Modul Theorie

Sobald der detaillierte Zeitplan für den Lehrgang Modul Theorie 2019 von der TU München zur Verfügung steht, wird er hier veröffentllicht. Referate zu folgenden Themen werden abgehalten:

Prüfungsaufgabe „Berggefahren, Schnee- und Lawinenkunde (Klausur 1)“

siehe Inhalte & Referate Modul Risikomanagement 2

Prüfungsaufgabe „Biomechanik, Bewegungslehre (Klausur 2)“
Bewegungslehre
Kinderunterricht Grundlagen
Bewegungslehre DSLV
Biomechanik

Methodik

Prüfungsaufgabe „Sportmedizinische Grundlagen, Erste Hilfe (Klausur 3)“
Leistungsphysiologie (Kraft & Beweglichkeit)
Leistungsphysiologie & Ausdauer
Funktionelle Bewegungsanalyse
Anatomie (Lernhinweise)
Anatomie und Sporttraumatologie
Anatomie – Verletzungsmuster und Prävention im alpinen Ski-Breiten- und -Leistungssport
Erste Hilfe & Erste Hilfe Themen aus Modul Risikomanagement 2

Prüfungsaufgabe „Sorgfaltspflichten, Rechtsfragen im Schneesport (Klausur 4)“
Berufsverband DSLV
Rechtsfragen im Schneesport
Materialkunde Ski
Materialkunde Snowboard
Nachhaltigkeit im Schneesport

Nachhaltigkeit im Schneesport

2018 nicht prüfungsrelevant
Betriebswirtschaftliche Grundlagen
Business Plan Fachsportlehrer freiberufl Kleinunternehmer
Business Plan Fachsportlehrer Unternehmer
Dienstleistungsmarketing
Dienstleistung Dokumentation

 

Modul Risikomanagement

Lehrgangsablauf Risikomanagement (RM) II und Hinweise für die staatliche Prüfung
Im Rahmen der verschiedenen praktischen und theoretischen Ausbildungseinheiten zum staatlich geprüften Schneesportlehrer wird eine umfangreiche praktische und theoretische Ausbildung im Bereich Risikomanagement angeboten, die sich über einen spezifischen Basislehrgang mit vier Tagen Dauer sowie einen spezifischen Aufbaulehrgang mit acht Tagen Dauer erstreckt. Der Aufbaulehrgang ist Prüfungsvorbereitender Lehrgang für die staatliche Prüfung im Prüfungsbereich „Fertigkeiten im Risikomanagement“. Der Prüfungsbereich unterteilt sich in die Prüfungsaufgabe „unvorbereitete Lehrprobe“ und die Prüfungsaufgabe „Verschüttetensuche“. Die theoretischen Inhalte werden im Rahmen der staatlichen Prüfung im Prüfungsbereich „Theoretisches Wissen“ in der Prüfungsaufgabe „ Berggefahren, Schnee- und Lawinenkunde“ (Klausur 1) abgeprüft. Während des Lehrgangs wird der Eurosicherheitstest abgelegt.

Lehrgangsziel
Im achttägigen Lehrgang RM II werden die Ausbildungsinhalte des Basislehrgangs RM I vertieft und intensiv geschult. Neue Ausbildungsinhalte wie das „Führen von Gruppen auf Variantenabfahrten“, „Auf- und Abstieg im Gelände“, „analytische Schnee- und Lawinenkunde“ und „Erste Hilfe“ und „Methodik und Unterricht im Risikomanagement“ kommen hinzu.

Zulassungsvoraussetzungen
Die Zulassungsvoraussetzungen zur staatlichen Schneesportlehrerausbildung müssen erfüllt sein.


INHALTE

Beurteilung der Lawinengefahr – Risikomanagement:
Risikomanagement beim Variantenfahren, Methoden zur Lawinenkundlichen Beurteilung, wahrscheinlichkeitsbasierte und analytische Verfahren, Anwendung der empfohlenen Standards beim Variantenfahren innerhalb des DSLV

Beurteilung der Lawinengefahr – Orientierung und Tourenplanung:
Kartenkunde, Bestimmung von Hangsteilheit und Exposition, praktisches Orientieren, Tourenplanung für das Variantenfahren, Gefahrenstellen erkennen und Checkpunkte festlegen, Routenfindung

Analytische Schnee- und Lawinenkunde:
Schneedecke und Schichtprofile in verschiedenen Expositionen

Führungstaktik beim Variantenfahren:
Organisationsregeln und Organisationsformen beim Variantenfahren, Auf- und Abstieg ohne Ski, Abbremsen von Stürzen

Notaufstieg mit Fellen:
Einführung in den Aufstieg mit Fellen, Material, Verwendung, Aufstieg, Abfahrt, Spitzkehren

Kameradenhilfe/Suche mit dem LVS-Gerät:
Wirkungsweise, Gegenseitigkeitsprobe, Suchstrategien und Suchverfahren, Signalsuche, Grobsuche Feinsuche, Punktortung, Schaufelstrategien, Mehrfachverschüttung

Kameradenhilfe / Erste Hilfe:
Maßnahmen am Unfallort

Zu erwerbende Kompetenzen, Kenntnisse und Fähigkeiten
Beherrschen des Risikomanagements beim Variantenfahren, Beherrschen der empfohlenen Standards beim Variantenfahren nach dem Faltblatt „Achtung Lawinen!
• Beherrschen der 3×3-Filtermethode
• Beherrschen mindestens eines probabilistischen Verfahrens zur Beurteilung des Risikos (Reduktionsmethode, Snow Card)
• Beherrschen mindestens eines analytischen Verfahrens zur Beurteilung des Risikos
• Grundlegende Kenntnisse des Schneedeckenaufbaus
• Kenntnisse des Stellenwerts der punktuellen Messverfahren zur Beurteilung der Lawinengefahr
• Beherrschen geländeangepasster Organisationsformen beim Variantenfahren unter laufender Berücksichtigung der Faktoren Sicherheit und Erlebniswert
• Beherrschen Führungstechnischer und -taktischer Maßnahmen beim Befahren schwieriger Geländeabschnitte
• Beherrschen Führungstechnischer u. taktischer Maßnahmen beim Auf- und Abstieg ohne Ski
• Kenntnis der wichtigsten Maßnahmen zur Orientierung im Gelände (Karte einnorden, Bestimmung des eigenen Standorts im Gelände)
• Kenntnisse der Wetterkunde im Gebirge
• Beherrschen des Messens von Hangsteilheiten, -expositionen und Geländeformen Vorbereitende Tourenplanung für das Variantenfahren unter Ausnutzung aller relevanten Informationsquellen
• Beherrschen der Erkennung von Gefahrenstellen und Festlegung von Checkpunkte im Gelände
• Beherrschen der Funktion und der Kontrolle der LVS-Geräte
• Beherrschen der Kameradenhilfe mit dem LVS-Gerät
• Beherrschen der systematische und effektive Anwendung der Kameradenhilfe im Ernstfall
• Beherrschen des Sondierens am Lawinenfeld
• Beherrschen der Erstversorgung eines Verschütteten/Verletzten
• Beherrschen des Aufstiegs mit Fellen• Beherrschen der relevanten Methodik und Unterrichtsfähigkeit im RM

Individuelle Voraussetzungen
sicheres und zügiges Fahren im Gelände bei allen Schneeverhältnissen
• sicheres Begehen von exponierten Geländeabschnitten im Auf- und Abstieg ohne Ski
• allgemein guter Fitnesszustand, um den Umfang und die Intensität der Inhalte zu realisieren.

Ausrüstung
Freeride-Ski/All Mountain-Ski incl. aufstiegstauglicher Bindung und Fellen
• Splitboard
• Rucksack incl. Notfallausrüstung (LVS-Gerät, Lawinensonde, Lawinenschaufel, 1.Hilfe Set)
digitales LVS-Gerät (3-Antennengerät)
• Höhenmesser• Einfacher Kompass
• Snowcard
• Kartenmaterial Obertauern
• Helm, Rückenprotektor empfohlen
• Teleskopstöcke für Snowboarder

Sicherheitshinweis
Jeder Teilnehmer ist verpflichtet, bei allen Ausbildungsinhalten einen Helm zu tragen. Zusätzlich empfehlen wir das Tragen eines Rückenprotektors.

Übersicht Praxis

Zeit Thema
½ Tag  Kameradenhilfe / Suche mit dem LVS-Gerät
½ Tag  Praktische Schnee- und Lawinenkunde
1½ Tag Führungstaktik beim Variantenfahren
1 Tag Beurteilung der Lawinengefahr / Orientierung +
½ Tag Tourenplanung
1½ Tage Beurteilung der Lawinengefahr / Risikomanagement
½ Tag
½ Tag
Kameradenhilfe / Erste Hilfe
Aufstieg mit Fellen
1 Tage Methodik und Unterricht im Risikomanagement

Die angegebenen Zeiteinheiten sind nicht bindend und können bei Bedarf situativ angepasst werden.

Übersicht Theorie

Zeit Thema
60 min Kameradenhilfe / Suche mit dem LVS-Gerät
60 min Analytische Schnee- und Lawinenkunde
60 min Führungstaktik beim Variantenfahren
120 min Beurteilung der Lawinengefahr / Orientierung + Tourenplanung
60 min Beurteilung der Lawinengefahr / Risikomanagement
60 min Kameradenhilfe / Erste Hilfe
60 min Umweltgerechtes Verhalten beim Variantenfahren
Rechtliche Grundlagen

Literatur
Alpin-Lehrplan 4, Skibergsteigen – Freeriding, BLV-Verlag, 4. Auflage 2007
3×3 Lawinen, W. Munter, Verlag Pohl und Schellhammer, 4. Auflage 2009
DSLV Lehrplan „Freeriden einfach“, 1. Auflage 2011
Faltblatt „Achtung Lawine“, 2017

staatliche Prüfung im Prüfungsbereich „Fertigkeiten im Risikomanagement“

Prüfungsaufgabe a) „unvorbereitete Lehrprobe“
Unvorbereitete Lehrproben mit entsprechender Vorbereitungszeit
1. Teilaufgabe: Unterrichten (Dauer: 15 Minuten), Themenauswahl:

  1. Verbessern Sie die Teilnehmer ihrer Ski/Snowboardgruppe in der LVS-Suche bei einer Einzelverschüttung. Gewährleisten Sie eine hohe Übungsintensität und exakte Anwendung des LVS-Geräts. TN – Voraussetzungen: Grundlagen und Fachbegriffe der LVS- Suche sind bekannt.
  2. Erarbeiten Sie mit den Teilnehmer ihrer Ski/Snowboardgruppe während einer Variantenabfahrt Organisationsformen, taktisches Gruppenverhalten und Kommunikation im Gelände mit dem Schwerpunkt auf risikobewussten Verhaltens.
  3. Erarbeiten Sie mit den Teilnehmer ihrer Ski/Snowboardgruppe das Auf- und Abstieg zu Fuß im Gelände steiler als 30 Grad. Erarbeiten Sie die Gehtechniken, Bremstechniken und Transporttechniken für das Sportgerät.
  4. Erarbeiten Sie indoor mit den Teilnehmer ihrer Ski/Snowboardgruppe das Bestimmen von Hangneigung und Hangexposition in der Kartenarbeit.
  5. Erarbeiten Sie indoor mit den Teilnehmer ihrer Ski/Snowboardgruppe das Bestimmen von Geländeformen in der Kartenarbeit.
  6. Erarbeiten Sie indoor mit den Teilnehmer ihrer Ski/Snowboardgruppe das Planen einer Variantenabfahrt unter besonderer Berücksichtigung von Steilheit, Exposition, Geländeformen und Kernzonen (LLB ist bekannt; Kartenarbeit und Snowcard wird beherrscht).
  7. Erarbeiten Sie indoor mit den Teilnehmer ihrer Ski/Snowboardgruppe den Beurteilungsrahmen 3×3.
  8. Erarbeiten Sie outdoor mit den Teilnehmer ihrer Ski/Snowboardgruppe das Messen und Schätzen von Hangexpositionen, ohne Verwendung von Kartenmaterial. Stellen Sie den Faktor Hangexposition in Zusammenhang mit der Gefahrenbeurteilung im Gelände dar.
  9. Erarbeiten Sie outdoor mit den Teilnehmer ihrer Ski/Snowboardgruppe das Messen und Schätzen der Hangneigung, ohne Verwendung von Kartenmaterial. Stellen Sie den Faktor Hangneigung in Zusammenhang mit der Gefahrenbeurteilung im Gelände dar.
  10. Erarbeiten Sie mit den Teilnehmer ihrer Ski/Snowboardgruppe die Verschüttetensuche mit dem LVS-Gerät (Signalsuche bis Feinsuche).
  11. Erarbeiten Sie mit den Teilnehmer ihrer Ski/Snowboardgruppe die Punktortung und eine Schaufelstrategie.
  12. Erarbeiten Sie mit den Teilnehmer ihrer Ski/Snowboardgruppe die Organisation der Kameradenhilfe mit dem LVS-Gerät bei einer Einzelverschüttung, Erfassungs- und Verschwindepunkt sind bekannt.
  13. Erarbeiten Sie mit den Teilnehmer ihrer Ski/Snowboardgruppe die Organisation nach einem Lawinenunfall einer fremden Gruppe (Einzelverschüttung, Erfassungs- und Verschwindepunkt sind nicht bekannt).
  14. Erarbeiten sie mit den Teilnehmer ihrer Ski/Snowboardgruppe grundlegende Kenntnisse über mögliche Schwachschichten der Schneedecke mit Hilfe eines Handprofils und einem ECT (Kristallform und Größe, Umwandlungsformen und Härtegrade). Nehmen Sie Bezug zum LLB.

