ist es wahrscheinlicher, dass bereits technisch erzeugter Schnee aufgrund zu hoher Temperaturen wieder schmilzt.

Zusammenfassung
Die Variabilität im Klima des Winters ist groß. Wo bereits jetzt der Einsatz von technischer Beschneiung nötig ist, gewinnt auch die Frage nach der Klimasensibilität der Beschneiung an Bedeutung. In der vorliegenden Arbeit wurden deshalb die Zeiten, in denen die Witterungsbedingungen technische Schneeerzeugung zulassen, für die letzten Jahrzehnte berechnet und die zeitlichen Änderungen analysiert.
Die Witterungsbedingungen im Gebirge können sich auf kleinem Raum stark unterscheiden, daher sind die vorliegenden Ergebnisse streng genommen nur für den Messstandort gültig. Detaillierte Studien zum Mikroklima in Skigebieten wären nötig, um die hier sehr generell gehaltenen Ergebnisse auf die Skala eines ganzen Skigebietes, einer Piste oder eines einzelnen Hanges zu projizieren.

Mit Blick auf die eingangs genannte Variabilität der Winter sind Aussagen über eine Verschiebung des Mittelwertes der Schneehöhe, der Schneedeckendauer oder Beschneizeiten generell sicherer als Aussagen über das Vorkommen von Jahren mit extrem wenig oder viel Schnee. Wie bisher werden auch in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit Winter mit wenig Naturschnee und schlechten Beschneibedingungen auftreten. Ebenso wird es Winter geben, welche ausreichend Naturschnee oder potentielle Beschneizeiten aufgrund günstiger Witterung auch für Skigebiete in Mittelgebirgslagen bringen. Man kann also nicht, wie manchmal aus sehr stark vereinfachten Annahmen abgeleitet wird, davon ausgehen, dass im Zuge eines Klimawandels Skifahren in niedrigen Lagen nicht mehr möglich sein wird. Klimawandel ist besonders auf kleinen räumlichen Skalen komplexer als das einfache Verschieben von Höhenzonen, und die Bandbreite möglicher zukünftiger Klimazustände ist umso größer, je kleiner die räumliche und zeitliche Skala ist, die betrachtet wird und je weiter man in die Zukunft rechnet.

Neben mit dem Klimawandel zusammenhängenden Parametern wie Temperatur, Feuchtigkeit, Schneehöhe spielen auch demographische, sozioökonomische und politische Entwicklungen für die zukünftige Entwicklung des Wintertourismus eine Rolle, ebenso wie Verkehr, Energiekosten und Freizeitverhalten (Fischer et al. 2011). Es ist nicht absehbar, welche dieser Faktoren in welchem zukünftigen Zeitraum für die wirtschaftliche Rentabilität einzelner Skigebiete die größte Rolle spielen werden. Schon jetzt sind es nicht nur kosten- und energieintensive technische Maßnahmen, sondern auch die ökonomischen Rahmenbedingungen, die die Resilienz von Betrieben auch in schneearmen Jahren bedingen. Die technische Erzeugung von Schnee ist da nur eine Methode zur Sicherung des Skigebietbetriebs.
Durch den Einsatz von technischer Beschneiung kann aber die Variabilität der Naturschneedecke besonders zu Beginn der Skisaison zumindest teilweise ausgeglichen werden. Gelingt der Umgang mit der heute beobachteten Variabilität zu Beginn des Winters, ist man mittelfristig für einen Saisonstart im Dezember sowie einen Großteil der Kernwinter gerüstet. Eine hundertprozentige Schneesicherheit ist jedoch weder im vergangenen, noch ist sie im gegenwärtigen Klima erzielbar. Die Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels werden auch in Zukunft Auswirkungen auf die Ausbildung und Dauer der Naturschneedecke und damit auch auf die technische Schneeerzeugung haben.

Abbildung:
Abweichungen der Mitteltemperaturen für den Kernwinter (Dezember, Januar, Februar) der Jahre 2005/2006 und 2007/2008 (oben), sowie der Jahre 2016/2017 und 2017/2018 (Mitte). Die Abweichungen beziehen sich auf Mittelwerte im Bezugszeitraum 1981–2010. Relativer Anteil des Niederschlags für den Kernwinter (Dezember, Januar, Februar) der Jahre 2016/2017 und 2017/2018 (unten) gegenüber dem Niederschlag im Bezugszeitraum 1981-2010. Abbildungen von https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/klima-aktuell powered by ZAMG data + cyLEDGE skills.

 

 

Verfasser:
PhD Kay Helfricht
Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung
Innsbruck (IGF), Österreichische Akademie der
Wissenschaften (ÖAW)

Dr. Andrea Fischer
Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung
Innsbruck (IGF), Österreichische Akademie der
Wissenschaften (ÖAW)

Lea Hartl
University of Alaska, Fairbanks (UAF)

Dr. Marc Olefs
Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), Abteilung Klimaforschung


Literatur- und Quellenangaben

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APCC (2014). Österreichischer Sachstandsbericht Klimawandel 2014 (AAR14). Austrian Panel on Climate Change (APCC), Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.Wien. Österreich. 1096 Seiten. ISBN 978–3–7001–7699–2
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Lea Hartl, Andrea Fischer (2015). Beschneiungsklimatologie – Endbericht. Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 1039 pp, https://doi.org/10.2312/Beschneiungsklimatologie_EB_2015
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Lea Hartl, Andrea Fischer, Marc Olefs (2018): Analysis of past changes in wet bulb temperature in relation to snow making conditions based on long term observations Austria and Germany. Global and Planetary Change. 167. S. 123–136, https://doi.org/10.1016/j.gloplacha.2018.05.011
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Andrea Fischer, Marc Olefs, Jakob Abermann (2011). Glaciers, snow and ski tourism in Austria‘s changing climate. Annals of Glaciology. 52/58, S. 89–96
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Marc Olefs, Andrea Fischer, Joseph Lang (2010). Boundary conditions for artificial snow production in the Austrian Alps

Was ist mit dem Schnee von morgen?

