Fortbildung Regionalschulung - Nordic

Inhalte:

1 Tag Bewegungsanalyse
Beobachten, Beurteilen, Beraten:
Das Konzept für professionelle Bewegungsanalysen im Schneesport. Die Bewegungsanalyse, das Beobachten, Beurteilen und Beraten von Bewegungen ist für alle Schneesportlehrer ein zentraler Bestandteil des Unterrichts. In der Station wird diese Kompetenz trainiert und als erlebnisorientierter Unterricht inszeniert.

1/2 Tag Informationen zu den Prüfungsaufgaben Skilehrer Nordic Level 1 im Bereich Motorik
Es werden mögliche Prüfungsaufgaben im Bereich Skating vorgestellt – zwei Prüfungsaufgaben (situative und/oder demonstrative Prüfungsaufgaben) und Aufgaben zum Training.

1/2 Tag Koordinatives Training auf dem Langlaufski
Hier wird ein gezieltes Training der für den Skilanglauf entscheidenden koordinativen Fähigkeiten vorgestellt. Dies kann in der klassischen Technik oder Skatingtechnik erfolgen (wird je nach Bedingungen kurzfristig bekannt gegeben). Dabei wird der Bezug der einzelnen koordinativen Anforderungen/Aufgaben zur Gesamtbewegungen hergestellt.

Ausrüstung:
Skating- und Klassik-Ausrüstung, LL- Funktionsbekleidung (Schichtenprinzip), Herz – Frequenzmesser, Rucksack, Erste Hilfe Set

Hinweis:
Die Reihenfolge der Stationen ist nicht festgelegt. Diese richtet sich nach den vorherrschenden Bedingungen und wird rechtzeitig vorher bekannt gegeben.


Bewegungsanalyse

Ziel
Für einen Schneesportlehrer stellt  die Bewegungsanalyse, also das Beobachten, Beurteilen und Beraten von Bewegungen einen zentralen Bestandteil seiner Tätigkeit dar und nimmt sowohl in der Ausbildung als auch im Skikurs breiten Raum ein.
• Verbesserung der Analysefähigkeit in der „Live-Situation“ in der Loipe und in der Nachbetrachtung per Video
• Angleichung der Fehleranalyse und entsprechenden Korrekturmaßnahmen innerhalb der Gruppe sowohl im Bereich Laufphilosophie, als auch auf der Kommunikationsebene
• Training des läuferischen Könnens und der Fähigkeit zur Eigenrealisation

Ablauf – Methodik

Teil 1: Training des Bewegungssehens in der „live-Situation“ in der Loipe

Abstimmung Bewegungssehen – „Aufwärmen“
Gruppenmitglied bekommt eine Bewegungsaufgabe (situativ oder demonstrativ) und läuft diese vor; der Rest der Gruppe analysiert zusammen den Lauf und einigt sich anschließend auf eine entsprechende Korrekturmaßnahme (mit Begründung); im Wechsel bis jeder dran war (max. 2 min/Läufer)

Bewegungsmuster beurteilen
Schattenlauf in Dreier/Vierergruppe mit Tempovorgabe; die restlichen Gruppenmitglieder entscheiden unabhängig (jeder für sich) voneinander, wer aus der Dreier/Vierergruppe    die größte Angleichungsmöglichkeit hat (mit Begründung); anschließend werden die Ergebnisse abgefragt und verglichen

Blitzanalyse
Läufer führt klare Aufgabe aus, restliche Gruppe beobachtet und gibt auf Kommando des Ausbilders einen Verbesserungsansatz (max. 3 Läufer)

Bewegung sehen als „Fake
Teilnehmer läuft einfache aber klare Aufgabenstellung mit kleinem Fehler (mit besonderer Ausprägung eines Bewegungsmerkmals…nach subjektivem Empfinden), restliche Gruppe wie oben (max. 3 Läufer)