2. Teilaufgabe: Führen:
Führen Sie die Teilnehmer ihrer Ski/Snowboardgruppe auf der Ihnen vorgegeben Variantenabfahrt unter Berücksichtigung eines akzeptablen Risikos. Beachten Sie zudem die Faktoren Spuranlage, Sammelpunkte, Schneewahl, Organisationsform, Erlebnis/Info.
Bei entsprechenden Verhältnissen (Wetter, Sicht, Schneebeschaffenheit, etc.) treffen Sie die notwendigen Maßnahmen zur Orientierung, Führungstechnik und –taktik.
Interpretieren Sie ggf. den aktuellen Lawinenlagebericht. Vergleichen Sie die Aussagen des LLB mit Ihren Beobachtungen vor Ort (z.B. mögliche Gefahrenzeichen im Gelände) und nehmen Sie für die Abfahrt eine Risiko Bewertung hinsichtlich der Befahrungsmöglichkeit und Linienwahl mit der entsprechenden Argumentation vor. Entnehmen Sie ggf. den Ihnen zur Verfügung gestellten Medien: topographischen Karte (analog oder digital), Fotos oder Tourenführer, die nötigen Informationen wie Steilheit, Exposition und Gefahrenstellen für die Abfahrt.

Organisation
Es gilt die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Fachsportlehrer im freien Beruf in Bayern (BayAPOFspl) vom 08. Februar 1999 (GVBl 5/1999 S.40 ff) in der gültigen Fassung.
Relevanter Auszug aus § 10:
(4) 1Jede Prüfungsaufgabe wird grundsätzlich von 2 Prüfern bewertet. 3Innerhalb einer Prüfungsaufgabe können Teilaufgaben auch nur von einem Prüfer bewertet werden.
(5) 1Der Prüfungsvorsitzende organisiert und leitet die Prüfung.

Bewertung

Es gilt die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Fachsportlehrer im freien Beruf in Bayern (BayAPOFspl) vom 08. Februar 1999 (GVBl 5/1999 S.40 ff) in der gültigen Fassung.
Siehe §15 und Anlage 2 Schneesportlehrer.
Auszug:
Die Prüfungsaufgabe a) „unvorbereitet Lehrprobe“ gilt als bestanden, wenn mindestens die Note „ausreichend“ erzielt wurde.

Prüfungsaufgabe b) „Verschüttetensuche“
Zwei, ohne Signalüberlagerung, vergrabene LVS-Geräte (1 m Tiefe) in einem Seesack (mit einer ca. 60cm x 60cm breiten Isomatte); zur Prüfung sind sowohl analoge als auch digitale LVS-Geräte zugelassen. Suchfeldgröße max. 50m x 50m

Organisation                                                       
Es gilt die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Fachsportlehrer im freien Beruf in Bayern (BayAPOFspl) vom 08. Februar 1999 (GVBl 5/1999 S.40 ff) in der gültigen Fassung.
Relevanter Auszug aus § 10:
(4) 1Jede Prüfungsaufgabe wird grundsätzlich von 2 Prüfern bewertet. 3Innerhalb einer Prüfungsaufgabe können Teilaufgaben auch nur von einem Prüfer bewertet werden.
(5) 1Der Prüfungsvorsitzende organisiert und leitet die Prüfung.

Bewertung
Es gilt die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Fachsportlehrer im freien Beruf in Bayern (BayAPOFspl) vom 08. Februar 1999 (GVBl 5/1999 S.40 ff) in der gültigen Fassung.
Siehe §15 und Anlage 2 Schneesportlehrer.
Auszug:
Die Prüfungsaufgabe b) „Verschüttetensuche“ gilt als bestanden, wenn mindestens die Note „ausreichend“ erzielt wurde.
Die Bewertung der Prüfungsaufgabe erfolgt nach folgenden Kriterien:
Prüfung auf Zeit, bis beide vergrabenen Seesäcke mit Sondenstich durch den Prüfling markiert wurden.

Note 1 bis 3 Minuten und 05 Sekunden
Note 1,5 bis 3 Minuten und 30 Sekunden
Note 2 bis 3 Minuten und 55 Sekunden
Note 2,5 bis 4 Minuten und 20 Sekunden
Note 3 bis 4 Minuten und 45 Sekunden
Note 3,5 bis 5 Minuten und 10 Sekunden
Note 4 bis 5 Minuten und 35 Sekunden
Note 4,5 bis 6 Minuten
Note 5 bis 6 Minuten und 25 Sekunden
Note 5,5 bis 6 Minuten und 50 Sekunden
Note 6 ab 6 Minuten und 50 Sekunden

Referate

2018_RMII_Fuehrungstaktik
2018_RMII_Ökologie und Recht
2018_RMII_Risikomanagement
2018_RMII_Tourenplanung
2018_RMII_Verschuettetensuche
2018_RMII_Versorgung Verletzter in Freeride und Tourensituationen
Befahren ungesicherter Skiräume
Entscheidungsstrang


EURO-SICHERHEITSTEST

Ausgangssituation
Der bekannte „Euro-Test“ wird auf Basis des Übereinkommens zwischen den Verbänden der Berufsskilehrer in der Europäischen Union vom 28.03.2000 (MARKT/D4/2000/8253-DE) durchgeführt und entspricht den technischen Mindestanforderungen an den Skilehrerberuf. Mit dem „Euro-Test“ wurde im europäischen Skilehrwesen ein erstes Instrument geschaffen, um Prüfungsleistungen international anzugleichen. Dabei werden in Form eines Riesentorlauf-Tests die skitechnischen Mindestanforderungen an die Kandidaten überprüft. Mit dem „Euro-Sicherheitstest“ werden zusätzlich die sicherheits- und umweltrelevanten Mindestanforderungen an die Kandidaten überprüft.

Aufbau Euro-Sicherheitstest für Migranten
Der Euro-Sicherheitstest für Migranten besteht aus den zwei Teilen, der Theoretischen und der Praktischen Prüfung (siehe Abb.). Durch diese Zusammensetzung wird sowohl das theoretische Fachwissen, die notwendige Vermittlungskompetenz als auch die praktische Anwendung überprüft. Jede einzelne Teilprüfung muss mit Erfolg abgelegt werden. Nachprüfungen einzelner Teile sind zulässig. Den Migranten wird von Seiten der europäischen Berufsskilehrerverbände dringend empfohlen, vor der Absolvierung des Euro-Sicherheitstests, an den jeweiligen fachbezogenen Ausbildungen teilzunehmen. Für die Reihenfolge dieser Überprüfungen wird festgelegt, das zuerst der Euro-Test erfolgreich absolviert werden muss, bevor die Teilnahme am Euro-Sicherheitstest erfolgen kann.

Organisations- und Durchführungsbestimmungen für den Euro-Sicherheitstest

1. Generelle Vorgaben
1.1. Mit dem „Euro-Sicherheitstest“ werden die sicherheits- und umweltrelevanten Mindestanforderungen an den Skilehrerberuf überprüft. Ziel des „Euro-Sicherheitstests“ ist es, die sicherheitsrelevanten Mindestfähigkeiten des Migranten, die für die Ausübung des Berufs des Skilehrers in einer spezifischen Umwelt unerlässlich sind, zu überprüfen.
1.2. Nur die Mitgliedstaaten, die das MOU unterzeichnet haben, können den Euro-Sicherheitstest organisieren. Das technische Komitee, welches für diesen Test gebildet wird, besteht aus Vertretern der Unterzeichner des MOU.
1.3. Kandidaten aus jenen Mitgliedstaaten, die nicht befugt sind, den Euro-Sicherheitstest zu organisieren, können nach Nachweis der entsprechenden Ausbildung und Qualifikation sowie der erfolgreichen Absolvierung des Euro-Tests am Euro-Sicherheitstest teilnehmen. Den Teilnehmern am Euro-Sicherheitstest wird von Seiten der europäischen Berufsskilehrerverbände dringend empfohlen, vor der Absolvierung des Euro-Sicherheitstests, an den jeweiligen fachbezogenen Ausbildungen im Gastland teilzunehmen.
1.4. Für die Reihenfolge von Euro-Test und Euro-Sicherheitstest wird festgelegt, das zuerst der Euro-Test erfolgreich absolviert werden muss, bevor die Teilnahme am Euro-Sicherheitstest erfolgen kann.
1.5. Der Euro-Sicherheitstest besteht aus zwei Teilen und beinhaltet 5 Pflichtprüfungen, die alle einzeln bewertet werden. Alle Prüfungen sind erfolgreich zu absolvieren. Bei nicht bestandenen Einzelprüfungen muss der Migrant den Euro-Sicherheitstest im Ganzen wiederholen.
1.6. Der Euro-Sicherheitstest wird unter der Verantwortung der für die Ausbildung zuständigen Behörde des jeweiligen Mitgliedsgastlandes organisiert. Die Ausbildung und die Teilnahme an der Bewertung der einzelnen Prüfungen des Euro-Sicherheitstests sind ausschließlich für Staatlich geprüfte Berg-und Skiführer, bzw. Inhaber des jeweils höchsten Berufsdiploms als Berg- und Skiführer im jeweiligen Mitgliedsgastland zulässig.
1.7. Nach der erfolgreichen Teilnahme erhalten die Kandidaten vom Organisator des Euro-Sicherheitstests das offizielle Zertifikat von der für die Ausbildung im Mitgliedsgastland zuständigen Behörde.

2. Spezielle Vorgaben

2.1. Aufbau des Tests:
Wie im Punkt 1.5 vereinbart, besteht der Euro-Sicherheitstest für Migranten besteht aus zwei Teilen mit insgesamt fünf Pflichtaufgaben. Durch diese Zusammensetzung werden  im Rahmen einer theoretischen und einer praktischen Prüfung  das für eine sichere Ausübung der Skilehrerberufs unerlässliche  Fachwissen und die Vermittlungskompetenz des Migranten überprüft.

2.2. Schema des Tests:

Euro-Sicherheitstest bei winterlichen Bedingungen

Theoretische Prüfung in der Sprache des Gastlandes

Praktische Prüfung abseits der Piste in der Sprache des Gastlandes

Absetzen eines Notrufes

3 Führungsaufgaben/Lehrproben

LVS Suche und Bergung von 2 Verschütteten

2.3. Testaufgaben
Im Folgenden werden die einzelnen Prüfungen inhaltlich vorgestellt. Zudem werden Vorgaben zur Prüfungsdurchführung und Bewertung der Prüfungsleistung genannt, um europaweit ein einheitliches Niveau zu garantieren.

2.3.1. Theoretische Prüfung:
Aufgabe: „Formulieren Sie in der Sprache des Gastlandes einen Notruf nach einem Lawinenunfall bei der örtlichen Rettungsstelle.“
Die theoretische Prüfung gilt als bestanden, wenn der Notruf klar verständlich und inhaltlich korrekt bei der Rettungsstelle eingeht und auf dieser Basis die Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden können.

2.3.2. Praktische Prüfung:
Führungsaufgabe/Lehrprobe 1: „Interpretieren Sie mit ihrer Gruppe den aktuellen Lawinenlagebericht (LLB). Vergleichen Sie die Aussagen des LLB mit Ihren Beobachtungen vor Ort und nehmen Sie eine Bewertung vor.“
Führungsaufgabe/Lehrprobe 2: „Führen sie ihre Gruppe auf einer Variantenabfahrt und berücksichtigen sie dabei die Faktoren Spuranlage, Schneewahl, Sammelpunkte und Organisationsformen. Führen Sie anschließend mit ihrer Gruppe eine Risikobewertung dieser Abfahrt durch.“
Führungsaufgabe/Lehrprobe 3: Eine weitere Aufgabe aus den Bereichen Wetterkunde, Alpine Gefahren oder Interpretation Schneeprofil wird aus folgender Auswahl zugelost:

Wetterkunde:
1) Im Alpenwetterbericht ist von einer Nordstaulage die Rede. Wie kommt das Wettergeschehen zustande? Wo, wie und in welchem ungefähren Umfang sind Niederschläge zu erwarten und wie wird die Lawinenlage dadurch beeinflusst?
2) Nach dem Alpenwetterbericht ist ein massiver Föhneinbruch auf der Alpennordseite zu erwarten. Wie sieht bei Eintritt des Föhns das Wettergeschehen auf der Alpennordseite, am Alpenhauptkamm und der Alpensüdseite aus und wie wirkt es sich dort jeweils auf die Lawinenlage aus?
3) Beurteilen Sie die Wetterlage vor Ort. Welche Faktoren beeinflussen die weitere Wetterentwicklung und wie wird sich das Wetter Ihrer Meinung nach in den nächsten Tagen ändern?

Alpine Gefahren:
1) Welche Faktoren begünstigen eine Unterkühlung, welche Vorkehrungen treffen Sie, welche Erkennungsmerkmale gibt es und wie reagieren Sie bei einer Unterkühlung? Welche Faktoren begünstigen eine Unterkühlung? Ab welcher Indikation sollte ein Arzt aufgesucht werden?
2) Welche Faktoren begünstigen Erfrierungen, welche Vorkehrungen treffen Sie, welche Erkennungsmerkmale gibt es und wie reagieren Sie bei örtlichen Erfrierungen? Welche Faktoren begünstigen eine Erfrierung? Ab welcher Indikation sollte ein Arzt aufgesucht werden?
3) Sie befinden sich auf einer längeren Abfahrtsroute. Die Sicht verschlechtert sich zunehmend durch heraufziehenden Nebel. Wie agieren Sie hinsichtlich Orientierung und Führungstaktik ohne Zuhilfenahme eines GPS-Gerätes?

