Schneesportunterricht in Zeiten der Covid-19-Pandemie

10.09.2021 – Aktuell ist die Lage der Pandemie wohl noch nicht besorgniserregend, doch die Infektionszahlen steigen bundesweit wieder und die Experten sehen Deutschland bereits am Beginn der vierten Welle. Insgesamt ein ähnliches Gefühl wie am Ende des vergangenen Sommers, als viele von uns auch schon das Ende der Pandemie gesehen haben und wir einen zuversichtlichen Blick auf den Winter 2020-21 hatten. Dass es dann ganz anders kam, haben wir Schneesportlehrerinnen und Schneesportlehrer in den vergangenen Monaten schmerzlich erfahren. Unsere Hygiene- und Schutzkonzepte für die Aus- und Fortbildungslehrgänge im DSLV blieben genauso ohne praktische Anwendung wie jene in den Schneesportschulen. Der Lockdown traf die wintertouristische Branche und den gesamten Wintersport sehr hart. Der Verband unternimmt alles ihm Mögliche, damit sich diese Situation im kommenden Winter nicht wiederholt.

Unser gemeinsames Ziel ist, dass in der Wintersaison 2021-22 in geöffneten Skigebieten bzw. auf Loipen Schneesport und Schneesportkurse wieder möglich sind bzw. angeboten werden dürfen. Die Grundlage dafür sind in den jeweiligen Verordnungen zu finden und in den betreffenden Bundesländern meist unterschiedlich. Es ist nicht immer einfach, als verantwortliche/r Inhaber/in einer gewerblichen Schneesportschule diese landesspezifischen Regelungen im eigenen Unternehmen umzusetzen, aber es bleibt euch definitiv nicht erspart. Die jeweiligen Links zu den Regelungen in den relevanten Bundesländern findet ihr am Ende. Wir bedauern, dass es sowohl innerhalb Deutschlands als auch mit den Alpenländern keine gemeinsamen, einheitlichen Regelungen gefunden werden konnten. Darauf hat der Verband immer wieder hingewiesen, leider ohne Erfolg. Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als im Laufe des Winters regelmäßig die jeweils aktuellen Regelungen in den Zielgebieten zu prüfen und unsere Maßnahmen entsprechend anzupassen.

Wir müssen akzeptieren, dass wir hinsichtlich der Pandemie noch nicht „über den Berg sind“ und dass wir im kommenden Herbst und Winter nochmals gemeinsam Anstrengungen unternehmen müssen, um unser Wissen und unsere Erfahrungen aus den vergangenen Monaten so zu nutzen, dass wir einer Strategie folgen, die das Ziel „Schneesport unterrichten zu dürfen“ in den Fokus stellt.

Am Beispiel der 14. Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung in Bayern (BayIfSMV), die am 01.09.2021 in Kraft trat und bis 01.10.2021 gültig sein wird, möchten wir euch die einzelnen Punkte der Verordnung verdeutlichen. Am Ende seid ihr als Unternehmer für die Umsetzung und Einhaltung der Regeln verantwortlich. Dazu stellt die jeweils gültige Fassung der Verordnung die Grundlage dar und ihr habt regelmäßig die aktuell geltenden Regeln mit eurer Umsetzung abzugleichen und anzuwenden:

Allgemeine Verhaltensregeln:
Jeder wird angehalten, wo immer möglich zu anderen Personen einen Mindestabstand von 1,5 m einzuhalten und auf ausreichende Handhygiene zu achten. In geschlossenen Räumlichkeiten ist auf ausreichende Belüftung zu achten. Wo die Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 m zu anderen Personen nicht möglich ist, wird unbeschadet von § 2 der BayIfSMV empfohlen, eine medizinische Gesichtsmaske zu tragen.

Maskenpflicht:
In Gebäuden und geschlossenen Räumen einschließlich geschlossener öffentlicher Fahrzeugbereiche, Kabinen und Ähnlichem gilt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske.