Expertenforum Klima.Schnee.Sport

Gedanken zu Klimawandel und Bergsport in den kommenden Jahrzehnten
Themenbereich: Skisport und Umwelt
Verfasser:
Prof. Dr. Hans Peter Schmid
KIT-Campus Alpin, Institut für Meteorologie
und Klimaforschung, Garmisch-Partenkirchen und TU München
Prof. Dr. Harald Kunstmann
IKIT-Campus Alpin, Institut für Meteorologie
und Klimaforschung, Garmisch-Partenkirchen und Universität Augsburg
Dr. Michael Warscher
Universität Innsbruck, Institut für Geographie

 

Der Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel gehören zu den großen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Dabei ist der Klimawandel für den Wintersport in seiner touristischen und spitzensportlichen Ausprägung unauflöslich verbunden mit veränderten Rahmenbedingungen und Unsicherheiten. Trotz Fortschritten bei der Klimaforschung bleiben offene Fragen insbesondere bei den zu erwartenden Entwicklungen auf regionaler Ebene.
Die Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS), das Karlsruher Institute of Technology (Institute of Meteorology and Climate Research) und die Deutsche Sporthochschule (Institute of Outdoor Sports and Environmental Science) veranstaltete am 1./2. Oktober 2018 auf der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus/Zugspitze und am 15./16. Januar 2019 in Ruhpolding ein länderübergreifendes Expertenhearing „Klima.Schnee. Sport“ zu den Perspektiven des Schneesports im Zeichen des globalen Klimawandels.
Insgesamt haben über 20 Fachwissenschaftler aus 14 Einrichtungen mitgewirkt und so dazu beigetragen, erstmals den aktuellen Forschungsstand in Form eines Positionspapiers und wissenschaftlichen Beiträgen in der Fachzeitschrift FdSnow, Heft 53 in einem lesenswerten Überblick zu präsentieren. Unser Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen für die Bereitschaft zur konstruktiven, offenen Diskussion und zur Formulierung von gemeinsamen Positionen und Handlungsstrategien.
Alle Ergebnisse finden sie unter www.stiftung.ski.

Prof. Dr. Ralf Roth

Klimawandel: globales Phänomen mit regionalen Ausprägungen – Risiken und Chancen

In den Medien taucht das Thema „Klimawandel“ meist dann auf, wenn das Wetter verrücktspielt. Der Winter 2017/18 war typisch dafür: in den Nord- und Westalpen lag außergewöhnlich früh viel Schnee, teilweise bis in tiefe Lagen und der Skibetrieb konnte vielerorts früher als sonst starten. Im Spätwinter gab es sogar Kälterekorde, dank dem stabilen Hochdruckgebiet „Hartmut“ über Skandinavien1. Auf der Zugspitze (2964 m ü. M.) verzeichnete die Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD2) am Abend des 26. Februar -30,4 °C, die kälteste dort je gemessene Temperatur für diese Jahreszeit. Von Februar bis Ende April lagen im Skigebiet Zugspitze rund 4 m Naturschnee, deutlich mehr und länger als in den meisten der letzten Jahre.3 In den Zentralalpen lag zeitweise so viel Schnee, dass großflächig die höchste Lawinenwarnstufe (5) ausgerufen wurde und einige Täler (Zermatt, Saas) über mehrere Tage nicht zugänglich waren. In der Öffentlichkeit wurde die Frage gestellt, wie denn ein solcher Schneewinter mit dem Klimawandel in Einklang zu bringen sei. Negierer des Klimawandels sahen den Schneewinter 2018 als Beweis, dass der Klimawandel nicht stattfindet.
Allerdings stellte sich der Schneewinter 2018 als ein regionales Phänomen heraus, das zudem auch zeitlich stark begrenzt war. Die Messungen des DWD zeigen, dass der meteorologische Winter (Dezember, Januar, Februar) 2017/18 deutschlandweit 1,2 °C wärmer war als der langjährige Durschnitt (30 Jahre). Einerseits fiel 9 % mehr Niederschlag, andererseits herrschte 10 % mehr Sonnenschein als im Mittel. Wie ist dies möglich? Durch eine Abfolge von relativ lange stabilen und gegensätzlichen Witterungsperioden. Dezember (2017) und Januar (2018) waren vergleichsweise mild und nass. Dafür wurde der Februar außergewöhnlich kalt. Landesweit wurde eine Durchschnittstemperatur von -1,7 °C gemessen, also deutlich unter dem langjährigen Mittel von +0,4 °C. Der März war danach auch noch etwas kälter als der Durchschnitt, aber bereits im April kippte die Lage wieder und es entwickelte sich der Rekordsommer 2018 mit anhaltender Dürre und Hitze besonders in Norddeutschland und Skandinavien. Global zeichnet sich ab, dass das Jahr 2018 wohl das viertwärmste je gemessene war (die Plätze 1 bis 3 gehen an 2016, 2015 und 2017).
Als regional ausgeprägter und außergewöhnlicher Winter ist der Winter 2017/18 symptomatisch für die Entwicklung, die im Klimawandel zunehmend erwartet wird: ein langsamer aber eindeutiger Trend zu höheren Temperaturen, aber nicht als gleichmäßige Erwärmung, sondern mit tendenziell immer stärker ausgeprägten und extremeren Auswüchsen der Witterung4 (zu warm, zu trocken, zu nass, zu kalt). Wir erwarten auch, dass solche Auswüchse nicht nur stärker werden und öfter auftreten, sondern dass sie auch persistenter werden.