Schneeprofil:
1) Analysieren sie das vorliegende Schneeprofil hinsichtlich Stabilität.
2) Skizzieren Sie für einen schneearmen Winter ein mögliches Schneeprofil. Erklären Sie Witterungsereignisse, die zu einer instabilen Schneedecke führen können.
3) Skizzieren Sie für einen schneereichen Winter ein mögliches Schneeprofil. Erklären Sie Witterungsereignisse, die zu einer instabilen Schneedecke führen können.

Bei den Führungsaufgaben 1 bis 3 in der praktischen Prüfung handelt es sich um Prüfungsaufgaben von jeweils 15 Minuten Dauer bei einer Vorbereitungszeit von ebenfalls jeweils 15 Minuten. Die Führungsaufgabe/Lehrprobe 3 wird per Losverfahren aus der vorgegebenen Auswahl ausgewählt. Die Führungsaufgaben/Lehrproben gelten jeweils als bestanden, wenn mindestens 75% der Aufgabenstellung richtig gelöst wurde (=75% der Aufgabenstellung lt. Thema erfüllt).

2.3.3. LVS-Prüfung:
Es müssen zwei ohne Signalüberlagerung in ca. 1 m Tiefe vergrabene LVS-Geräte (es kann auch eine evtl. vorhandene LVS-Trainingsanlage eingesetzt werden) in jeweils einem Seesack (mit einer ca. 60cm x 60cm breiten Isomatte) geortet und erfolgreich sondiert werden sowie eines der beiden LVS-Geräte ausgegraben werden. Das Suchfeld ist auf max. 50m x 50m begrenzt. Das Zeitlimit bis zum erfolgreichen Sondieren beider Seesäcke/LVS-Geräte sowie bis zum Ausgraben eines der beiden Seesäcke/LVS-Geräte beträgt insgesamt 8 Minuten.
Zur Teilnahme an der LVS-Prüfung benötigen die Teilnehmer ein digitales LVS-Gerät mit mind. 3 Antennen. Teilnehmer mit analogen LVS-Geräten werden zur Prüfung nicht zugelassen.
Die Prüfung gilt als bestanden, wenn die beiden vergrabenen LVS-Geräte erfolgreich sondiert werden sowie eines der beiden LVS-Geräte innerhalb des Zeitlimits von 8 Minuten ausgegraben wird.

 

Modul Motorik

Dieser 5-tägige Ausbildungslehrgang dient der intensiven Vorbereitung in allen für das Snowboarden benötigten motorischen Fertigkeiten im Bereich Freie Abfahrt, Slalom/Riesenslalom, Boardercross, Freestyle und Technik. Neben der Verbesserung des individuellen Fahrkönnens bereitet der Lehrgang gezielt auf die staatliche Snowboardlehrerprüfung vor. Die DSLV Schneesport Philosophie als inhaltliches und strukturelles Konzept für den Schneesportunterricht, mit den Lernebenen Grün, Blau, Rot und Schwarz, bildet die inhaltliche Grundlage dieser Ausbildung.

Ziele
Dieser Lehrgang soll Einblicke in die notwendigen motorischen Fertigkeiten beim Snowboarden gewähren. Speziell beschäftigt sich der Lehrgang mit dem Thema „sportliches Snowboarden“, individueller Verbesserung und Training der Teilnehmer. Der Lehrgang bereitet gezielt auf Anforderungen der staatlichen Snowboardlehrerprüfung vor.

Zulassungsvoraussetzungen
Zulassungsvoraussetzungen zur Teilnahme am Ausbildungslehrgang Modul Motorik ist die positive Eignungsfeststellung zur Ausbildung zum staatl. geprüften Snowboardlehrer der TU-München. Diese ergibt sich aus der erfolgreich abgelegten Prüfung zum Snowboardlehrer Level 3 sowie zwei erfolgreich absolvierten Level 1 Qualifikationen in Ski Alpin, Telemark und/oder Nordic.

Individuelle Voraussetzung
Souveränes Snowboarden auf „schwarzen“ Pisten
• Erfahrung im Umgang mit Gruppen und im Unterrichten der Lernebene „Schwarz“

Dauer
Inhalte Praxis
Inhalte Theorie
Bemerkungen
1 Tag motorische Fertigkeiten (8 UE)
• Freie Abfahrt
1 Tag motorische Fertigkeiten (6 UE)
• Technik
• situatives- und demonstratives Können
Vortrag I (2 UE) Biomechanik Snowboard
1 1/2 Tage motorische Fertigkeiten (6 UE)
• Fahren nach vorgegeben Linien
Vortrag II (2 UE) Fahren nach vorgegebenen Linien
1 1/2 Tage motorische Fertigkeiten (6 )
• Freestyle
Vortrag III (1 UE) Freestyle staatl. Prüfung

Ausrüstung
Der DSLV empfiehlt für die unterschiedlichen Ausbildungsinhalte eine passende Board-Auswahl.
– Freestyle-/Freeride-/Race-/Allmountain-Snowboard
– Helmpflicht!
– Rückenprotektor wird empfohlen

Übersicht Theorievorträge:
•Biomechanik Snowboard
• Fahren nach vorgegebenen Linien
• Freestyle staatl. Prüfung

Methodik/Didaktik
Im Unterrichtstraining wird das Unterrichten als Kernkompetenz des Snowboardlehrers ausgebildet. Der Lehrgang beschäftigt sich in erster Linie mit den motorischen Fähigkeiten, dennoch werden Zusammehänge der Methodik und Didaktik erarbeitet und analysiert.

Motorik (Techik/Freie Abfahrt/Freestyle)
Durch zahlreiche Korrekturen (auch Videokorrekturen), Aufzeigen diverser Übungsformen und verdeutlichen von fahrtechnischen und freestyletechnischen Zusammenhängen soll ein inneres Bewegungsbild geformt werden. Mit Hilfe dieses Bildes ist ein eigenständiges Training der Technikformen und deren situativer Anwendung möglich. Zur Vertiefung spezieller Bereiche ist die Teilnahme am TL Freies Abfahrt, TL Freestyle Einsteiger, TL Freestyle Aufsteiger,TL Technik möglich.

Technik

Ziel
Bestmögliche Verbesserung jeden Teilnehmers durch individuelle Aufgabenstellungen.
• Prüfungsaufgaben erfassen, analysieren, umsetzen und im Sinne der Benotung einschätzen lernen.

Theorie
Merkmale für optimales Kurvenfahren.
• Anwendung, Ausführung und Hintergründe in den unterschiedlichsten Situationen.
• Ferner werden das Prüfungskonzept (Technikprüfung) und die Bewertungskriterien erläutert.

Praxis
Die Merkmale für optimales Kurvenfahren werden in den verschiedensten Situationen angewendet.
• Es werden  Aufgabenstellungen zur individuellen Verbesserung durchgeführt und trainiert.
• Aufgabenstellungen nach dem Prüfungskonzept in unterschiedlichen Situationen, wie z.B. vom Einfachen (wenig Vorgaben) zum Komplexen (viele Vorgaben).

1. Demonstratives Können und
2. Situatives Können.
In jedem Bereich sind zwei unterschiedliche Prüfungsaufgaben mit je einem Versuch zu absolvieren.

  1. Demonstratives Können
    • eindeutig sichtbare Realisierung von definierten Fahrweisen und/oder definierten Aktionen mit entsprechenden Bewegungsspielräumen im Kurvenverlauf
    • Mögliche Fahrweisen: hart, weich, dynamisch, rhythmisch, fließend, zyklisch, regulierend, schneidend, driftend, vorwärts, rückwärts, schnell, mittel, langsam, …
    • Mögliche Aktionen: Körperschwerpunktverlagerungen: hoch-tief (Vertikalbewegung), vor-zurück
    • Kantbewegungen: Sprunggelenke kippen, Kniekippen, Ganzkörperkippen
    • Drehbewegungen: Kniedrehen, Ganzkörperdrehen, Gegendrehen, Vorausdrehen, ..
    • Bewegungsspielräume2. Situatives Können
    optimales Kurvenfahren in definiertem Gelände oder Sektor mit Spur-, Winkel- und/oder Tempovorgabe
    • Mögliche Geländevorgaben: Piste, Off-Piste, Buckelpiste, Wellen, Steilhang, kupiertes Gelände, Geländepark, …
    • Mögliche Spurvorgaben: Sanduhr, Trichter, enge Zone, breite Zone, schräge Zone, Einzelspur, usw. …
    • Mögliche Tempovorgaben: langsam, mittel, sportlich kontrolliert, sportlich kontrolliert mit Sicherheitsreserven evtl. mit Variationen

Die Prüfungsaufgaben werden nach folgender Vorlage vorgestellt

Gelände
Bezeichnung des Hanges, an dem die Prüfung stattfindet
Schnee Beschaffenheit der Schneeunterlage
Spuranlage z.B. Radius (kurz, mittel, lang, wechselnd),
Winkel (klein, mittel, groß, wechselnd),
Symmetrie (gleichbleibend, wechselnd)
Tempo z.B. langsam, mittel, sportlich kontrolliert, gleich bleibend, wechselnd
Besondere Aufgaben  1. rhythmische Fahrweise, weiche Fahrweise, regulierend,
ruhige Fahrweise, sportlich dynamisch, runder, fließender
Bewegungsablauf, schneller Kurvenwechsel, Forword-Switch, Fahrsinnwechsel, Fahrprinzpwechsel
2. optimale Anpassung an sich ändernde Bedingungen
Kurvenqualität optimale Kurvenqualität


Bewertungskriterien
Erfüllung der Aufgabenstellung (Kurvenqualität, Spuranlage, Tempo, Aktionen, Hangneigung, …)
• Erfüllen der Merkmale für optimales Kurvenfahren für den gesamten Kurvenverlauf
• Erfüllen der Merkmale für optimales Kurvenfahren beim Kurvenwechsel
• Erfüllen der Merkmale für optimales Kurvenfahren bei der Kurvensteuerung
• Anpassung der Bewegungsspielräume an die Situation

Freie Abfahrt

Ziele
Verbesserung des eigenen Fahrkönnens in verschiedenen Gelände- und Schneesituationen. Situative Anwendung der snowboardspezifischen Merkmale.
• Aktive, dynamische und sportlich kontrollierte Fahrweise im Gelände.

Theorie
Schwerpunkte des freien Fahrens in präpariertem Gelände und im freien, unpräparierten Gelände.

Praxis
Material: Helm, Rucksack mit LVS-Ausrüstung und erster Hilfe
• Befahren unterschiedlicher Pisten mit situativ angepassten Lösungsmöglichkeiten (technische, taktische Hinweise)
• Befahren von planen Pisten’Befahren von Buckelpisten
• Befahren von Tiefschnee und unverspurten bzw. verspurten Hängen
• Befahren von Geländeübergängen

Situative Anpassung
Merkmale für optimales Kurvenfahren
• angepasste Technik bei sportlich, kontrollierter Fahrweise mit Sicherheitsreserve an Hangneigung, Hanggliederung, Hangbreite, Schneebeschaffenheit, Pistenverhältnisse
• Angepasste Körperspannung
• Anwendung bei höherer Fahrgeschwindigkeit
• Variable Linienführung

Wichtiger Hinweis
Beim Fahren abseits der Piste, ist das Mitführen der alpinen Sicherheitsausrüstung
(LVS-Gerät, Schaufel, Sonde, Mobiltelefon, 1.-Hilfe-Ausrüstung) für jeden Teilnehmer obligatorisch.

Fahren nach vorgegebenen Linien

 Ziele
Souveränes befahren von Slalom, Riesenslalom und Boardercross
• Temposteigerung und optimale Kursbewältigung
• Vorbereitung auf die staatl. Prüfung

Theorie
Regeln und Taktik beim Rennlauf

Praxis
Giant Slalom / Slalom
• Wiederholen der Slalom Technik in verschiedenen Trainingsläufen
• Unterstützend werden Zeitläufe mit eingebaut
• Korrektur während der Trainingsläufe

Boardercross
• Training an ausgewählten Teilstrecken mit Korrektur
• Unterstützend werden Zeitläufe mit eingebaut

Freestyle

Ziele
Verbesserung des eigenen Fahrkönnens auf Box, Rail, Kicker und in der Halfpipe.
• Souveränes und fließend zusammenhängendes Befahren unterschiedlicher Obstacles im Fun-Park.

Theorie
Einführung in das Unterrichten von Freestyleelementen im Fun-Park.