Vergleich Eigenrealisation in Kleingruppen
Gruppenmitglied bekommt eine klare Bewegungsaufgabe (situativ oder demonstrativ), läuft diese vor und bewertet seinen Lauf kurz selbst (Eigenrealisation); zwei Teilnehmer stehen 20 m weit weg und überlegen sich eine Analyse, hören aber Eigenrealisation nicht; anschließend wird die Fremdanalyse mit der Eigenrealisation verglichen (max. 3 Wechsel)

Teil 2: Training der Bewegungskorrektur in der „live-Situation“ in der Loipe

Korrekturabstimmung in 2 Kleingruppen
Einzellauf mit Aufgabenstellung (situativ oder demonstrativ); zwei Teilnehmer/Kollegen geben nacheinander und unabhängig eine Korrektur; andere Teilnehmer/Kollegen achten auf sachliche Richtigkeit der Kurzanalyse und angemessene Kommunikation; im Wechsel bis jeder einmal als Korrigierender dran war

Blitzkorrektur
Aufgabenstellung wie oben, aber jetzt mit Blitzkorrektur in drei Sätzen und 30 Sekunden => positiver Aspekt, Verbesserungsansatz (Beurteilung), Korrektur/klare Aufgabe (Beratung);

Bewegungen Beobachten und Beurteilen
Schattenlauf von zwei Dreier- oder Vierergruppen nacheinander mit klarer Aufgabenstellung bezüglich Technik/Tempo/Frequenz; restl. Teilnehmer bewerten die beiden Gruppen nach Schulnotensystem mit Begründung Schwierigkeit: Kennen alle Teilnehmer die Bewertungskriterien schon? (siehe Kernaussagen)

Teil 3: Training der Videoaufnahme in der Loipe
Videoläufe mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen (zwei bis drei Kleingruppen)
• die Teilnehmer sollen selber filmen, wenn möglich jeder einmal; unterschiedliche Aufgabenstellungen („Filmer“ gibt die Aufgaben und merkt sich seine Leute bzw. deren Aufgaben)  Hinweis: Das Sprechen der Aufgabe auf Video erleichtert den Ablauf für alle „Filmer“
• Videoläufe in Dreier-/Vierergruppe
Ausbilder filmt in seiner Gruppe Dreier- und/oder Viererformation bei Schattenläufen mit klarer Aufgabestellung, so dass jeder Teilnehmer in zwei bis drei Gruppenläufen zu sehen ist

Teil 4: Training der Videokorrektur

Analyse der Einzelläufe – Analysetraining I
(Beurteilung und Beratung/Korrektur) jeder gibt eine Kurzanalyse (30 sec) zu einem Lauf; restl. Gruppe achtet auf die Art der Kommunikation und sachliche. Richtigkeit; evtl. Aufgabenverteilung durch Ausbilder

Vergleichsanalysen – Analysetraining II
zwei Teilnehmer geben hintereinander eine Kurzkorrektur des gleichen Läufers (erster hört den zweiten nicht); restl. Gruppe vergleicht

Gruppenanalyse – Analysetraining III (komplette Gruppe)
Gemeinsame Analyse und Besprechung der Gruppenläufe; mögliche Ansatzpunkte für den Ausbilder/Teilnehmer sind Bewegungsspielräume: Dynamik (Unterschiede, warum), Bewegungsumfang (langer/kurzer Schub, Oberkörper zu tief/hoch), Timing (Synchronität, wer fällt aus dem Rahmen und warum: zu früh/spät Belastungswechsel, Stockeinsatz), Richtung (Auftaktbewegung vor/Seite)

Verbindliche Kernaussagen (vergl. auch Präsentation Bewegungssehen)

1. Begrifflichkeiten:
Analyse ist ein Vergleich von Soll-Bild (Bewegungsleitbild) mit dem Ist-Bild (tatsächliche Ausführung) einer Bewegung sowie die registrierte Abweichung (Bewegungsbeurteilung).
Korrektur ist ein Tipp zur Verbesserung in Form einer Bewegungsaufgabe oder -anweisung o.ä.