Geimpft, genesen, getestet (3G):
In § 3 der BayIfSMV wird ab einer Inzidenz von 35 angeordnet, dass Anbieter, Veranstalter und Betreiber zur Überprüfung der vorzulegenden Impf-, Genesenen- oder Testnachweise verpflichtet sind, die für den Zutritt, Nutzung, Teilnahme an/zu außerschulischen Bildungsangeboten einschließlich der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung, Bergbahnen, Bus- und Bahnreisen u.ä. erforderlich sind.Von getesteten Personen ist ein schriftlicher oder elektronischer negativer Testnachweis hinsichtlich einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 aufgrund
– eines PCR-Tests, PoC-PCR-Tests oder eines Tests mittels weiterer Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik, der vor höchstens 48 Stunden durchgeführt wurde,
– eines PoC-Antigentests, der vor höchstens 24 Stunden durchgeführt wurde, oder
– eines vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassenen, unter Aufsicht vorgenommenen Antigentests zur Eigenanwendung durch Laien (Selbsttests), der vor höchstens 24 Stunden durchgeführt wurde, zu erbringen, der im Übrigen den Bestimmungen der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung entspricht.

Getesteten Personen stehen gleich (gilt grundsätzlich auch für die Ferienzeit zumindest in Bayern):
– Kinder bis zum sechsten Geburtstag,
– Schülerinnen und Schüler, die regelmäßigen Testungen im Rahmen des Schulbesuchs unterliegen,
– noch nicht eingeschulte Kinder.

Kontaktdatenerfassung:
Grundsätzlich sind außerhalb der Bereiche Gastronomie, dem Beherbergungswesen, bei Tagungen, Kongressen, Messen, kulturellen Veranstaltungen, Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Objekten der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, vergleichbaren Kulturstätten sowie zoologischen und botanischen Gärtensowie Dienstleistungen, bei denen eine körperliche Nähe unabdingbar ist, nur Kontaktdaten bei einer Teilnehmerzahl von mehr als 1.000 Teilnehmern zu erfassen.

Infektionsschutzkonzepte:
Im Bereich des Handels, der Märkte und Einkaufszentren, der Dienstleistungen und des Handwerks mit Kundenverkehr sowie u.a. für Sportstätten und Sportveranstaltungen, Freizeiteinrichtungen jeder Art, die Gastronomie, das Beherbergungswesen, die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung, die außerschulische Bildung, hat der Betreiber oder Veranstalter ein individuelles Infektionsschutzkonzept zu erarbeiten und zu beachten. Dies gilt nicht, wenn eine Veranstaltung oder Versammlung weniger als 100 Personen umfasst. Die zuständige Behörde kann allgemein oder im Einzelfall die Erstellung eines Infektionsschutzkonzepts verlangen. Soweit nichts Abweichendes geregelt ist, sind die Infektionsschutzkonzepte der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde nur auf Verlangen vorzulegen.

Hinsichtlich der weiteren Entwicklung finden sich trotz aller Beteuerungen in den §§ 16,17 BayIfSMV der gesamte Katalog weiterer Beschränkungen und ausdrücklich auch erneute Kontaktbeschränkungen bei entsprechender Auslastung der Krankenhäuser und Intensivstationen. Wie hoch die darin genannten Schwellen letztendlich liegen werden, kann derzeit nicht vorhergesagt werden. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Bayern ermittelt und veröffentlicht diese auf seiner Homepage:
https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/coronavirus/karte_coronavirus/index.htm#kennzahlen

Der DSLV wünscht allen Profi-Schulen eine erfolgreiche Vorbereitung sowie einen aktiven und gesunden Winter 2021-22.

Links zu den Verordnungen in den relevanten Bundesländern:

Bayern (gültig bis 01.10.2021)

Baden-Württemberg (gültig bis 13.09.2021)

Rheinland-Pfalz (gültig bis 23.09.2021)

Nordrhein-Westfalen (gültig bis 17.09.2021)

Sachsen (gültig bis 22.09.2021)

Thüringen (gültig 26.09.2021)

Niedersachsen (gültig bis 25.09.2021)