Für den Schneesport bedeutet eine solche Entwicklung einerseits, dass „normale“ Winter seltener werden, dass viel öfter entweder völlig „verpfuschte“ und nasse oder umgekehrt kalte und langwährende Winter auftreten. Wird im Schneesport der Einsatz von Ressourcen (Material, Energie, Arbeitskräfte) für einen „Normalwinter“ geplant, bedeutet dies zukünftig häufiger, dass eine Fehlplanung droht mit entsprechendem Mehraufwand oder finanziellen Verlusten. Andererseits bedeutet die zunehmende Persistenz der Witterung auch, dass öfter ein Großteil der Saison in ähnlicher Weise betroffen sein wird (und es besteht die Hoffnung, dass der grobe Verlauf der Witterung einer Saison und Region besser vorhergesagt werden kann). Dieser letzte Aspekt birgt auch Chancen: mehr Planungssicherheit, um je nach Lage alternative Saison-Pläne in die Umsetzung führen zu können. Voraussetzung ist dabei natürlich, dass machbare Alternativpläne vorliegen und auf realistische Szenarien der zu erwartenden Witterung abgestimmt sind.

Klimawandel bringt häufigere und persistentere Witterungsextreme
Worauf begründet sich die Erwartung, dass der Klimawandel vermehrt und langanhaltende Witterungsextreme mit sich bringen wird?

Schon seit mindestens 40 Jahren zeigt sich, dass die Erwärmung in der Arktis am stärksten fortschreitet, verstärkt durch die rasant abnehmende Ausdehnung des Meereises im Arktischen Ozean. Dadurch vermindert sich tendenziell der Temperaturunterschied zwischen den mittleren Durchschnittstemperatur von -1,7 °C gemessen, also deutlich unter dem langjährigen Mittel von +0,4 °C. Der März war danach auch noch etwas kälter als der Durchschnitt, aber bereits im April kippte die Lage wieder und es entwickelte sich der Rekordsommer 2018 mit anhaltender Dürre und Hitze besonders in Norddeutschland und Skandinavien. Global zeichnet sich ab, dass das Jahr 2018 wohl das viertwärmste je gemessene war (die Plätze 1 bis 3 gehen an 2016, 2015 und 2017).
Als regional ausgeprägter und außergewöhnlicher Winter ist der Winter 2017/18 symptomatisch für die Entwicklung, die im Klimawandel zunehmend erwartet wird: ein langsamer aber eindeutiger Trend zu höheren Temperaturen, aber nicht als gleichmäßige Erwärmung, sondern mit tendenziell immer stärker ausgeprägten und extremeren Auswüchsen Breiten und der Polarregion. Dieser Temperaturgradient ist aber für das Luftdruckgefälle (im oberen Teil der Troposphäre) zur Polregion hin verantwortlich, was wiederum zur Ausbildung des Jetstreams führt. Der Jetstream ist ein Band von oft sehr starken Winden (bis ca. 500 km/h), das sich im Gegenuhrzeigersinn (also ostwärts) mäandrierend oder wellenartig um den Nordpol bewegt, meist irgendwo zwischen dem 40. und dem 75. Breitengrad.

Der Jetstream wirkt quasi als Organisator der Wetterverhältnisse in den mittleren Breiten. Seine Mäander (oder Rossby Wellen) bringen die Abfolge von Hoch- und Tiefdruckgebieten mit sich, die in Europa meist das Wettergeschehen dominieren. Ist der Jetstream stark, sind die Wellenausschläge relativ schmal und die Wellen bewegen sich rasch von West nach Ost. Das Wetter ist dann eher wechselhaft und von westlichen Winden geprägt. Bei schwachem Jetstream können die Wellnausschläge (nach Norden und Süden) stark wachsen und die Wellenberge und -senken können sogar über längere Zeit stationär bleiben. Dies kann (bei einem stationären Hoch über Skandinavien, einer sog. Omegalage5) zu langanhaltender „russischer“ Kälte führen, mit schwachen, aber eisigen nordöstlichen Winden, wie im Februar 2018. Eine ähnliche Omegalage ab April bis Juni 2018 führte kurz danach zur bekannten Hitzewelle nördlich der Alpen. In beiden Fällen war der Jetstream zu schwach, um mit seiner allgemeinen Westdrift den Aufbau von stationären Hochs zu verhindern.
Die allgemeine Beobachtung, dass sich die Arktis deutlich schneller erwärmt als das globale Mittel6, wird in Modellrechnungen bestätigt und im anthropogenen Klimawandel entsprechend prognostiziert (Mann et al. 2017). Die Folge ist, dass wir eine fortlaufende Abschwächung des Jetstreams erwarten müssen mit verstärkter Tendenz zu saisonal prägenden Extremwitterungsereignissen.

Verstärkung des Erwärmungstrends in den Alpen: Der Schnee von morgen
Nicht nur die Polargebiete sind einer verstärkten Erwärmung im Klimawandel unterworfen, sondern auch Bergreginen erwärmen sich generell schneller als das globale Mittel (Pepin et al. 2015). Seit 1900 beträgt der gemessene Temperaturanstieg global 1,1 °C und 1,5 °C in Europa7. Im Alpenbereich betrug der Temperaturanstieg über die gleiche Zeit aber schon 2,3 °C. Dies identifiziert den Alpenraum als klimasensitive Region: der Klimawandel ist gegenüber dem globalen Mittel verstärkt.