Praxis
Kicker
• Straight Air mit verschiedenene Komponenten über große Kicker
• Erarbeiten und Trainieren eines 360° BS und FS
• Box (Straight, Down oder Kinked Box) oder Rail (Straight, Down)
• Erarbeiten und Trainieren der Mindestanforderungen an jedem Obstacle:
• BS Boardslide am Straight Rail
• 50/50 am Down Rail
• Kombitrick mit min. 540° (oder 360°) Rotation im Ganzen an Straight Box (Richtung egal)
• Switch BS Boardslide to forward oder FS Boardslide to switch oder ein beliebiger Lipslide to switch an Down Box
• Switch 50/50 to BS oder FS Boardslide an Kinked Box

Halfpipe
Erarbeiten und Trainieren eines Basicrun mit Grabvariationen

Literatur
Die Lehrgangsgebühr des Ausbildungs- und Prüfungslehrganges beinhaltet den DSLV Lehrplan „Snowboarden einfach“. Nach Anmeldung wird dem Teilnehmer ein Exemplar versandkostenfrei zugesandt. Der DSLV weist darauf hin, dass  die Teilnehmer an den Lehrgängen Snowboard Level 1 dieses Buch daher nicht gesondert bestellen müssen. Als weiterführende Literatur wird auch „Snowboard: Praxiswissen vom Profi zu Ausrüstung, Technik und Sicherheit“ wärmstens empfohlen.

Referate
Benennung Railtricks
Referat Boardercross
Referat Freestyle
Referat Biomechanik

Modul Methodik

Dieser 4-tägige Ausbildungslehrgang beschäftigt sich intensiv mit dem Gestalten von Snowboardunterricht. In verschiedenen Situation wird das Ausbilden von Snowboardlehrern geschult und mit einer Struktur hinterlegt. Die Einzelanalyse steht auch hier im Vordergrund und verbessert den Teilnehmer im Fahrkönnen und der Tätigkeit als Berater. Spezialgebiete wie Freestyle und Boardercross werden mit einbezogen um dort  methodische und didaktische Herangehensweisen zu schulen. Die DSLV Schneesport Philosophie als inhaltliches und strukturelles Konzept für den Schneesportunterricht, mit den Lernebenen Grün, Blau, Rot und Schwarz, bildet die Grundlage dieser Ausbildung.

Ziele
Situative Anpassung des Unterrichts
• Erarbeiten und verbessern von Lernzielen in allen Ebenen
• Ausbilden von Lernzielen in allen Ebenen
• Risikomanagement Freestyle – schulen und ausbilden im Park
• Risikomanagement BoarderX – schulen und ausbilden im BoarderX
• Vorbereitung auf die Lehrproben – unvorbereitet und vorbereitet

Zulassungsvoraussetzungen
Zulassungsvoraussetzungen zur Teilnahme an Ausbildung Modul Motorik ist die Eignungsfeststellung zum staatl. geprüften Snowboardlehrer der TU-München. Diese besteht aus der erfolgreichen Prüfung zum Snowboardlehrer Level 3 und zwei Level 1 in Ski, Telemark und Nordic.

Individuelle Voraussetzung
Souveränes Snowboarden auf „schwarzen“ Pisten
• Erfahrung im Umgang mit Gruppen und im Unterrichten der Lernebene „Schwarz“

Dauer
Inhalte Praxis
Inhalte Theorie
Bemerkungen
1 Tag Bewegungsanalyse Analyse, Struktur und Anwendung in der Situation Schwerpunkt Technik – verbessern in der Situation
1 Tag Bewegungsanalyse Analyse, Struktur und Anwendung in der Situation Schwerpunkt Freestyle/BoarderX – verbessern in der Situation
1 Tag A-O-V Hintergrundinformationen Sinnvoll weitergeben Schwerpunkt Ausbilden – souveräne Unterrichtsgestaltung
1 Tag A-O-V Lehrproben Workshop mit Feedback

Ausrüstung
Der DSLV empfiehlt für die unterschiedlichen Ausbildungsinhalte eine passende Board-Auswahl.
• Freestyle-/Freeride-/Allmountain-Snowboard
• Helmpflicht bei sicherheitsrelevanten Inhalten
• Rückenprotektor empfohlen

Übersicht Theorievorträge:
Lehrproben Taktik
• A-O-V Grundlagen des Unterrichtens (Freestyle/BoarderX)

Methodik/Didaktik
Im Unterrichtstraining wird das Unterrichten als Kernkompetenz des Snowboardlehrers ausgebildet. Unter dem Aspekt des DSLV Unterrichtskonzeptes A-O-V werden Lehrprobenthemen in vorbereiteten Lehrproben mit „Schülergruppen“ und unvorbereitet Lehrproben an „Probanden“ trainiert. Alter und konditionelle / koordinative Voraussetzungen der Schülergruppe entsprechen der Realsituation. Die Themenauswahl erschöpft sich aus den Lernzielen der Lernebenen Grün, Blau, Rot und Schwarz.
Die Aufgabenstellung zur Lehrprobe lautet:
„Arbeite mit deiner Schülergruppe in der Lernebene …. am Lernziel … Zeige eine methodisch sinnvolle Vorgehensweise auf, abgestimmt auf die jeweilige Schnee- und Geländesituation.“ oder „Weise deine Snowboardlehrergruppe in folgendes Thema ein…)

Motorik (Techik/Freie Abfahrt/Freestyle)
Die motorischen Fähigkeiten werden über die Aufarbeitung der Methodik während des Lehrgangs ständig korrigiert und mit Aufgaben verbessert.

Literatur
Der DSLV empfiehlt als Begleitliteratur für die theoretische Vorbereitung in den Ausbildungslehrgängen: DSLV Lehrplan – „Snowboarden einfach“ und „Outdoor Praxis Snowboarden“ Bruckmann Verlag

Vorbereitungslehrgang staatliche Prüfung

Dieser 3-tägige Trainingslehrgang ist eine intensive Vorbereitung auf die staatliche Snowboardlehrerprüfung.

Die DSLV Schneesport Philosophie als inhaltliches und strukturelles Konzept für den Schneesportunterricht, mit den Lernebenen Grün, Blau, Rot und Schwarz, bildet die Grundlage dieser Ausbildung.

Lehrgangsziel
Im Trainingslehrgang  wird der Snowboardlehrer intensiv auf die Prüfung zum staatlich geprüften Snowboardlehrer vorbereitet. Dabei werden je nach Bedürfnis der Teilnehmer die Themenbereiche Motorik (Freestyle, Technik, Fahren nach vorgegebenen Linien) sowie Methodik/Didaktik, also die Lehrproben, trainiert.

Inhalt
Dieser Trainingslehrgang dient als intensive Vorbereitung auf die Prüfung. Neben den prüfungsorientierten Inhalten werden auch Kenntnisse und Fähigkeiten aus dem technischen und methodischen Bereich vermittelt, die nicht unmittelbare Prüfungsrelevanz haben, aber Grundlagen für den weiteren Weg zur staatlichen Snowboardlehrerausbildung sind. Grundlage des methodischen Ausbildungsprogramms bilden die Lernziele und Inhalte der Lernebenen Grün, Blau und Rot der DSLV Schneesport Philosophie.

Zulassungsvoraussetzungen
Zulassungsvoraussetzungen zur Teilnahme am Trainingslehrgang ist der erfolgreiche Abschluss der Module Motorik und Methodik.

Dauer
Inhalte Praxis
Inhalte Theorie
Bemerkungen
0,5 Tag Freestyle
0,5 Tag Technik
0,5 Tag Methodik/Didaktik
0,5 Tag Freie Abfahrt
0,5 Tag Fahren nach vorgegebenen Linien
0,5 Tag Individuelles Training

Ausrüstung
Es besteht bei allen Prüfungen die Möglichkeit, das Material frei zu wählen. Der DLSV spricht allerdings folgende Empfehlungen aus:
Slalom: wenn vorhanden und diese auch beherrscht wird, ist alpine Snowboardausrüstung, bestehend aus Hardboot, Plattenbindung und Raceboard, eine gute Wahl
• SBX: Freeride-/Freestyleboard
• Technik, Freie Abfahrt: Freeride-/Freestyleboard
• Freestyle: Freeride-/Freestyleboard
• Helmpflicht bei sicherheitsrelevanten Inhalten, ein Rückenprotektor wird empfohlen

Übersicht Theorievorträge:
In diesem Lehrgang finden keine Theorieeinheiten statt. Nach Möglichkeit werden Videoanalysen stattfinden.

Methodik/Didaktik
Im Unterrichtstraining wird das Unterrichten als Kernkompetenz des Snowboardlehrers ausgebildet. Unter dem Aspekt des DSLV Unterrichtskonzeptes A-O-V werden Lehrprobenthemen in vorbereiteten Lehrproben mit „Schüler-Gruppen“ und unvorbereitete Lehrproben an „Probanden“ trainiert. Alter und konditionelle / koordinative Voraussetzungen der Schülergruppe entsprechen der Realsituation. Die Themenauswahl erschöpft sich aus den Lernzielen der Lernebenen Grün, Blau und Rot. Die Aufgabenstellung zur Lehrprobe lautet: „Arbeite mit deiner Schülergruppe in der Lernebene …. am Lernziel … Zeige eine methodisch sinnvolle Vorgehensweise auf, abgestimmt auf die jeweilige Schnee- und Geländesituation.“ oder „Weise deine Snowboardlehrergruppe in folgendes Thema ein…)

Motorik (Technik/Freie Abfahrt/Freestyle/Fahren nach vorgegebenen Linien)
Durch zahlreiche Korrekturen (auch Videokorrekturen), Aufzeigen diverser Übungsformen und Verdeutlichen von fahrtechnischen Zusammenhängen, soll ein inneres Bewegungsbild geformt werden. Mit Hilfe dieses Bildes ist ein eigenständiges Training der Technikformen und deren situativer Anwendung möglich.
Der Schwerpunkt liegt in der Vorbereitung auf die staatliche Prüfung in physischen und taktischen Bereichen.

Literatur
Der DSLV empfiehlt als Begleitliteratur für die theoretische Vorbereitung in den Ausbildungslehrgängen:
DSLV Lehrplan – „Snowboarden einfach“ und „Outdoor Praxis Snowboarden“ aus dem Bruckmann Verlag

Vorbereitungslehrgang BX und RS Basis/Plus

folgt …

Ausbildungs- und Prüfungsordnung

Auf Grund von Art. 128 Abs. 2 Satz 1 des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 7. Juli 1994 (GVBl S. 689, ber. S. 1024 und 1995 S. 98 und 148, BayRS 2230-1-1-UK), zuletzt geändert durch Gesetz vom 24. Juli 1998 (GVBl S. 442), in Verbindung mit Art. 2 Abs. 8 des Bayerischen Hochschulgesetzes (BayHSchG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 2. Oktober 1998 (GVBl S. 740, BayRS 2210-1-1-WFK), erlassen das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus sowie das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst folgende gemeinsame Verordnung:

Inhaltsübersicht
§ 1 Art und Zweck der Prüfung, Berechtigung
§ 2 Organisation der Ausbildungsrichtungen
§ 3 Eignungsfeststellung
§ 4 Allgemeine Voraussetzungen für die Zulassung zur Ausbildung
§ 5 Ausbildungslehrgänge
§ 6 Praktikum
§ 7 Allgemeine Voraussetzungen für die Zulassung zu den prüfungsvorbereitenden Lehrgängen und zur staatlichen Prüfung
§ 8 Prüfungsvorbereitende Lehrgänge
§ 9 Teile der staatlichen Prüfung
§ 10 Organisation und Durchführung der staatlichen Prüfung
§ 11 Ordnungsmaßnahmen, Ausschluss von Ausbildung und Prüfung
§ 12 Bekanntmachung der Lehrgänge, Versagung der Zulassung zu einem Lehrgang
§ 13 Regelausbildungszeit und Zulassungsverfahren zur staatlichen Prüfung
§ 14 Prüfungsblätter
§ 15 Bewertung der Prüfungsleistungen, Notenbildung
§ 16 Unterschleif und Beeinflussungsversuch
§ 17 Rücktritt und Abbruch
§ 18 Wiederholung der staatlichen Prüfung
§ 19 Anerkennung ausländischer Befähigungsnachweise
§ 20 Prüfungsgebühren, Verwaltungsgebühren
Anlage 2 Schneesportlehrer

 

§ 1 Art und Zweck der Prüfung, Berechtigung

(1) Die Prüfungen für Fachsportlehrer im freien Beruf werden in Bayern an der Technischen Universität München als staatliche Prüfungen in den Ausbildungsrichtungen Berg- und Skiführer sowie Schneesportlehrer durchgeführt.

(2) 1 Durch die erfolgreiche Ablegung der Prüfung wird die Befähigung zur Erteilung von Unterricht im freien Beruf in der gewählten Ausbildungsrichtung nachgewiesen. 2 Über die bestandene Prüfung wird den Ausbildungsteilnehmern ein Zeugnis ausgestellt.

(3) 1 Mit dem Zeugnis über die bestandene Prüfung wird die Berechtigung zur Führung einer der folgenden Berufsbezeichnungen verliehen:

  1. „staatlich geprüfter Berg- und Skiführer“,
  2. „staatlich geprüfter Schneesportlehrer“.

² Staatlich geprüfte Schneesportlehrer können ihrer gewählten Disziplin entsprechend stattdessen die Bezeichnung „staatlich geprüfter Skilehrer“ oder „staatlich geprüfter Snowboardlehrer“ wählen.

 

§ 2 Organisation der Ausbildungsrichtungen

(1) 1 Die Ausbildung und Prüfung zum staatlich geprüften Fachsportlehrer ist wie folgt gegliedert:

  1. Eignungsfeststellung (§ 3);
  2. Ausbildungslehrgänge (§ 5);
  3. Praktikum (§ 6);
  4. prüfungsvorbereitende Lehrgänge (§ 8) und
  5. staatliche Prüfung (§§ 9 bis 18).