2. Bewegungsanalyse erfolgt grundsätzlich in standardisierter Reihenfolge:

I) nach der DSLV Laufphilosophie
• Richtige Technik
• Grundfunktionen mit Aktionen und Bewegungsspielräume
• Situative Anwendung

II) Reihenfolge in den Grundfunktionen
Grundposition als Beginn des Bewegungszyklus (auch Gleitposition) – Abstoßen – Belastungswechsel – Gleiten

III) Reihenfolge am Körper
Von unten nach oben (Beine, Hüfte, Oberkörper, Arme, Kopf) ausgehend vom Verhalten der Ski und der Stöcke
• Positionsregulation erfolgt über Aktionen und Bewegungsspielräume (Timing, Umfang, Richtung, Intensität = TURI)
• Sofortrückmeldung in der Loipe erfolgt überwiegend dreiteilig: Kurzanalyse, Korrektur, Abfrage Eigenrealisation (nicht jedes Mal),  => max. 30 sec

Ablauf Videoanalyse/Videokorrektur
Ganzer Lauf in Normaltempo (evtl. zweimal) – Erkundung der Eigenrealisation – Analyse von Teilsequenzen (max. zwei Teile, z.B. Gleitposition und/oder Auftaktbewegungen) – Korrektur – evtl. Lauf  in Normaltempo
Beachte! Bedeutung von erstem und letztem Satz – Einstieg mit positivem Aspekt, Ausklang auch– 30 sec-Regel
Videoaufnahme nach Möglichkeit  2/3 von der Seite, 1/3 von vorne filmen (je nach Ziel und Aufgabenstellung)

Kommunikation:
• Läufer/ Kunden sollen nicht vorgeführt werden (dies auch zu Beginn thematisieren)
• Kritik grundsätzlich positiv verpacken (…hier solltest du versuchen, dass…)
• positive, freundliche Wortwahl (oft Angst vor Video -> Angst blockiert lernen)
• nachvollziehbare Ansagen bzw. Begründungen geben (die Gleitphase  ist…, weil …)
• Läufer / Kunden immer wieder abholen (… kannst du das nachempfinden/-vollziehen)

Motivation
Durch die gemeinsame Arbeit am Thema entsteht eine gewisse Einheitlichkeit und Gruppendynamik in der Betrachtung von und Kommunikation über Bewegung, d.h. letztendlich eine Qualitätssteigerung in unserem Aufgabenbereich

Koordinatives Training im auf dem Langlaufski

Ziel
Hier wird ein gezieltes Training der für den Skilanglauf entscheidenden koordinativen Fähigkeiten vorgestellt. Dabei wird der Bezug der einzelnen koordinativen Anforderungen/Aufgaben zur Gesamtbewegungen hergestellt.

Grundlagen
Unter Koordination versteht man das für eine Bewegung nötige Zusammenwirken von Sinnesorganen, peripherem und zentralem Nervensystem und der Skelettmuskulatur. Die Sensomotorik wird definiert als das Zusammenwirken von Bewegung und Sensorik. Die für den nordischen Bereich wichtigen koordinativen Fähigkeiten sind in erster Linie:
1. Gleichgewichtsfähigkeit
2. Kopplungsfähigkeit
3. Umstellungsfähigkeit
4. Rhythmusfähigkeit

Prüfungsaufgaben Skilehrer Nordic Level 1 im Bereich Motorik – Skating

Ziel /Schwerpunkt
In der Station Prüfungsaufgaben werden die Teilnehmer und Skischulleiter auf die Anforderungen der Prüfung zum Skilehrer Nordic Level 1 vorbereitet. Im Prüfungsfach Motorik, Lauftechnik Skating, wird zwischen dem situativen und demonstrativen Können unterschieden. Ziele sind zum einen die individuell läuferische Verbesserung der Aspiranten, aber auch die Vorstellung eines Trainingsprogramms und das Entwickeln eines Aufgabenverständnisses. Der Schwerpunkt der Station  liegt in der Realisierung der Aufgabenstellung, des richtigen Tempos und der Anpassung an unterschiedliche Geländesituationen.