Hochaufgelöste regionale Klimamodellierungen am Institut für Meteorologie und Klimaforschung, KIT-Campus Alpin in Garmisch-Partenkirchen (z. B. Kunstmann et al. 2004; Kunstmann et al. 2018; Wagner et al. 2013) zeigen an, dass die größte Erwärmung im Gebiet der bayerischen Alpen und Voralpen im Spätwinter zu erwarten ist bis Mitte des 21. Jhdt. (Abb. 1). Die Veränderungen im Niederschlag betreffen mehr die saisonale Verteilung als das Jahrestotal. Abb. 2 zeigt, dass etwa gleichzeitig mit der größten Erwärmung im Spätwinter auch eine Erhöhung des Niederschlages zu erwarten ist. In tieferen bis mittleren Lagen (ca. unter 1500 m ü. M.) bedeutet dies naheliegend, dass der erhöhte Niederschlag vermehrt als Regen und nicht als Schnee ankommt. Aber in Höhenlagen ab ca. 1500 m ü. M. kann diese Kombination verlängerte und schneereiche Spätwinter bewirken. Wie weit sich eine solche für den Schneesport recht günstigen Entwicklung in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts fortsetzen kann, ist allerdings fraglich. Ob im Spätwinter in diesen Höhenlagen verstärkt Schnee fällt, hängt ab vom Wettlauf zwischen Niederschlagsverlagerung und Temperaturerhöhung.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass die langfristigen Klimawandel-Trends in allen Phasen des Winters von den starken saisonalen Witterungsschwankungen aufgrund der Schwächung des Jestreams überlagert werden. In Abb. 3 ist dies exemplarisch für die Januartemperaturen im bayerischen Alpen- und Voralpengebiet dargestellt.

Die Graphik zeigt den Verlauf der Januartemperaturen für die Zeitperiode 2021–2050; im Vergleich zur historischen Periode 1971–2000. Die mittlere Januartemperatur scheint sich zwischen den zwei 30-Jahres Zeitscheiben nicht wesentlich zu unterscheiden im Vergleich mit der Variabilität von Jahr zu Jahr. Es fällt aber auf, dass die projektierte Variabilität (jeweils gemittelt über den ganzen Monat Januar) in der Periode 2021–2050 deutlich grösser ist als noch 50 Jahre vorher. Es werden auch weiterhin sehr kalte Winter möglich sein, wenn auch mit geringerer Häufigkeit.

Ein ähnliches Bild resultiert auch aus einer detaillierten Studie über die zukünftige Entwicklung der natürlichen Schneedecke im Nationalpark Berchtegadenerland (Warscher 2015, Warscher et al. 2013).

Abb. 4 zeigt die Veränderung der natürlichen Schneebedeckungsdauer für jeden Modellgitterpunkt im Nationalpark Berchtesgadenerland in Abhängigkeit zur Höhenlage des jeweiligen Gitterpunktes. Auf der linken Seite ist die absolute Veränderung aufgezeichnet. Alle Werte zeigen eine Verkürzung der Schneebedeckungsperiode an, und nur wenige Punkte zeigen eine Verkürzung von weniger als 10 Tagen. Die größte absolute Verkürzung (rund 15–25 Tage) ist in der Höhenstufe von 800–1200 m ü. M. zu erwarten. Unterhalb dieser Höhenstufe sind die Schneebedeckungsperioden bereits so kurz, dass sie sich nicht mehr deutlich verkürzen können, aber andererseits wirken sich Omegalagen wie im Februar 2018 oft bis ins Flachland aus. Die rechte Seite von Abb. 4 zeigt dieselben Resultate als relative Werte der Verkürzung im Verhältnis zur Länge der Schneebedeckungsperiode. Es wird deutlich, dass die relative Veränderung ungefähr linear zunimmt bis auf eine Höhenstufe von rund 1500 m ü. M. Oberhalb dieser Höhe sind die projektierten Veränderungen bis zur Mitte des Jahrhunderts gering (unter 10 %) und zeigen keine Höhenabhängigkeit.


Schneesport von morgen?

Bezogen auf den Schneesport vermitteln diese Modellresultate vordergründig eine klare Botschaft. Gebiete mit Höhenlagen über 1500 m ü. M. können auch bis über die Mitte des Jahrhunderts hinaus mit einer nur geringfügig verkürzten Periode der natürlichen Schneebedeckung rechnen. Dies muss allerdings unter dem Vorbehalt von häufigeren saisonalen Witterungsextremen gesehen werden: auch wenn die Länge der Schneeperiode ungefähr gleich bleibt, muss mit großer Variabilität des Zeitpunktes (Früh-, Hoch-, Spätwinter) der Schneeperiode gerechnet werden.
Für Schneesportgebiete unter 1500 m ü. M. wird eine persistente natürliche Schneedecke zunehmend zum Ausnahmefall. Durch technisches Schneemanagement (Schneefarming und Beschneiung) kann diese Entwicklung wohl teilweise abgefangen oder verzögert werden. Allerdings bringen die häufigeren Witterungsextreme (nicht nur Kälteeinbrüche, sondern auch warmnasse Perioden) erhebliche Risiken mit sich, ob sich dafür notwendige Investitionen als wirtschaftlich erweisen werden. Der von den Modellen projektierte Trend zu besonders starker Erwärmung im Spätwinter verschärft die Situation in niederen Lagen zusätzlich.
Eingangs wurde darauf hingewiesen, dass die größere Persistenz von Witterungslagen (hoffentlich in Kombination mit Fortschritten in saisonalen Vorhersagen) zu größerer Planungssicherheit führen kann. Dies kann sich durchaus zu einer Chance für den gesamten Wintersport, ob auf Schnee oder Alternativen dazu, entwickeln. Eines ist aber in jedem Fall klar: Klimawandel verlangt Bereitschaft zu Veränderung in der Wintersportindustrie. Wer morgen Alternativen zum Standard von gestern bereit hält, wird sich die Zukunft sichern.
Die Hoffnung auf einen langen, stabilen und schneereichen Winter stirbt allerdings zuletzt – jedes Jahr von neuem!