² Die Ausbildungslehrgänge und prüfungsvorbereitenden Lehrgänge erstrecken sich über mindestens 50 Tage, wobei ein Tag mindestens acht Ausbildungsstunden je 60 Minuten umfasst.

(2) 1 Die Technische Universität München ist mit der Ausbildung und der staatlichen Prüfung betraut. 2 Sie kann die Durchführung der Eignungsfeststellung, der Ausbildungslehrgänge und prüfungsvorbereitenden Lehrgänge für eine Ausbildungsrichtung jeweils einem geeigneten Berufsverband, gegebenenfalls auch in Kooperation mit weiteren Ausbildungsträgern, übertragen, der Gewähr für eine gleichbleibend hohe inhaltliche Qualität der Lehrgangsangebote bietet. 3 Die Technische Universität München hat in diesem Fall durch regelmäßige Kontrolle die Qualität des Lehrgangsangebots sicherzustellen. 4 Näheres regeln die Anlagen 1 und 2.

(3) 1 Ausbilder im Rahmen der Ausbildungslehrgänge und prüfungsvorbereitenden Lehrgänge bzw. Ausbilder im Rahmen des Praktikums (Praktikumsbetreuer) kann nur sein, wer die staatliche Prüfung in der jeweiligen Ausbildungsrichtung erfolgreich abgelegt hat. 2 Die Technische Universität München kann den Einsatz eines Ausbilders mit Auflagen verbinden. 3 Insbesondere kann die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen sowie eine mehrjährige einschlägige Berufspraxis nach Ablegung der staatlichen Prüfung in der betreffenden Ausbildungsrichtung zur Auflage gemacht werden.

 

§ 3 Eignungsfeststellung

1 Die Eignung für die angestrebte Ausbildungsrichtung muss festgestellt werden. 2 Inhalte, Verfahren und Prüfungsmodalitäten der Eignungsfeststellung ergeben sich für die Ausbildungsrichtung Berg- und  Skiführer aus Anlage 1 sowie für die Ausbildungsrichtung Schneesport aus Anlage 2.

§ 4 Allgemeine Voraussetzungen für die Zulassung zur Ausbildung

(1) Für die Zulassung zur Ausbildung ist allgemein erforderlich:

  1. Vollendung des 18. Lebensjahres;
  2. Nachweis einer Ausbildung in erster Hilfe (nicht älter als zwei Jahre) von mindestens acht  Doppelstunden Dauer;
  3. ärztliches Zeugnis (nicht älter als drei Monate), das die körperliche und gesundheitliche Eignung für die gewählte Ausbildungsrichtung bescheinigt;
  4. Feststellung der Eignung für die gewählte Ausbildungsrichtung gemäß § 3;
  5. amtliches Führungszeugnis (nicht älter als drei Monate);
  6. ausreichende Kenntnis der deutschen Sprache in Wort und Schrift.

(2) Zur Ausbildung kann nicht zugelassen werden, wer

  1. nicht im Besitz der Fähigkeit ist, öffentliche Ämter zu bekleiden oder Rechte aus öffentlichen Wahlen zu erlangen ( § 45 Strafgesetzbuch);
  2. auf Grund einer rechtskräftigen Verurteilung wegen eines Verbrechens oder Vergehens für die Ausübung eines Lehrberufs ungeeignet erscheint;
  3. die staatliche Prüfung oder einen Lehrgang in der entsprechenden Ausbildungsrichtung endgültig nicht bestanden hat.

 

§ 5 Ausbildungslehrgänge

1 Die Ausbildungslehrgänge gliedern sich aufeinander abgestimmt in Theorie- und Praxislehrgänge. 2 Reihenfolge und Inhalte ergeben sich für die Ausbildungsrichtung Berg- und Skiführer aus Anlage 1 sowie für die Ausbildungsrichtung Schneesport aus Anlage 2. 3 Die Ausbildungslehrgänge können durch entsprechende Gestaltung der Eignungsfeststellung ersetzt werden.

 

§ 6 Praktikum

(1) 1 Zeitpunkt, Inhalte und Umfang des Praktikums werden in den Anlagen 1 und 2 für die jeweilige Ausbildungsrichtung geregelt. 2 Weiterbildungsveranstaltungen durch den Ausbilder bzw.  Praktikumsbetreuer können höchstens bis zu einem Viertel auf die Dauer des Praktikums angerechnet werden. 3 Die Entscheidung trifft die Technische Universität München. 4 Über die Lehrpraxis ist ein Ausbildungsbuch mit Angaben zu Datum, Unterrichtszeit, Lehrinhalt und Schüler sowie dem Signum des Ausbilders bzw. des Praktikumsbetreuers zu führen.

(2) 1 Das Praktikum ist durch einen Ausbildungsvertrag zwischen dem Ausbildungsteilnehmer und dem Ausbilder bzw. Praktikumsbetreuer zu regeln. 2 Der Ausbildungsvertrag kann in Abstimmung mit der Technischen Universität München gelöst werden

  1. in beiderseitigem Einvernehmen zwischen den Parteien des Ausbildungsvertrags;
  2. im Fall des § 11 Abs. 2 Nr. 2 von Seiten des Ausbilders bzw. Praktikumsbetreuers oder
  3. in besonders begründeten Fällen von Seiten des Ausbildungsteilnehmers.

(3) 1 Das Praktikum kann für die Zulassung zur staatlichen Prüfung nur anerkannt werden, wenn es von derTechnischen Universität München genehmigt ist. 2 Mit dem Antrag auf Genehmigung des Praktikums ist der Ausbildungvertrag vorzulegen.

(4) Die nach Anlagen 1 und 2 festgelegte Mindestdauer des Praktikums kann durch die Technische Universität München bei Nachweis über entsprechende Tätigkeiten im Rahmen eines Sportstudiums oder einer Trainerausbildung auf Antrag verkürzt werden.

 

§ 7 Allgemeine Voraussetzungen für die Zulassung zu den prüfungsvorbereitenden Lehrgängen und zur staatlichen Prüfung

(1) 1 Für die Zulassung zu den prüfungsvorbereitenden Lehrgängen ist die erfolgreiche Teilnahme an den jeweiligen Ausbildungslehrgängen gemäß § 5 erforderlich. 2 § 4 Abs. 1 und 2 gelten entsprechend. 3 Die Zulassung kann darüber hinaus nicht erhalten, wer

  1. ein Ausbildungsbuch (§ 6 Abs. 1) mit falschen Eintragungen vorgelegt hat oder
  2. auf Grund eines Gutachtens einer der sportmedizinischen Polikliniken der Technischen Universität München den Beruf als Fachsportlehrer in der gewählten Ausbildungsrichtung nicht ausüben kann.

(2) Die Technische Universität München kann andere nach Art, Umfang und Inhalt vergleichbare Ausbildungen als gleichwertig zu den Ausbildungslehrgängen gemäß § 5 anerkennen.

(3) 1 Die Zulassung zur staatlichen Prüfung in Theorie und Praxis setzt die erfolgreiche Teilnahme an denzugehörigen prüfungsvorbereitenden Lehrgängen der jeweiligen Ausbildungsrichtung gemäß § 8 sowie die Ableistung des Praktikums gemäß § 6 voraus. 2 Die Zulassung zur staatlichen Prüfung ist ausgeschlossen, wenn die Teilnahme an einem Prüfungslehrgang bereits länger als vier Jahre zurückliegt.

 

§ 8 Prüfungsvorbereitende Lehrgänge

1 Die prüfungsvorbereitenden Lehrgänge gliedern sich in Theorie- und Praxislehrgänge. 2 Reihenfolge und Inhalte ergeben sich für die Ausbildungsrichtung Berg- und Skiführer aus Anlage 1 sowie für die Ausbildungsrichtung Schneesport aus Anlage 2.

 

§ 9 Teile der staatlichen Prüfung

(1) 1 Die staatliche Prüfung besteht aus einer praktischen Prüfung, einer theoretischen Prüfung und einer Prüfung der Lehreignung. 2 Die theoretische Prüfung kann unabhängig von den beiden anderen Prüfungsteilen erfolgen.

³ Im Übrigen müssen unbeschadet der Regelungen in § 17 Abs. 2 und 5 und § 18 Abs. 2 die Prüfungsteile sowie ihre jeweiligen Prüfungsbereiche und deren Prüfungsaufgaben in einem zusammenhängenden Prüfungsverfahren abgelegt werden, das aus organisatorischen Gründen mehrere Prüfungstermine aufweisen kann.

(2) 1 In den Prüfungsaufgaben der theoretischen Prüfung wird schriftlich oder mündlich oder schriftlich und mündlich geprüft. 2 An die Stelle einer mündlichen Prüfung kann auch eine weitere schriftliche Prüfung treten.
³ Das Verfahren wird zu Beginn der theoretischen Prüfung bekannt gegeben.

(3) 1 Die Prüfung der Lehreignung erfolgt, soweit die jeweilige Anlage einer Ausbildungsrichtung nichts anderes bestimmt, in zwei Lehrproben. 2 Soweit es sich um Lehrproben handelt, deren Thema und Dauer mindestens 24 Stunden vorher bekannt gegeben wurden, ist vor Beginn den Prüfern eine schriftliche Ausarbeitung auszuhändigen, aus der der vorgesehene Gang der Lehrprobe ersichtlich sein muss. 3 Bei den anderen Lehrproben ist dem Prüfling eine der Thematik und Dauer entsprechende Vorbereitungszeit einzuräumen.

 

§ 10 Organisation und Durchführung der staatlichen Prüfung

(1) Prüfungsvorsitzender und Prüfer für die staatlichen Prüfungen werden jeweils von der Technischen Universität München eingesetzt.

(2) Als Prüfer können eingesetzt werden:

  1. Hochschullehrer (Art. 2 Abs. 3 Satz 1 des Bayerischen Hochschullehrergesetzes),
  2. Professoren im Ruhestand,
  3. wissenschaftliche Assistenten,
  4. hauptberufliche wissenschaftliche Mitarbeiter,
  5. Lehrbeauftragte,
  6. Lehrkräfte für besondere Aufgaben,
  7. fachlich besonders ausgewiesene Lehrpersonen der einzelnen Ausbildungsrichtungen.

(3) Die Prüfer werden vom Prüfungsvorsitzenden mit dem Entwerfen von Prüfungsaufgaben, der Aufsicht in den Prüfungen, der Bewertung der schriftlichen Arbeiten sowie mit der Durchführung und Bewertung der mündlichen und praktischen Prüfungen beauftragt.

(4) 1 Jede Prüfungsaufgabe wird grundsätzlich von zwei Prüfern bewertet. 2 Die Zahl der Prüfer kann erhöht werden, wenn dies nach den besonderen Umständen zur besseren Beobachtung einzelner Teile der Prüfungsaufgabe zweckmäßig ist. 3 Innerhalb einer Prüfungsaufgabe können Teilaufgaben auch nur von einem Prüfer bewertet werden. 4 In diesem Fall ist die Note aus mindestens zwei von zwei verschiedenen Prüfern bewerteten Teilprüfungsaufgaben als Durchschnittsnote gemäß § 15 Abs. 2 zu bilden.

(5) 1 Der Prüfungsvorsitzende organisiert und leitet die Prüfung. 2 Er hat insbesondere folgende Aufgaben: Er

  1. überwacht den Ablauf der Prüfung im Ganzen,
  2. entscheidet über die Zulassung zur Prüfung und den Ausschluss von der Prüfung,
  3. entscheidet über den Einsatz der Prüfer gemäß Abs. 3;
  4. entscheidet über die Auswahl der Prüfungsaufgaben der schriftlichen Arbeiten,
  5. stellt das Bestehen oder Nichtbestehen der Prüfung fest und unterzeichnet die Prüfungszeugnisse.

 

§ 11 Ordnungsmaßnahmen, Ausschluss von Ausbildung und Prüfung

(1) Die Ausbildungs- und Prüfungsteilnehmer sind verpflichtet, den der Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit dienenden Anweisungen der Person, die den Lehrgang leitet (Lehrgangsleiter), oder des Praktikumsbetreuers oder seines Beauftragten, nachzukommen.

(2) Ausbildungsteilnehmer, die ihren Verpflichtungen trotz Ermahnung nicht nachkommen, können mit folgenden Ordnungsmaßnahmen belegt werden:

  1. Verwarnung durch den Lehrgangsleiter oder den Ausbilder;
  2. Ausschluss von dem betreffenden Lehrgang durch den Lehrgangsleiter oder Auflösung des Ausbildungsvertrags über das begonnene Praktikum durch den Ausbilder oder
  3. Ausschluss von der gesamten Ausbildung oder Prüfung durch den Prüfungsvorsitzenden.

(3) 1 Vor der Verhängung einer Ordnungsmaßnahme ist dem Ausbildungs- oder Prüfungsteilnehmer Gelegenheit zur Äußerung zu geben. 2 Ordnungsmaßnahmen sind schriftlich zu vollziehen und aktenkundig zu machen.

(4) Die Regelung des Abs. 2 findet entsprechend Anwendung in Fällen, in denen ein Ausbildungs- oder Prüfungsteilnehmer

  1. den ordnungsgemäßen Ablauf der Ausbildung oder Prüfung stört oder zu stören versucht;
  2. durch das Verhalten eine Gefahr für sich oder andere darstellt oder
  3. an einer Krankheit leidet, die die Gesundheit anderer ernstlich gefährden oder den ordnungsgemäßen Ablauf der Ausbildung oder Prüfung beeinträchtigen würde.

