Corona und jetzt?

Der Ausbruch des Coronavirus hat die vergangene Wintersaison leider früher beendet als erwartet. Viele Profi-Schulen haben ihre geplanten Aktivitäten deshalb nicht mehr durchführen können. Hinzu kommt, dass der Winter 2019-20 angesichts der Witterung für uns alle insgesamt eher schwierig war. Wir konnten im DSLV keine staatliche Schneesportlehrerprüfung 2020 durchführen, ebenso das Forum Profi-Skischule in Moena und die noch ausstehenden Ausund Fortbildungen von Ende März bis Anfang Juni mussten ebenfalls abgesagt werden. Auf Grund der aktuellen Dynamik und der unveränderten Unsicherheit, was die Entwicklung der Covid-19 Pandemie national und international in den nächsten Wochen und Monaten betrifft, ist eine Prognose, wie es für unsere Branche im Winter 2020-21 aussieht, derzeit nicht wirklich möglich.

Die aktuellen Entwicklungen und Lockerung wecken bei uns zwar eine vorsichtige Hoffnung und stärken unsere Zuversicht, aber wir wissen auch, der Virus und damit das Infektionsrisiko bleibt. Der Sport ist jedoch gesamtgesellschaftlich fest verankert. Er gibt den Menschen Halt, Motivation, Perspektive und vielen in Deutschland auch einen Arbeitsplatz. Sport hilft bei der psychischen und physischen Alltagsbewältigung, stärkt unsere Abwehrkräfte und erhöht das eigene Energieniveau. Dabei spielt die sportliche Betätigung in der Natur eine besondere Rolle, da zur körperlichen und geistigen Bewegung der Aufenthalt in der frischen Luft hinzukommt und sich positiv auf den Menschen auswirkt. Sport und Bewegung in der Natur ermöglicht grundsätzlich das Einhalten von Abstandsregeln, das Umsetzen von Schutzkonzepten und reduziert damit das Infektionsrisiko beim Schneesport selbst.

Der DSLV arbeitet zusammen mit seinen Partnern im Netzwerk Wintertourismus und der Initiative „Dein Winter. Dein Sport“ an Strategien, Konzepten, Szenarien und an den damit verbundenen Maßnahmen, mit denen wir alles daran setzen, unseren Lieblingssport insgesamt, bedeutende Wintersportveranstaltungen, den Schneesportunterricht in den gewerblichen und Vereinsskischulen, die Aus- und Fortbildungen des DSLV und anderer Verbände, den Leistungssport sowie den Schneesport an öffentlichen Schulen im Winter 2020-21 ausüben und erleben zu können. Diese tägliche Arbeit kann immer nur eine Momentaufnahme bezogen auf die aktuelle Situation bzw. Entwicklung sein, die wir regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls immer wieder neu anpassen müssen.

Auf dieser Grundlage plant der DSLV den kommenden Winter. Wir
sind dabei auf allen Ebenen aktiv, agieren hinsichtlich möglicher Einschränkungen oder zusätzlicher Maßnahmen zum Gesundheitsschutz stets umsichtig und verantwortungsbewusst. Zusätzlich arbeiten wir parallel an möglicherweise notwendigen und geeigneten Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Teilnehmer, Gäste, Ausbilder und Lehrkräfte.

Nur eines ist derzeit wirklich sicher: Wir können nicht vorhersagen, ob im nächsten Winter, vor allem in welcher Form und mit welchen zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen, Schneesport und Schneesportunterricht stattfinden wird. Wir müssen uns auf die unterschiedlichen Szenarien gewissenhaft vorbereiten. Deshalb bitten wir jetzt schon unsere Mitglieder um Verständnis, dass im kommenden Winter möglicherweise auch kurzfristig bestimmte Anpassungen notwendig sein könnten, wenn es die Situation erfordert. Hinsichtlich unserer eigenen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sehe ich da keine Probleme auf uns zukommen.

Bei all dem, was wir derzeit auf den Weg bringen, geht es dem DSLV nicht um eine bevorzugte Behandlung des Wintersports. Vielmehr muss es mit Blick auf die Rolle des Sports für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur Erhaltung von Gesundheit und Mobilität der Menschen gemeinsames Ziel sein, den aktiven Wintersportbetrieb in einer für die Gesamtsituation verantwortlichen Form zu ermöglichen. Dafür macht sich der DSLV zusammen mit den anderen Wintersportverbänden stark und entwickelt entsprechende Szenarien.

Diese sollen dann mit möglichst allen verantwortlichen Institutionen (Politik, Medizin, Gesundheitsämter, Tourismus, Skigebietsbetreiber, Hersteller von Wintersportprodukten, Outdoorsportverbände und Schneesportschulen etc.) abgestimmt und gemeinsam vertreten werden, wobei aus einer gemeinsamen grundsätzlichen Strategie jede einzelne Branche geeignete Maßnahmen ergreifen muss, die auf ihre individuelle Situation ausgerichtet sind. Das gemeinsame, grundsätzliche Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern und die Gesundheit unserer Mitmenschen, Kunden oder Kursteilnehmern zu schützen, hat für uns alle oberste Priorität. Der Verzicht auf den Besuch einer Apres-Ski-Party ist für den Einzelnen sicher leichter zu ertragen, als der Verzicht auf den Schneesport insgesamt. Last uns zusammen dafür eintreten und daran mitwirken, dass wir uns im nächsten Winter wieder auf den Pisten und Loipen, in den Parks und Pipes sowie auf Skitouren, beim Freeriden, beim Schlittenfahren oder Winterwandern treffen. Das vorliegende Magazin SNOWSPORT 1/2020-21 beinhaltet alle Maßnahmen des DSLV in Aus- und Fortbildung, die unsere Mitglieder aus den Jahren zuvor bereits kennen. Das erforderliche Schutzkonzept mit seinen einzelnen Maßnahmen werden wir fortlaufend weiter entwickeln und dann umsetzen, sobald wir dafür „grünes Licht“ bekommen.

Bleibt gesund und behaltet eure Zuversicht.
Peter Hennekes
Hauptgeschäftsführer