Literatur- und Quellenangaben
H. Kunstmann et al. (2004). Impact analysis of climate change for an Alpine catchment using high resolution dynamic downscaling of ECHAM4 time slices. Hydrology and Earth System Sciences, 8(6), S. 1030–1044
H. Kunstmann et al. (April 2018). Very High Resolution Regional Climate Si¬mulations for Germany and the Alpine Space: Optimized Model Setup, Perfomance in High Mountain Areas and Expected Future Climate. In EGU General Assembly Conference Abstracts (Vol. 20, p. 8505)
M. E. Mann et al. (2017). Influence of anthropogenic climate change on planetary wave resonance and extreme wea¬ther events. Scientific Reports, 7, 45242
I. Ott et al. (2013). Highresolution climate change impact analysis on medium-sized river catchments in Germany: an ensemble assessment. Journal of Hydrometeorology, 14 (4), S. 1175–1193
N. Pepin et al. (2015). Elevation-dependent warming in mountain regions of the world. Nature Climate Change, 5 (5), S. 424
G. Smiatek et al. (2009). Precipitation and temperature statistics in high resolution regional climate models: Evaluation for the European Alps. Journal of Geophysical Research: Atmospheres, 114 (D19)
S. Wagner et al. (2013). High resolution regional climate model simulations for Germany: part II – projected climate changes. Climate Dynamics, 40 (1–2), S. 415–427
M. Warscher (2015). Performance of Complex Snow Cover Descriptions in a Distributed Hydrological Model System and Simulation of Future Snow Cover and Discharge Characteristics: A Case Study for the High Alpine Terrain of the Berchtesgaden Alps. Ph.D. Thesis, University of Augsburg. 162pp. https://opus.bibliothek.uni-augsburg.de/opus4/3283
M. Warscher et al. (2013). Performance of complex snow cover descriptions in a distributed hydrological model system: A case study for the high Alpine terrain of the Berchtesgaden Alps. Water Resources Research, 49 (5), S. 2619–2637

FIS-REGELN

Was für den Autofahrer die Straßenverkehrsordnung, das sind die FIS-Regeln für den Schneesportler.

Du hast sie sicher schon an einer Liftkasse oder beim Anstehen an einer Liftstation gesehen. Sie sind mit einem Sibirischen Tiger illustriert. Die wenigsten werden sie aber bewusst durchgelesen haben. Doch erst dann verinnerlicht man, wie wertvoll es ist, sich mit ihnen näher zu beschäftigen. Sie vermitteln ein hohes Maß an Sicherheits- und Verhaltenskompetenz. Die Verhaltensgrundsätze der FIS-Regeln bewähren sich international bereits seit vier Jahrzehnten – unabhängig vom Fortschritt bei Material und Skitechnik. Mit ihrer Hilfe kannst du das Risiko, andere Schneesportler durch ihr  Verhalten zu gefährden oder selbst Opfer der Fahrlässigkeit anderer zu werden, deutlich verringern. Zusätzlich haben wir sie mit persönlichen. Kommentaren versehen, die dir  ein besseres Verständnis ermöglichen. Außerdem bekommst du praxisnahe Tipps für die Umsetzung auf dem Skihang. Bitte wundern dich nicht wenn wir wiederholen, was besonders wichtig ist.

FIS-Regel 1: Rücksicht auf die anderen Skifahrer und Snowboarder

» Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt oder ihn in der Ausübung seiner Tätigkeit einschränkt. «

Hintergrund
Die Einstellung, dass jedem, unabhängig von persönlichem Fahrkönnen, Material und Outfit, das gleiche Recht auf eine gefahrlose, genussvolle Abfahrt zusteht, ist – so banal das auf den ersten Blick erscheint – einer der wichtigsten, hilfreichsten und produktivsten Aspekte in puncto Sicherheit. Wie im Grundgesetz und wie auch im Straßenverkehr sind Toleranz und Respekt anderen Sporttreibenden gegenüber die Grundlage jeden Handelns. Nur auf dieser Basis wird ein Wintersporttag zu einem gelungenen und risikolosen Gemeinschaftserlebnis.

Tipp: Immer den gesamten Hang beobachten!

  • Versuche stets, die gesamte vor und neben dir liegende Piste im Auge zu behalten.
  • Konzentriere dich dabei nicht nur auf deine Fahrspur, sondern versuchen, Schwünge und Richtungsänderungen der neben und unter dir fahrenden Schneesportler zu erkennen und auch zu deuten.
  • Du solltest möglichst einen Bereich von mindestens 50 m nach vorne und zur Seite aufmerksam wahrnehmen. Besondere Aufmerksamkeit und besonderes Mitdenken sind gefragt, wenn du unsicheren und unkontrollierten Fahrern begegnest!

 

FIS-Regel 2: Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise

» Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen. «

Hintergrund
Wechselnde Sichtverhältnisse, Geländeformen und Schneebeschaffenheit können Ausweichmanöver sowie rechtzeitiges Anhalten und Bremsen erschweren. Rücksichtslose Raserei kann böse Folgen haben – nicht nur für die Opfer sogenannter Pistenrowdys. Bei einem Unfall drohen Rasern Schmerzensgeld und Schadenersatzforderungen, im schlimmsten Fall sogar eine Anklage wegen Körperverletzung oder fahrlässiger Tötung. Außerdem ist das Personal von Bergbahn- und Pistenbetreibern befugt, Schnellfahrer abzumahnen und ihren Skipass einzuziehen.

Tipp: Tempo nur bei freier Sicht und Piste!