(5) 1 Ergeben sich im Lauf der Ausbildung oder Prüfung berechtigte Zweifel an der persönlichen Eignung des Ausbildungsteilnehmers, ist die Technische Universität München verpflichtet, die Eignung gutachterlich feststellen zu lassen. 2 Kann die Eignung nicht festgestellt werden, ist der Ausbildungsteilnehmer von der Ausbildung bzw. Prüfung insgesamt auszuschließen.

 

§ 12 Bekanntmachung der Lehrgänge, Versagung der Zulassung zu einem Lehrgang

(1) Lehrgänge der Technischen Universität München sind von dieser im Bayerischen Staatsanzeiger bekannt zu machen.

(2) Lehrgänge, mit deren Durchführung gemäß § 2 Abs. 2 Satz 2 ein Berufsverband beauftragt wurde, sind von diesem im Einvernehmen mit der Technischen Universität München im jeweiligen Verbandsorgan auszuschreiben.

(3) 1 In der Bekanntmachung bzw. Ausschreibung sind Anmeldefrist, -anschrift und -unterlagen festzulegen. ² Bei Lehrgängen nach § 2 Abs. 2 Satz 2 ist ferner ein entsprechender Hinweis aufzunehmen, falls bei der Meldung der Nachweis eines bestimmten Versicherungsschutzes vorzulegen ist.

(4) 1 Können aus Kapazitätsgründen nicht alle Ausbildungsteilnehmer berücksichtigt werden, so ist der Zeitpunkt des Eingangs der Anmeldung maßgeblich. 2 Darauf ist bei der Ausschreibung hinzuweisen.

(5) Beabsichtigt ein Verband, Ausbildungsteilnehmer aus anderen Gründen als aus Kapazitätsgründen oder nicht rechtzeitiger Vorlage der erforderlichen Unterlagen abzuweisen, so hat er vorher das Einvernehmen mit der Technischen Universität München herzustellen.

 

§ 13 Regelausbildungszeit und Zulassungsverfahren zur staatlichen Prüfung

(1) 1 Der Antrag auf Zulassung zur Prüfung muss innerhalb von sechs Jahren nach der Eignungsfeststellung gemäß § 3 (Regelausbildungszeit) erfolgen. ² Im Fall des § 5 Satz 3 verkürzt sich die Regelausbildungszeit auf drei Jahre.

(2) Zeit und Ort der staatlichen Prüfung sowie die Frist für den Antrag auf Zulassung werden auf Vorschlag der Technischen Universität München vom Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst jeweils rechtzeitig gesondert bekannt gemacht; die Regelung gemäß Anlage 1 Nr. 5.1 Satz 3 bleibt unberührt.

(3) Die Ausbildungsteilnehmer reichen bei der Technischen Universität München einen Antrag auf Zulassung zur Prüfung ein, aus dem hervorgehen muss, in welcher Ausbildungsrichtung die Prüfung abgelegt werden soll.

(4) Dem Antrag sind beizufügen:

  1. ein tabellarischer Lebenslauf, der folgende Angaben enthält: Name, Tag und Ort der Geburt, Beruf, Schulbildung, Gang der fachlichen Ausbildung und sportlicher Werdegang des Ausbildungsteilnehmers;
  2. amtliches Führungszeugnis – nicht älter als drei Monate -;
  3. ärztliches Zeugnis – nicht älter als drei Monate -, das die körperliche und gesundheitliche Eignung des Ausbildungsteilnehmers für die Ausübung des Berufs als Fachsportlehrer in der gewählten Ausbildungsrichtung bescheinigt;
  4. ein Passbild – Name und Anschrift auf der Rückseite – und
  5. Nachweise über die Erfüllung der allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen gemäß § 7 und der besonderen Zulassungsvoraussetzungen, soweit solche in der Anlage zur jeweiligen Ausbildungsrichtung geregelt werden.

(5) 1 Wird der Antrag auf Zulassung zur Prüfung nicht innerhalb der festgelegten Regelausbildungszeit gestellt oder liegen die Zulassungsvoraussetzungen nicht vor, so kann die Technische Universität München auf Antrag eine angemessene Nachfrist für die Zulassung zur staatlichen Prüfung einräumen, wenn der Ausbildungsteilnehmer die Gründe dafür nicht zu vertreten hat. 2 Andernfalls erfolgt der Ausschluss von der Ausbildung bzw. Prüfung.

(6) 1 Die zugelassenen Ausbildungsteilnehmer werden von der Technischen Universität München zur Ablegung der Prüfung schriftlich eingeladen. 2 Ausbildungsteilnehmer, die beim namentlichen Aufruf zur Prüfungseröffnung und zu den einzelnen Prüfungsaufgaben nicht anwesend sind, werden von der Prüfung ausgeschlossen. 3 Tritt ein Ausbildungsteilnehmer aus Gründen, die er zu vertreten hat, nicht zur Prüfung an, gilt die Prüfung als nicht bestanden.

 

§ 14 Prüfungsblätter

1 Die von den Prüfern festgesetzten Einzelnoten sind in Prüfungsblätter einzutragen und von den Prüfern zu unterzeichnen. 2 Diese Prüfungsblätter sind von der Technischen Universität München zu den Prüfungsakten zu nehmen.

§ 15 Bewertung der Prüfungsleistungen, Notenbildung

(1) 1 Bei der Bewertung der Prüfungsleistung durch den einzelnen Prüfer werden ausschließlich folgende Noten erteilt:

sehr gut           (1) =     eine Leistung, die den Anforderungen in besonderem Maße entspricht,

gut                    (2) =     eine Leistung, die den Anforderungen voll entspricht,

befriedigend   (3) =     eine Leistung, die im Allgemeinen den Anforderungen entspricht,

ausreichend   (4) =     eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen entspricht,

mangelhaft     (5) =     eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen lässt, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden können,

ungenügend   (6) =    eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht und bei der selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft sind, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden können.

² Die Bewertung einer Prüfungsleistung mit einer Zwischennote ist nicht zulässig.

(2) 1 Ist eine Note aus mehreren Einzelbewertungen oder aus voneinander abweichenden Bewertungen mehrerer Prüfer zu ermitteln, so ist die Notensumme durch die Zahl der Prüfungsleistungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Gewichtung zu teilen. ² Dabei zählt, soweit nicht im Einzelfall etwas anderes bestimmt ist, jede Note einfach. ³ Die Note wird auf zwei Dezimalstellen berechnet; die dritte Dezimalstelle bleibt unberücksichtigt. 4 Es ergibt sich so ein errechneter Zahlenwert; für diesen gilt:

„sehr gut“           bei einem Notendurchschnitt von 1,00 bis 1,50 einschließlich,

„gut“                    bei einem Notendurchschnitt von 1,51 bis 2,50 einschließlich,

„befriedigend“   bei einem Notendurchschnitt von 2,51 bis 3,50 einschließlich,

„ausreichend“   bei einem Notendurchschnitt von 3,51 bis 4,50 einschließlich,

„mangelhaft“     bei einem Notendurchschnitt von 4,51 bis 5,50 einschließlich,

„ungenügend“   bei einem Notendurchschnitt über 5,51.

 

§ 16 Unterschleif und Beeinflussungsversuch

(1) 1 Der Versuch, das Ergebnis einer Prüfungsaufgabe durch Unterschleif, Täuschung oder Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zu eigenem oder fremdem Vorteil zu beeinflussen, führt zur Bewertung der betreffenden Prüfungsleistung mit „ungenügend“. ² In schweren Fällen erfolgt der Ausschluss von der Prüfung; die Prüfung ist nicht bestanden. ³ Als Versuch einer Täuschung gilt schon das Bereithalten nicht zugelassener Hilfsmittel nach Ausgabe der Prüfungsaufgaben, es sei denn, es wird nachgewiesen, dass der Besitz weder auf Vorsatz noch auf Fahrlässigkeit beruht.

(2) 1 Wird ein Tatbestand nach Absatz 1 Satz 1 erst nach Aushändigung des Zeugnisses bzw. der Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme an einem Lehrgang festgestellt, so ist die betreffende Prüfungsleistung nachträglich mit „ungenügend“ zu bewerten und das Gesamtprüfungsergebnis entsprechend zu berichtigen. ² In schweren Fällen ist die Gesamtprüfung als nicht bestanden zu erklären. ³ Ein unrichtiges Prüfungszeugnis ist einzuziehen und gegebenenfalls in berichtigter Fassung neu auszustellen.

 

§ 17 Rücktritt und Abbruch

(1) 1 Im Fall eines Rücktritts von der Teilnahme nach der Zulassung zu einem Lehrgang, aber vor dessen Beginn, gilt die Zulassung als nicht erfolgt. ² Bei einem Rücktritt nach Lehrgangseröffnung gilt der Lehrgang als nicht erfolgreich absolviert. ³ Sofern für den Rücktritt Gründe maßgebend sind, die der Ausbildungsteilnehmer nicht zu vertreten hat, kann der bis zum Rücktritt regelmäßig und erfolgreich besuchte Lehrgangsteil anerkannt werden. 4 Der Prüfungsvorsitzende kann auf Antrag das Nachholen des versäumten Lehrgangsteils zum nächstmöglichen Zeitpunkt in einer geeigneten Lehrgangsmaßnahme genehmigen.

(2) 1 Erfolgt der Rücktritt nach der Zulassung zur staatlichen Prüfung, so gilt die Prüfung als nicht bestanden. ² Sofern für den Rücktritt Gründe maßgebend sind, die der Ausbildungsteilnehmer nicht zu vertreten hat, gilt die Prüfung als nicht angetreten. 3 Falls jedoch zum Zeitpunkt des Rücktritts bereits Prüfungsteile bzw. Prüfungsbereiche und Prüfungsaufgaben gemäß § 9 Abs. 1 abgelegt sind, werden deren Prüfungsleistungen bei einem erneuten Antreten angerechnet.

(3) 1 Vom Ausbildungsteilnehmer nicht zu vertretende Gründe für den Rücktritt sind unaufgefordert unverzüglich nach Eintritt des Rücktrittsgrunds nachzuweisen. 2 Im Fall einer Erkrankung oder Verletzung ist der Nachweis durch ärztliches Zeugnis oder durch Zeugnis einer der sportmedizinischen Polikliniken der Technischen Universität München zu erbringen; von diesem Erfordernis kann im Einzelfall nach Entscheidung des Prüfungsvorsitzenden abgewichen werden.

(4) Wird eine Teilprüfung nicht angetreten, so gilt sie als nicht bestanden.

(5) Kann ein Lehrgang oder die Prüfung aus unabwendbaren, insbesondere witterungsbedingten Gründen vom Veranstalter nicht zu Ende geführt werden, so müssen die nicht abgelegten Lehrgangsteile bzw. Prüfungsaufgaben im folgenden Termin nachgeholt werden.

 

§ 18 Wiederholung der staatlichen Prüfung

(1) Wer die gesamte Prüfung bzw. einzelne Prüfungsteile, Prüfungsbereiche oder Prüfungsaufgaben nicht bestanden hat, kann diese zweimal jeweils zum nächsten Prüfungstermin wiederholen.

(2) Die Ergebnisse bestandener Prüfungsteile bzw. Prüfungsbereiche oder Prüfungsaufgaben werden auf Antrag angerechnet.

 

§ 19 Anerkennung ausländischer Befähigungsnachweise

(1) 1 Wer in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder einem nach europäischen Recht gleichgestellten Drittstaat eine Qualifikation als Fachsportlehrer im freien Beruf in einer Ausbildungsrichtung erworben hat, für die eine Verordnung zur Berufsausübung erlassen ist, bedarf zur Aufnahme und nicht nur vorübergehenden oder gelegentlichen Ausübung der entsprechenden beruflichen Tätigkeit in Bayern der Anerkennung seiner Berufsqualifikation. ² Ob eine berufliche Tätigkeit von Dauer oder regelmäßiger Wiederholung angestrebt wird, beurteilt die Technische Universität München auf der Grundlage von Art. 5 Abs. 2 der Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen (ABl L 255 S. 22, 2007 ABl L 271 S. 18, 2008 ABl L 93 S. 28, 2009 ABl L 33 S. 49) in der jeweils geltenden Fassung.

(2) 1 Die Technische Universität München entscheidet über die Anerkennung nach Abs. 1. 2 Sie ist darüber hinaus zuständige Behörde nach Art. 8 der Richtlinie 2005/36/EG.

(3) 1 Die Anerkennung ist auszusprechen, wenn

  1. die Berufsqualifikation in den Anerkennungsbereich der Richtlinie 2005/36/EG fällt,
  2. die Qualifikation im Herkunftsmitgliedstaat zur Ausübung des Berufs eines Fachsportlehrers der betreffenden Ausbildungsrichtungen berechtigt,
  3. ausreichende deutsche Sprachkenntnisse nachgewiesen sind uns
  4. eine Ausgleichsmaßnahme nach Feststellung der Prüfungsbehörde nicht erforderlich ist oder erfolgreich absolviert wurde.

² Mit dem schriftlichen Antrag auf Feststellung der Anerkennung sind folgende Unterlagen vorzulegen:

  1. Gültiger Reisepass oder Personalausweis in beglaubigter Kopie,
  2. Nachweis der Staatsangehörigkeit,
  3. Zeugnisse über die Berufsqualifikation als Fachsportlehrer in beglaubigter Kopie,
  4. Lebenslauf (mit tabellarischer Darstellung des Ausbildungsgangs),
  5. Nachweis der beruflichen Erfahrungen,
  6. Erklärung darüber, für welche Ausbildungsrichtung die Anerkennung beantragt wird.