Ablauf – Methodik
1. Theoretischer Einstieg
2. Im praktischen Teil werden sechs möglichen Prüfungsformen aus dem situativen und demonstrativen Bereich vorgestellt.
3. Zwischendurch gezielt Aufgaben zur Verbesserung der Grundfunktionen und Aktionen der einzelnen Techniken im Sinne eines Trainings einbauen.
Wichtig: In der kommenden Saison werden demonstrative  Aufgaben die motorische Prüfung wesentlich erweitern und nicht nur eine Technikrunde gefordert sein.

Training und Vorstellen von sechs möglichen Prüfungsaufgaben im motorischen Bereich Skating (situative und/oder demonstrative  Prüfungsaufgaben)

1. Aufgabe – situativ• Laufen im leichten Gelände (blaue Loipe) im langsamen bis mittleren Tempo auf einer Teilstrecke oder Runde.
• Techniken 1-2 und /oder 1-2 mit aktiven Armschwung (je nach vorhandenen Glände) sowie eine weitere Bewegungstechnik (siehe Kernaussagen – Lauftechniken) koppeln.
• Bewegungsspielräume anpassen.

2. Aufgabe – situativ
• Laufen im leichten kupierten bis mittelschweren Gelände (blaue/rote Loipe) im sportlichen Tempo auf einer Teilstrecke oder Runde.
• Techniken 1-2 und /oder 1-2 mit aktiven Armschwung sowie zwei weitere Bewegungstechniken (siehe Kernaussagen – Lauftechniken) koppeln.
• Bewegungsspielräume anpassen.

3. Aufgabe – demonstrativ
Laufen im leichten steigenden Gelände (blaue/rote Loipe) im langsamen Tempo von A nach B.
• Technik 1-2 demonstrieren.
• Anpassen der Bewegungsspielräume.
• Besondere Aufgabenstellung: deutliches Herausstellen der Aktionen Gleitbeinstreckung und Abstoßvorbereitung.

4. Aufgabe – demonstrativ
• Laufen im ebenen bis leicht fallenden Gelände (blaue Loipe) im mittleren Tempo von A nach B.
• Technik 1-2 mit aktiven Armschwung demonstrieren.
• Anpassen der Bewegungsspielräume.
• Besondere Aufgabenstellung: Herausstellen von sicheren Einbeingleiten und rhythmischen, schwungvollen Bewegungen.

5. Aufgabe – demonstrativ
• Laufen im leicht kupierten Gelände (blaue/rote Loipe) im sportlichen Tempo von A nach B.
• Techniken 1-2 und Bogentreten mit Doppelstockschub demonstrieren.
• Anpassen der Bewegungsspielräume.
• Besondere Aufgabenstellung: deutliches Herausstellen der Dynamik in beiden Techniken.

6. Aufgabe – demonstrativ
• Laufen im leichten fallenden bis ebenen Gelände (blaue/rote Loipe) im mittleren Tempo bis von A nach B.
• Techniken Schlittschuhschritt mit diagonalen Armschwung und Bogentreten demonstrieren.
• Anpassen der Bewegungsspielräume.
• Besondere Aufgabenstellung: deutliches Herausstellen der Kantbewegung des Ski beim Abstoß.

Inhalte der Ausbildung Nordic Level 1:
• 1-2 Technik
• 1-2 mit aktiven Armschwung Technik
• Schlittschuhschritt mit diagonalem Armschwung
• Doppelstockschub
• Bogentreten
• Bogentreten mit Doppelstockschub

Laufstrecke:
• ca. 200 – 300 m Strecke von A nach B, die gut einsehbar und gesichert sein muss
• Schwierigkeitsgrad blau – rot

Fortbildung Nordic Fitness

folgt …

Fortbildung Skating inkl. Biathlon

folgt …