  • Fahre vorausschauend. Behalte möglichst den gesamten Hang im Auge. Schwächere Fahrer sind zu stark mit sich selbst beschäftigt, um ihre Umgebung ausreichend im Blick zu haben. Sichere und gute Fahrer sind daher umso mehr gefordert, den Überblick nach allen Seiten zu behalten.
  • Reduziere dein Tempo vor uneinsehbaren Geländeformen, Kuppen oder Engstellen. Immer reaktionsbereit sein und mit Unvorhersehbarem rechnen!
  • Bei schlechter Sicht und diffusem Licht helle (orangene und gelbe) Brillengläser verwenden und die Geschwindigkeit reduzieren.
  • Halte bei schlechter Sicht innerhalb der Baumgrenze auf, meide Gletschergebiete. Suchen dir bei Nebel Vorfahrer zur Orientierung.
  • Beachte Licht-Schatten- bzw. Sonne-Schatten-Wechsel. Deine Augen gewöhnen sich nicht so schnell an die Veränderung, daher sind erhöhte Vorsicht und Reduzierung der Geschwindigkeit bei der Einfahrt in Schattenbereiche geboten.
  • Fahre bei verstärktem Verkehrsaufkommen unbedingt langsam und beachte dabei dein Umfeld vorausschauend.
  • Wähle möglichst kleine Radien und fahre nicht quer über den Hang. Halte beim Queren eines Hanges den Blick nach oben.
  • Die Verkehrsdichte ist immer in der Pistenmitte am höchsten.
  • Stelle dich auf die jeweiligen Witterungsverhältnisse ein.
  • Bei eisigen Schneeverhältnissen: Lasse deine Ski präparieren. Ausweichen und Bremsen sind mit präparierten Skiern viel sicherer möglich.
  • Wechsel an den Pistenrand, dort ist es meist griffiger. Führe den Schwung nicht auf der Eisplatte, sondern auf zusammengeschobenem Schnee aus.
  • Bei Kindern auf der Piste gilt: Tempo runter und großen Abstand halten. Kinder oder auch Kinderskikurse queren gerne langsam den Hang, fahre daher vorsichtig heran und überhole mit Bedacht.

FIS-Regel 3: Wahl der Fahrspur

» Der von hinten kommende Skifahrer oder Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet. «

Hintergrund
Du musst zu jeder Zeit damit rechnen, dass vor und neben dir Fahrende plötzlich ihre Fahrtrichtung ändern oder anhalten. Die Fahrspur hat sich durch die stark taillierten Snowboards und Carvingski im Vergleich zu früher extrem verändert. Früher fuhr man eher an der Falllinie. Heute ermöglicht das Material engste, schnelle Kurvenradien auf der Kante, quer und über den gesamten Hang. Die Skifahrer und Snowboarder bewegen sich daher nicht in einem relativ schmalen Korridor geradlinig nach unten, sondern befahren Pisten und Hänge im wahrsten Sinne des Wortes kreuz und quer.

Tipp: Clever planen, Abstand halten, mit allem rechnen!

  • Versuche, das Geschehen vor und neben dir gut im Blick zu haben.
  • Denke daran, dass die vor dir Fahrenden dich nicht sehen können und du daher für deren Sicherheit verantwortlich sind.
  • Gerade Snowboardern gelingen extrem schnelle und unvorhersehbare Kurven mit dem Nachteil, dass durch das Querstehen zur Fahrlinie eine Kurvenseite über den »Rücken gefahren« wird, weshalb das Sichtfeld des Boarders auf dieser Seite stark verringert ist. Da heißt es Abstand halten.
  • Vermeide es, auf gleicher Höhe mit anderen Fahrern Ihre Kurven zu ziehen, die Gefahr eines Frontalzusammenstoßes in diesem Bereich ist am höchsten. Lieber zurückbleiben!
  • Fühlst du dich zu stark eingeschränkt, dann halte gegebenenfalls an und warte ab, bis der Hang wieder frei befahrbar ist und du deine Fahrspur selbst wählen kannst.
  • Beim touristischen Skilauf geht es nicht um Bestzeiten, sondern um uneingeschränktes Fahrerlebnis. Oft musst du nur wenige Sekunden warten, bis du wieder »freie Fahrt« hast. Eine kleine Pause bringt zudem Erholung, erhöht die Konzentration und lässt Zeit für Pistenstrategien.
  • Das Überfahren unübersichtlicher Geländekanten und -kuppen ist äußerst gefährlich, da sich dahinter liegende, sitzende, stehende oder fahrende Personen befinden können, ganz abgesehen von entgegenkommenden Fahrzeugen wie Pistenraupen oder Skidoos. Fahre deshalb möglichst schräg über solche Geländeformen und/oder reduziere dein Fahrtempo extrem! So siehst du den Hang genügend weit ein und kannst entsprechend reagieren.

 

FIS-Regel 4: Überholen

» Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt. «

Hintergrund
Aufbauend auf der vorherigen Regel bezüglich der Wahl deiner Fahrspur, geht es hier speziell darum, langsamere Verkehrsteilnehmer möglichst sicher zu überholen. Ob Einzelfahrer oder Kursgruppen, in manchen Situationen kann es sinnvoller sein, achtsam und zügig vorbeizufahren, anstatt sich dahinter einzureihen.

Tipp: Mit weitem Abstand fährst du am besten

  • Beobachte die Fahrer, die du überholen willst, genau, um ihr Fahrtempo und ihre Bewegungsrichtung korrekt einzuschätzen. Überhole dann, wenn der Fahrer vor dir in die entgegengesetzte Richtung einbiegt.
  • Überhole zügig und mit ausreichendem Abstand und parallel zum Schwung des Vordermanns.
  • Vermeide es, in entgegengesetzter Richtung am Vordermann vorbeizufahren.
  • Bei Kursgruppen können Fahrtempo und Bewegungsrichtungen der einzelnen Personen unterschiedlich sein. Beobachte besonders aufmerksam deren Bewegungsmuster, bevor du zu einem Überholmanöver ansetzen. Rechne stets damit, dass während eines Überholvorgangs der vor oder neben dir Fahrende stürzen könnte.
  • Denke immer daran, dass auch noch Schnellere hinter dir sein können, also immer auch ein Auge nach oben werfen.