³ Über die Vorlage weiterer Unterlagen entscheidet die Technische Universität München.

(4) Bewerber, die eine andere als die deutsche Muttersprache haben oder bei denen Zweifel an ausreichenden deutschen Sprachkenntnissen bestehen, haben den Nachweis ausreichender Sprachkenntnisse durch die Vorlage des „Goethe-Zertifikats B2“ eines Goethe-Instituts zu erbringen.

(5) 1 Eine Ausgleichsmaßnahme ist nur erforderlich, wenn und soweit die zur Anerkennung beantragte Berufsqualifikation auch unter Berücksichtigung der nachgewiesenen Berufserfahrung nicht den in dieser Verordnung vorgeschriebenen Anforderungen hinsichtlich Voraussetzungen, Ausbildung und Prüfungen entspricht.
² Die Technische Universität München soll binnen eines Monats nach vollständiger Antragstellung gegenüber dem Antragsteller schriftlich feststellen, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang eine Ausgleichsmaßnahme in Form einer Eignungsprüfung oder eines Anpassungslehrgangs erforderlich ist.
³ Für die Ausgleichsmaßnahme vorzusehende Sachgebiete und Einzelprüfungen werden auf der Grundlage dieser Verordnung festgelegt. 4 Der Antragsteller kann zwischen Eignungsprüfung und Anpassungslehrgang wählen.

(6) 1 Im Rahmen der Eignungsprüfung muss der Bewerber die wesentlichen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse für die Ausübung der zur Anerkennung beantragten Berufsqualifikation nachweisen. 2 Die Eignungsprüfung wird von der Technischen Universität München grundsätzlich in Verbindung mit den entsprechenden Fachsportlehrerprüfungen in Bayern durchgeführt und kann zweimal wiederholt werden.

(7) Für die Durchführung der Eignungsprüfung wird von der Technischen Universität München entsprechend dem Aufwand eine Gebühr für Schneesportlehrer zwischen 100 € und 380 €, für Berg- und Skiführer zwischen 100 € und 1.700 € festgesetzt.

(8) 1 Im Anpassungslehrgang nimmt der Antragsteller an einer Zusatzausbildung unter Aufsicht und Verantwortung eines nach den Bestimmungen dieser Verordnung ausgebildeten Staatlich geprüften Schneesportlehrers oder Staatlich geprüften Berg- und Skiführers teil. 2 Der Anpassungslehrgang wird mit einer Bewertung abgeschlossen.
³ Die Technische Universität München bestimmt Umfang, Inhalte und Bewertung des Anpassungslehrgangs, die Rechtsstellung des Lehrgangsteilnehmers sowie die Schneesportschule oder die Bergsteigerschule, an der der Anpassungslehrgang durchzuführen ist.

 

§ 20 Prüfungsgebühren, Verwaltungsgebühren

(1) Für die Prüfungen einschließlich der Mitteilung des Prüfungsergebnisses in den Ausbildungsrichtungen werden folgende Gebühren erhoben:

  1. Berg- und Skiführer:                    1 700 €;
  2. Schneesportlehrer:                         380 €.

(2) Für Wiederholungsprüfungen werden folgende Gebühren erhoben:

  1. Berg- und Skiführer:
    a) je Prüfungsaufgabe aus dem Prüfungsbereich „Führungstätigkeit“: 400 €;
    b) je Prüfungsaufgabe aus dem Prüfungsbereich Fertigkeiten aus dem Bereich des „Risikomanagements“: 100 €;
    c) je Prüfungsaufgabe aus dem Prüfungsbereich „Lehreignung“: 100 €;
    d) aus dem Prüfungsteil Theorie: 50 €,
    einmalig, unabhängig von der Anzahl der zu wiederholenden Prüfungsaufgaben.
  2. Schneesportlehrer:
    a) je Prüfungsaufgabe aus dem Prüfungsbereich „Motorische Fertigkeiten“: 75 €;
    b) je Prüfungsaufgabe aus dem Prüfungsbereich „Methodische Fertigkeiten“: 50 €;
    c) je Prüfungsaufgabe aus dem Prüfungsbereich Fertigkeiten im „Risikomanagement“: 50 €;
    d) aus dem Prüfungsteil Theorie: 50 €,
    einmalig, unabhängig von der Anzahl der zu wiederholenden Prüfungsaufgaben.

(3) 1 Auslagen werden nicht erhoben. ² Die Gebühr wird mit der Anmeldung zur Prüfung fällig. ³ Für die Zulassung oder Zurückweisung der Anmeldung werden Verwaltungskosten nach dem Kostengesetz erhoben.

(4) 1 Tritt ein Bewerber vor Prüfungsbeginn von der Prüfung zurück oder wird seine Zulassung vor der Prüfung zurückgenommen oder widerrufen oder erscheint er zur Prüfung nicht, so werden vier Fünftel der Gebühr erstattet; tritt ein Bewerber nach Prüfungsbeginn zurück oder wird seine Zulassung nach Prüfungsbeginn zurückgenommen oder widerrufen, so wird die Gebühr nicht erstattet. ² Die volle Gebühr wird erstattet, wenn die Anmeldung zur Prüfung zurückgewiesen wird oder wenn die Erteilung der zurückgenommenen oder widerrufenen Zulassung auf einer rechtswidrigen Sachbehandlung der Technischen Universität München beruht.

(5) Für eine wiederholte Ausstellung von Zeugnissen werden Verwaltungskosten nach dem Kostengesetz erhoben.

 

§ 21 Inkrafttreten, Übergangsregelung

(1) Diese Verordnung tritt am 1. März 1999 in Kraft.

(2) Für Teilnehmer der Berg- und Skiführer- bzw. Schneesportlehrerausbildung, die vor dem 1. September 2013 zur Ausbildung zugelassen wurden, findet die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Fachsportlehrer im freien Beruf in Bayern in der bis zum Ablauf des 31. August 2013 geltenden Fassung weiterhin Anwendung, längstens jedoch bis zum 1. September 2018.

(2) Hinsichtlich der Prüfungsgebühren findet für die in Abs. 2 genannten Anwärter die Gebührenregelung in § 20 Anwendung.

München, den 8. Februar 1999

Bayerisches Staatsministerium
für Unterricht und Kultus
Monika Hohlmeier, Staatsministerin
Bayerisches Staatsministerium
für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Hans Zehetmair, Staatsminister

 

Anlage 2

Schneesportlehrer

  1. Eignungsfeststellung
    Die Eignungsfeststellung ist die Basis für die Ausbildung zum staatlich geprüften Schneesportlehrer. Sie erfolgt in den Schneesportdisziplinen Ski Alpin oder Snowboard durch den Nachweis der höchstenverbandlichen Qualifikationsstufe – Level 3 – des Deutschen Skilehrerverbands e.V. sowie durch den Nachweis der erfolgreichen verbandlichen Ausbildung – Level 1 – des Deutschen Skilehrerverbands e.V. in zwei weiteren Schneesportdisziplinen. Diese verbandlichen Qualifikationen des Deutschen Skilehrerverbands e.V. unterliegen einer regelmäßigen Qualitätskontrolle durch die Technische Universität München.
    Die Eignungsfeststellung kann auch durch Qualifikationsnachweise anderer Verbände erbracht werden, sofern deren Ausbildungen in einem Anerkennungsverfahren durch die Technische Universität München regelmäßig geprüft sind und die Gleichwertigkeit ihrer Qualifikationen mit denen des Deutschen Skilehrerverbands e.V. festgestellt ist.Andere Ausbildungen oder Vorleistungen können als gleichwertige Teilleistungen im Rahmen der Eignungsfeststellung durch die Technische Universität München anerkannt werden, wenn sie abgeschlossenen Ausbildungs- und Prüfungsteilen der Qualifikationen des Deutschen Skilehrerverbands e.V. entsprechen. In diesen Fällen sind nur die fehlenden Teile der Qualifikationen des Deutschen Skilehrerverbands e.V. nachträglich zu erbringen.1.1 Unterweisung
    Die detaillierten Inhalte und der Durchführungsmodus sind den Teilnehmern vor der Eignungsfeststellungsprüfung bekannt zu geben. Zur Schaffung einheitlicher Testvoraussetzungen und der Gewährleistung des gängigen Sicherheitsrahmens sind die Teilnehmer bezüglich sicherheitsrelevanter Inhalte zu unterweisen.1.2 Ausbildungsrichtung Schneesportlehrer – Disziplin Ski Alpin
    Inhaltliche Anforderungen der Eignungsfeststellung:1.2.1 Fertigkeiten im Risikomanagement
    Unterrichten und Betreuen von Gruppen und Einzelpersonen mit Schwerpunkt auf dem gesicherten Skiraum und das Befahren von Varianten im Pistenbereich;

    1.2.2 Motorische Fertigkeiten
    a) Fahren nach vorgegebenen Linien;
    b) Freie Abfahrt;
    c) Fahrtechnik;
    d) Nachweis der Ausbildung und Prüfung in zwei aus den drei zur Auswahl stehenden Schneesportdisziplinen Skilanglauf, Snowboard, Telemark;

    1.2.3 Methodische Fertigkeiten
    a) Methodisch-didaktische Lehrübungen;
    b) Nachweis der Ausbildung und Prüfung in zwei aus den drei zur Auswahl stehenden Schneesportdisziplinen Skilanglauf, Snowboard, Telemark;

    1.2.4 Theoretisches Wissen
    Ausgewählte Aspekte der theoretischen Grundlagen des Skifahrens;

    1.3 Ausbildungsrichtung Schneesportlehrer – Disziplin Snowboard
    Inhaltliche Anforderungen der Eignungsfeststellung:

    1.3.1 Fertigkeiten im Risikomanagement
    Unterrichten und Betreuen von Gruppen und Einzelpersonen mit Schwerpunkt auf dem gesicherten Skiraum und das Befahren von Varianten im Pistenbereich;

    1.3.2 Motorische Fertigkeiten
    a) Freie Abfahrt;
    b) Freestyle;
    c) Fahrtechnik;
    d) Nachweis der Ausbildung und Prüfung in zwei aus den drei zur Auswahl stehenden
    Schneesportdisziplinen Ski Alpin, Skilanglauf, Telemark;

    1.3.3 Methodische Fertigkeiten
    a) Methodisch-didaktische Lehrübungen;b) Nachweis der Ausbildung und Prüfung in zwei aus den drei zur Auswahl stehenden Schneesportdisziplinen Ski Alpin, Skilanglauf, Telemark;

    1.3.4 Theoretisches Wissen

    Ausgewählte Aspekte der theoretischen Grundlagen des Snowboardens;

    1.4. Bewertung und Status

    Die Eignungsfeststellungsprüfung ist bestanden, wenn alle Prüfungsaufgaben jeweils mit der Endnote „ausreichend“ bewertet wurden und die entsprechenden Nachweise erbracht wurden. Mit dem Bestehen erwirbt der Bewerber den Status „Aspirant“. Die Eignungsprüfung kann höchstens zweimal wiederholt werden.

    2. Ausbildungsgang

    Ausbildungslehrgänge und prüfungsvorbereitende Lehrgänge

    Ausbildungslehrgänge sind alle Lehrgangsmaßnahmen, die die Ausbildungsteilnehmer auf die staatlichen prüfungsvorbereitenden Lehrgänge vorbereiten. Gemäß § 5 Satz 3 werden die Ausbildungslehrgänge auf Grund des bei der Eignungsfeststellung zugrunde gelegten Niveaus der Vorqualifikation ersetzt. Die Ausbildungsteilnehmer nehmen nach der Eignungsfeststellung die staatliche Ausbildung in den prüfungsvorbereitenden Lehrgängen auf.

    Die prüfungsvorbereitenden Lehrgänge dienen der gezielten Vorbereitung auf die staatliche Prüfung in den Bereichen des Risikomanagements, der motorischen und methodisch-didaktischen Fertigkeiten und des theoretischen Wissens. Die Lehrinhalte beziehen sich auf die Prüfungsanforderungen, die Gegenstand der staatlichen Prüfung sind. Es besteht keine vorgeschriebene Reihenfolge der prüfungsvorbereitenden Lehrgänge sowie des Praktikums.