 

FIS-Regel 5: Einfahren und Anfahren

» Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Skiabfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann. «

Hintergrund
Wer vom Lift, Pistenrand oder einem Haltepunkt in die Piste einfährt, darf andere nicht gefährden oder zu Ausweichmanövern nötigen. Verkehrsteilnehmer, die sich bereits auf der Piste befinden, haben Vorrang. Sie werden als Ein- oder Losfahrender zunächst als stehendes Objekt wahrgenommen und als solches in die Spuranlage eingeplant.

Tipp: Schauen, warten und gegebenenfalls abbremsen!

  • Beobachte alle Schneesportler in deinem Blickfeld, besonders oberhalb deines Anfahrtspunktes.
  • Rechnen stets mit plötzlichen groben Richtungsänderungen der Fahrenden und warte auf ein geeignetes Zeitfenster, um gefahrlos deine Fahrt fortzusetzen.
  • Ziehe es vor, das Anfahren abzubrechen und stehen zu bleiben, wenn sich ein anderer Fahrer unerwartet schnell nähert. Einem stehenden »Hindernis« kann man im Allgemeinen besser ausweichen als einem bewegten.
  • An Pistenkreuzungen, Ein- oder Zufahrten empfiehlt es sich immer, äußerst langsam zu fahren und gegebenenfalls anzuhalten. Niemand hat Vorfahrt!

 

FIS-Regel 6: Anhalten

» Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich frei machen. «

Hintergrund
Die Piste ist zum Fahren und nicht zum Ausruhen oder Unterhalten da. Gebe den anderen Wintersportlern die Möglichkeit, dich gefahrlos wahrzunehmen, und zwinge niemanden zu riskanten Ausweichmanövern. Am Pistenrand ist man immer am sichersten aufgehoben.

Tipp: Gemäßigt abbremsen, weit nach oben sichtbar stehen!

  • Werfe vor dem Abbremsen bzw. Stehenbleiben immer auch einen Blick nach oben, ob jemand nachkommt, der dich gefährden könnte, du hast ja keine Bremslichter! Ein nachfolgender Skifahrer kann leicht dein Abbremsen übersehen oder falsch reagieren.
  • Bremse immer zum Pistenrand hin ab und bleibe dort stehen. Leider wird diese so wirkungsvolle Sicherheitsmaßnahme oft sträflich missachtet.
  • Vermeide plötzliches und abruptes Abbremsen, sonst wird es für Nachfolgende schwer zu reagieren.
  • Nicht an Engstellen abbremsen oder stehen bleiben. Wähle deine Haltepunkte an breiteren Stellen.
  • Wählen deine Haltepunkte nie hinter oder unter Geländekuppen und Kanten.
  • Bleibe in Kurven am Rand der Kurveninnenseite stehen.
  • Auch wenn du am Pistenrand stehst, behalte immer auch den Skibetrieb im Auge, um ausweichen zu können bzw. warnen zu können, wenn jemand dich gefährden sollte. Dieses Verhalten sollte zu deiner Routine werden.
  • Wenn du mit Kindern oder einer Kindergruppe fährst, solltest du beim Stehenbleiben immer oberhalb der Kinder positionieren, damit du im Zweifelsfall eine Art Schutzschild bildest.
  • Verlasse die Pistenmitte nach einem Sturz so schnell wie möglich. Sich säubern, abklopfen oder die Brille putzen kann man auch am Rand.
  • Weise Schneesportler – besonders Kinder –, die in der Piste stehen, auf diese Gefahr hin.

 

FIS-Regel 7: Aufstieg und Abstieg

» Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen. «

 Hintergrund
Beim Auf- oder Abstieg bewege dich im Vergleich zu fahrenden Schneesportlern äußerst langsam, im Falle eines Aufstiegs sogar gegen deren Fahrtrichtung. Beim derzeitigen Trend des Tourengehens auf den Skipisten eine neue, unbedingt zu beachtender Gefährdung. Gerade bei schlechten Lichtverhältnissen und Wechsel zwischen Licht und Schatten besteht erhöhte Kollisionsgefahr.

Tipp: Auf- und Abstieg nur am äußersten Pistenrand!

  • Halte dich unbedingt am äußersten Pistenrand auf.
  • Geht nicht nebeneinander und überhole nicht.
  • Überquert, falls nötig, einzeln und niemals hintereinander die Piste auf dem kürzesten Weg.
  • Beobachte den Skiverkehr auf der Piste, um gegebenenfalls reagieren zu können.
  • Wähle Ausweichwege oder gering befahrene Pisten zum Aufstieg.
  • Steige nicht zur Hauptverkehrszeit auf oder ab.

 

FIS-Regel 8: Beachten der Zeichen

» Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierungen und Signale beachten. «

Hintergrund
Das Betriebspersonal kennzeichnet durch Schilder und Warntafeln den gesicherten Pistenraum und eventuelle Gefahrenpotenziale. Akute Lawinengefahr und absturzgefährdete Bereiche werden dabei ebenso ausgewiesen wie Bereiche mit hohem Unfallrisiko in »Langsam fahren«-Zonen und Pistenkreuzungen. Die verwendeten Symbole sind international weitgehend einheitlich und leicht verständlich.

Tipp: Nachfragen kostet nichts!

  • Nehme Markierungen und Hinweistafeln konzentriert wahr. Beim Fahren gelingt das schwer, beim Stehenbleiben und Warten kann man aber die Umgebung gut beobachten und sich Warnhinweise und Markierungen einprägen.
  • Fahre bei Nebel langsam von Pistenmarkierung zu Pistenmarkierung. Verlasse die markierten Pisten auf keinen Fall.
  • Beachte Absperrungen wegen Lawinen- oder anderen alpinen Gefahren unbedingt. Du gefährdest ansonsten nicht nur dich, sondern auch andere und erzeugst Nachahmer.
  • Bei fehlenden Warnungen und Hinweistafeln teilst du dies dem Betreiberpersonal mit.

 

FIS-Regel 9: Hilfeleistung

» Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.«

Hintergrund
Erste Hilfe zu leisten, wenn man an einem Unfallort eintrifft, sollte selbstverständlich sein. Das Absichern der Unfallstelle, die Erstversorgung von Verletzten und das Absetzen eines Notrufs können Leben retten.

Tipp: Erste-Hilfe-Set und Handy

  • Empfehlenswert ist besonders auch für Eltern das Mitführen eines Erste-Hilfe-Sets. Vor allem Verbandszeug für die Erstversorgung stark blutender Wunden sollte man immer dabeihaben.
  • Tempotaschentücher, Sonnencreme oder ein Fitnessriegel haben in jeder Anoraktasche Platz.
  • Ein Mobiltelefon erleichtert das Absetzen eines Notrufs und ermöglicht damit eine schnelle Versorgung der Verletzten.

 

FIS-Regel 10: Ausweispflicht

» Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben. «

Hintergrund
Oft ist es sehr schwierig, nach einem Unfall zu rekonstruieren, wodurch er verursacht wurde und wer sich möglicherweise schuldhaft verhalten hat. Die Aussagen der direkt Beteiligten können hier weit auseinandergehen. Ihre Angaben können für Rechtsprechung, Unfallopfer und andere Beteiligte überaus wichtig sein.

Tipp: Informieren und notieren!

  • Mache Zeugen und beteiligte Personen auf diese rechtsverbindliche Pflicht aufmerksam und notiere dir, falls möglich, wichtige Informationen zu Unfallhergang und Situation.
  • Notiere dir bei Unfallflucht entscheidende Kriterien und melde diese umgehend.

 

UN-Projekt „Vermeidung von Plastikmüll in den Bergen“

Der DSLV beteiligt sich zusammen mit anderen internationalen Institutionen an dem UN-Projekt zur Vermeidung von Plastikmüll in den Bergen. In den nächsten zwei Jahren sollen drei verschiedene Ergebnisse erzielt werden:
– Die umweltgerechte Entsorgung (ESM) von Kunststoffabfällen in Berggebieten soll verbessert werden.
– Das Bewusstsein von Touristen, Regionen und der politisch Verantwortlichen für die Gefahren und Probleme von Kunststoffabfällen in den Bergen soll geschärft werden.
– Die Privatwirtschaft soll für die Vermeidung von Kunststoffabfällen sensibilisiert werden und ihr Wissen über den Lebenszyklusansatz ihrer Waren und Dienstleistungen soll erweitert werden.

Der DSLV möchte im Bereich der Kommunikation und Aufklärung seinen Beitrag zu mehr Bewusstsein und Verantwortung leisten.

UN-Initiative „Sport for Climate Action Framework”

Der DSLV unterstützt als Verband die Prinzipien aus der Initiative „Sport for Climate Action Framework” der Vereinten Nationen. In Anbetracht der dringenden Notwendigkeit für Städte, Regionen, Unternehmen und  Investoren auf der ganzen Welt, wird der DSLV zur Umsetzung des Pariser Abkommens beitragen und den Wandel beschleunigen, der erforderlich ist, um in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts die Emissionsneutralität (d.h. Klimaneutralität) der Treibhausgase zu erreichen.

Die 5 Prinzipen lauten:
Prinzip 1: Systematische Maßnahmen zur Förderung einer größeren Verantwortung für die Umwelt ergreifen;
Prinzip 2: Allgemeine Klimabelastungen reduzieren;
Prinzip 3: Über Maßnahmen zum Klimaschutz aufklären;
Prinzip 4: Einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Konsum fördern;
Prinzip 5: In der Kommunikation für den Klimaschutz eintreten.

Mit dieser Erklärung bekunden wir unsere Absicht, die im Rahmen des „Sports for Climate Action Framework“ verankerten Grundsätze umzusetzen und verpflichten uns zur Zusammenarbeit mit unseren Kollegen und relevanten Interessengruppen bei der Entwicklung, Umsetzung und Verbesserung der Klimaschutzagenda im Sport.

Umweltbonus bei Lehrgangsteilnahme

Wir bieten unseren Lehrgangsteilnehmern an, sich zu beteiligen

ClimatePartner hat zusätzlich die relevanten CO2-Emissionsquellen bei einer Lehrgangsteilnahme ermittelt und die Ausgleichskosten berechnet. Jeder  Lehrgangsteilnehmer kann auf Wunsch seinen individuellen Beitrag dazu leisten, in dem er sich für eine klimaneutrale Teilnahme entscheidet. Dafür wählt er im Rahmen seiner Lehrgangsanmeldung einfach das entsprechende Ticket „klimaneutrale Teilnahme“ aus. Er bezahlt dadurch etwas mehr für den Lehrgang und gleicht die von ihm verursachten CO2-Emissionen für die An-/Abreise, den Aufenthalt und die Nutzung des Skigebietes wieder aus.

Sein persönlicher Ausgleich kommt vollständig dem Klimaschutzprojekt „Waldschutz Pará Brasilien“ zu Gute.

In der Saison 2019-20 haben sich bis zum 31.12.2019 knapp 30% unserer Lehrgangsteilnehmer für die klimaneutrale Lehrgangsteilnahme entschieden und so konnten € 1.203.10 an Ausgleichszahlung geleistet werden.