    2.2. Ausbildungsrichtung Schneesportlehrer – Disziplin Ski Alpin

    Ausbildungsinhalte

    2.2.1 Fertigkeiten im Risikomanagement

    Unterrichten und Betreuen von Gruppen und Einzelpersonen mit dem Schwerpunkt Befahren von Routen und freigegebenen Variantenabfahrten;

    2.2.2 Motorische Fertigkeiten

    a) Fahren nach vorgegebenen Linien;

    b) Freie Abfahrt;

    c) Fahrtechnik;

    d) Freestyle;

    2.2.3 Methodisch-didaktische Fertigkeiten

    Lehren und Ausbilden von skispezifischen motorischen und methodisch-didaktischen Fertigkeiten und von Risikomanagement;

    2.2.4 Theorie

    Theoretische Grundlagen im alpinen Skilauf, in der Didaktik und Methodik sowie im Risikomanagement;

    2.3 Ausbildungsrichtung Schneesportlehrer – Disziplin Snowboard

    Ausbildungsinhalte

    2.3.1 Fertigkeiten im Risikomanagement

    Unterrichten und Betreuen von Gruppen und Einzelpersonen mit dem Schwerpunkt Befahren von Routen und freigegebenen Variantenabfahrten;

    2.3.2 Motorische Fertigkeitena) Fahren nach vorgegebenen Linien;

    b) Freie Abfahrt;

    c) Fahrtechnik;

    d) Freestyle;

    2.3.3 Methodisch-didaktische Fertigkeiten

    Lehren und Ausbilden von snowboardspezifischen motorischen und methodisch-didaktischen Fertigkeiten und von Risikomanagement;

    2.3.4 Theorie

    Theoretische Grundlagen im Snowboarden, in der Didaktik und Methodik sowie im Risikomanagement;

    2.4 Ausbildungsinhalte „Theoretisches Wissen“ der Ausbildungsrichtung Schneesportlehrer

    a) Sportbiologie einschließlich Unfallkunde und Erste Hilfe;

    b) berufsrelevante Aspekte der Sportpädagogik, Sportpsychologie, Didaktik und Methodik;

    c) berufsrelevante Aspekte der Bewegungslehre;

    d) berufsrelevante Aspekte der Trainingslehre;

    e) Organisations- und Rechtsfragen;

    f) berufsrelevante Aspekte der Ausrüstungs- und Materialentwicklung;

    g) berufsrelevante Aspekte des Natur- und Umweltschutzes.

    Soweit die Ausbildungsinhalte nicht durch die Ausbildungslehrgänge abgedeckt werden, sind sie Gegenstand der prüfungsvorbereitenden Lehrgänge.

    3. Praktikum

    Der Umfang des Praktikums beträgt 100 Stunden. Der Ausbilder bzw. Praktikumsbetreuer verpflichtet sich, die Auszubildenden während der staatlichen Ausbildung zu begleiten und auf die staatliche Prüfung vorzubereiten. Zudem unterweist der Praktikumsbetreuer sie in allen Tätigkeitsfeldern eines staatlich geprüften Schneesportlehrers und beaufsichtigt die Praktikumstätigkeiten der Auszubildenden. Das Praktikum kann zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der staatlichen Ausbildung abgeleistet werden.

    4. Staatliche Prüfung

    4.1 Besondere Zulassungsvoraussetzung zur staatlichen Prüfung

    Neben den allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen nach § 7 und den Antragsunterlagen nach § 13 Abs. 4 ist dem Antrag ein Nachweis über wettkämpferische Betätigung beizufügen – Bestätigungen von Vereinen bzw. Verbänden bzw. Urkunden in beglaubigter Kopie, aus denen hervorgeht, dass der Bewerber in den vergangenen sechs Jahren an mindestens fünf Wettbewerben aus den Disziplinen Ski Alpin, Langlauf, Telemarkski oder Snowboard  teilgenommen hat -.

    Die staatliche Prüfung im Prüfungsbereich „Fertigkeiten im Risikomanagement“ kann vorgezogen abgelegt werden. In diesem Fall ist abweichend von § 7 Abs. 3 für die Zulassung zu diesem vorgezogenen Bereich der staatlichen Prüfung lediglich die Teilnahme am prüfungsvorbereitenden Lehrgang „Fertigkeiten im Risikomanagement“ nachzuweisen.

    4.2 Inhalte der staatlichen Prüfung

    Die staatliche Prüfung umfasst eine Prüfung im Bereich Risikomanagement, des motorischen und methodisch-didaktischen Könnens sowie der theoretischen Kenntnisse. Die Prüfungsteile „Fertigkeiten im Risikomanagement“ und „Theoretisches Wissen“ können zeitlich und örtlich getrennt von den anderen Prüfungsteilen durchgeführt werden. Die Entscheidung über die Auswahl bei alternativ angegebenen Prüfungsaufgaben sowie die Festlegung von Prüfungsaufgaben trifft die Technische Universität München.

    Diese Entscheidungen werden den Ausbildungsteilnehmern unmittelbar vor der Abnahme der einzelnen Prüfungsaufgaben bekannt gegeben.

    Die staatliche Prüfung untergliedert sich in folgende Prüfungsteile, Prüfungsbereiche und Prüfungsaufgaben gemäß Nr. 4.3.

    4.3 Ausbildungsrichtung Schneesportlehrer – Disziplin Ski Alpin

    Inhalte der staatlichen Prüfung

    Die Prüfungsaufgaben in der Ausbildungsrichtung Schneesportlehrer – Disziplin Ski Alpin werden

    folgendermaßen geprüft:

    4.3.1 Prüfungsbereich „Fertigkeiten im Risikomanagement“

    a) Prüfungsaufgabe „unvorbereitete Lehrprobe“:

    Risikomanagementaufgaben im freien oder gesicherten Gelände, auch mit Zusatzaufgaben möglich;

    b) Prüfungsaufgabe „Verschüttetensuche“:

    Suche auf Zeit nach Kriterien des Eurosicherheitstests;

    4.3.2 Prüfungsbereich „Motorische Fertigkeiten“

    a) Prüfungsaufgabe „Fahren nach vorgegebenen Linien“:

    ein Riesenslalom bzw. Slalom bzw. Vielseitigkeitslauf, gegebenenfalls auch auf verschiedenen

    Teilstrecken, jeweils in zwei Durchgängen; die bessere der beiden Bewertungen Zeit oder Technik kommt zur Anrechnung;

    b) Prüfungsaufgabe „Freie Abfahrt“:

    eine Abfahrt auch im ungesicherten Skiraum möglich, gegebenenfalls mit Zusatzaufgaben und auf verschiedenen Teilstrecken;

    c) Prüfungsaufgabe „Freestyle“:

    bis zu drei unterschiedliche Aufgaben auf unterschiedlichen Strecken, z.B. Fun-Park-Run, Sprung,

    Boxslide und bzw. oder Flattricks, jeweils in zwei Durchgängen; die bessere der beiden

    Bewertungen kommt zur Anrechnung;

    d) Prüfungsaufgabe „Fahrtechnik“:

    zwei Abfahrten mit Technikdemonstrationen;

    4.3.3 Prüfungsbereich „Methodisch-didaktische Fertigkeiten“

    a) Prüfungsaufgabe „vorbereitete Lehrprobe“:

    Schwerpunkt Ausbilden in Bezug auf motorische und methodisch-didaktische Fertigkeiten;

    b) Prüfungsaufgabe „unvorbereitete Lehrprobe“:

    Schwerpunkt Lehren in Bezug auf Risikomanagement;

    4.3.4 Prüfungsbereich „Theoretisches Wissen“

    a) Prüfungsaufgabe „Berggefahren, Schnee- und Lawinenkunde“ – Klausur 1 -;

    b) Prüfungsaufgabe „Biomechanik, Bewegungslehre“ – Klausur 2 -;

    c) Prüfungsaufgabe „Sportmedizinische Grundlagen, Erste Hilfe“ – Klausur 3 -;

    d) Prüfungsaufgabe „Sorgfaltspflichten, Rechtsfragen im Schneesport“ – Klausur 4 -;

    Mündliche oder schriftliche oder mündliche und schriftliche Prüfung; Dauer bei ausschließlich mündlicher Prüfung höchstens 60 Minuten, bei ausschließlich schriftlicher Prüfung höchstens 120 Minuten.

    4.4 Inhalte der staatlichen Prüfung

    Ausbildungsrichtung Schneesportlehrer – Disziplin Snowboard

    Die Prüfungsaufgaben in der Ausbildungsrichtung Schneesportlehrer – Disziplin Snowboard werden folgendermaßen geprüft:

    4.4.1 Prüfungsbereich „Fertigkeiten im Risikomanagement“

    a) Prüfungsaufgabe „unvorbereitete Lehrprobe“:

    Risikomanagementaufgaben im freien oder gesicherten Gelände, auch mit Zusatzaufgaben möglich;

    b) Prüfungsaufgabe „Verschüttetensuche“:

    Suche auf Zeit nach Kriterien des Eurosicherheitstests;

    4.4.2 Prüfungsbereich „Motorische Fertigkeiten“

    a) Prüfungsaufgabe „Fahren nach vorgegebenen Linien“:

    ein BoarderCross bzw. Riesenslalom bzw. Slalom, gegebenenfalls auch auf verschiedenen

    Teilstrecken, jeweils in zwei Durchgängen; die bessere der beiden Bewertungen Zeit oder Technik kommt zur Anrechnung;

    b) Prüfungsaufgabe „Freie Abfahrt“:

    eine Abfahrt auch im nicht organisierten Skiraum möglich, gegebenenfalls mit Zusatzaufgaben und auf verschiedenen Teilstrecken;

    c) Prüfungsaufgabe „Freestyle“:

    bis zu drei unterschiedliche Aufgaben auf unterschiedlichen Strecken, z. B. Halfpipe,

    Fun-Park-Run, Sprung, Boxslide und bzw. oder Flattricks, jeweils in bis zu drei Durchgängen; die

    beste Bewertung kommt zur Anrechnung;

    d) Prüfungsaufgabe „Fahrtechnik“:

    zwei Abfahrten mit Technikdemonstrationen.

    4.4.3 Prüfungsbereich „Methodisch-didaktische Fertigkeiten“

    a) Prüfungsaufgabe „vorbereitete Lehrprobe“:

    Schwerpunkt Ausbilden in Bezug auf motorische und methodisch-didaktische Fertigkeiten;

    b) Prüfungsaufgabe „unvorbereitete Lehrprobe“:

    Schwerpunkt Lehren in Bezug auf Risikomanagement;

    4.4.4 Prüfungsbereich „Theoretisches Wissen“

    a) Prüfungsaufgabe „Berggefahren, Schnee- und Lawinenkunde“ – Klausur 1 -;

    b) Prüfungsaufgabe „Biomechanik, Bewegungslehre“ – Klausur 2 -;
    c) Prüfungsaufgabe „Sportmedizinische Grundlagen, Erste Hilfe“ – Klausur 3 -;

    d) Prüfungsaufgabe „Sorgfaltspflichten, Rechtsfragen im Schneesport“ – Klausur 4 -;

    Mündliche oder schriftliche oder mündliche und schriftliche Prüfung; Dauer bei ausschließlich

    mündlicher Prüfung höchstens 60 Minuten, bei ausschließlich schriftlicher Prüfung höchstens 120 Minuten;

    5. Bewertung der staatlichen Prüfung

    5.1. Ausbildungsrichtung Schneesportlehrer – Disziplin Ski Alpin

    Die Note errechnet sich als Durchschnitt im Prüfungsbereich

    a) „Fertigkeiten im Risikomanagement“ aus den Noten gemäß den Prüfungsaufgaben Nr. 4.3.1 Buchst. a und b,

    b) „Motorische Fertigkeiten“ aus den Noten gemäß den Prüfungsaufgaben Nr. 4.3.2 Buchst. a bis d,

    c) „Methodisch-didaktische Fertigkeiten“ aus den Noten gemäß den Prüfungsaufgaben Nr. 4.3.3 Buchst. a und b und

    d) „Theoretisches Wissen“ aus den Noten gemäß den Prüfungsaufgaben Nr. 4.3.4 Buchst. a bis d.

    Die Prüfung ist bestanden, wenn folgende Prüfungsbereiche jeweils mindestens mit der Note „ausreichend“ absolviert werden:

    a) Nrn. 4.3.1, 4.3.2, 4.3.3 und 4.3.4 und

    b) Nr. 4.3.1 Buchst. a und b und Nr. 4.3.2 Buchst. a bis d.

    5.2. Ausbildungsrichtung Schneesportlehrer – Disziplin Snowboard

    Die Note errechnet sich als Durchschnitt im Prüfungsbereich

    a) „Fertigkeiten im Risikomanagement“ aus den Noten gemäß den Prüfungsaufgaben Nr. 4.4.1 Buchst. a und b,

    b) „Motorische Fertigkeiten“ aus den Noten gemäß den Prüfungsaufgaben Nr. 4.4.2 Buchst. a bis d,

    c) „Methodisch-didaktische Fertigkeiten“ aus den Noten gemäß den Prüfungsaufgaben Nr. 4.4.3 Buchst. a und b und

    d) „Theoretisches Wissen“ aus den Noten gemäß den Prüfungsaufgaben Nr. 4.4.4 Buchst. a bis d.

    Die Prüfung ist bestanden, wenn folgende Prüfungsbereiche jeweils mindestens mit der Note „ausreichend“ absolviert werden:

    a) Nrn. 4.4.1, 4.4.2, 4.4.3 und 4.4.4 und

    b) Nr. 4.4.1 Buchst. a und b und Nr. 4.4.2 Buchst. a bis d.

    6. Sonderbestimmungen

    Staatlich geprüfte Schneesportlehrer der Disziplin Ski Alpin können sich ohne weitere Ausbildung direkt zur staatlichen Prüfung Schneesportlehrer der Disziplin Snowboard anmelden. Das gleiche gilt für Schneesportlehrer der Disziplin Snowboard, die die staatliche Prüfung Schneesportlehrer der Disziplin Ski Alpin ablegen wollen. Auf Antrag kann das Prüfungsergebnis angerechnet werden

    a) im Prüfungsbereich „Fertigkeiten im Risikomanagement“ gemäß Nr. 4.3.1 bzw. Nr. 4.4.1 und

    b) im Prüfungsbereich „Theoretisches Wissen“ gemäß Nr. 4.3.4 bzw. Nr. 4.4.4.